Spielbericht // Saison 1974/1975

 
FC Vorwärts Frankfurt/O.
FC Vorwärts Frankfurt/O.2:2FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt
12. Spieltag - DDR-Oberliga - Saison 1974/1975
Sonntag, 15. Dezember 1974, 13:30 Uhr
Stadion der Freundschaft, Frankfurt/O.
Zuschauer: 2.000
Schiedsrichter: Scheurell (Berlin)
FC Vorwärts Frankfurt/O.TorfolgeFC Karl-Marx-Stadt
T Kreutzer
A Strübing
A Schuth
A Krautzig
A Andreßen
M Wruck
M Herbst
M Segger
S Pfefferkorn
S Göbel
S Piepenburg (60. Probst)

Trainer: i.V. Trautmann
0:1 Ihle (38.)
1:1 Pfefferkorn (41.)
1:2 Wolf (50.)
2:2 Wruck (60.)

T Fichtner
A Wolf
A P. MüllerGelbe Karte
A Sorge
A Franke (64. K. Lienemann)
M Göcke
M M. Lienemann
M J. Müller
S Ihle
S Schellenberg
S Sachse (46. Rauschenbach)

Trainer: Erler
Pressestimmen

Fuwo

FCK bestrafte die Schwächen des FCV

Zwei Dinge lagen dem neuen FCK-Cheftrainer Dieter Erler vor Spielbeginn am Herzen: "Die Mannschaft muß an Selbstvertrauen gewinnen und in der nächsten Zeit vor allem ihren großen Mangel überwinden, die unzureichende Chancenverwertung." Am Ende strahlte der in der Deckung wie in der Offensive wieder eine überzeugende Partie bietende Libero Hans-Heinrich Wolf: "Das 2:2 wird uns Auftrieb geben. Wir begannen bewußt zurückhaltend, nur auf Ballsicherung bedacht. Doch als wir spürten, daß der FCV an diesem Tage zu packen war, handelten wir energischer, da profitierten wir alle von vielen gewonnenen Zweikämpfen im Mittelfeld."

Nach dem Mißverständnis Strübing - Krautzig zog Ihle mit einem Steilpaß von J. Müller allein ab (1:0), und ein zweites Mal gelang das Wolf nach einem Steilpaß Rauschenbachs und Fehler von Krautzig (2:1). Aus bis dahin zwei Möglichkeiten nach FCV-Fehlern resultierten so zwei Treffer, ein besseres Verwerten der Chancen hätte sich Trainer Erler nicht wünschen können zu seinem Auftakt. Der FCV ergriff wohl von Beginn an die Initiative. Der vielfach aufrückende Strübing [..] und Herbst suchten mit großem Laufaufwand und weiten Pässen ihre Angriffsspitzen, von denen Piepenburg und Pfefferkorn gegen die konsequent deckenden P. Müller / Franke keinen leichten Stand hatten. Die optische Feldüberlegenheit war trügerisch, obwohl der FCK in der ersten Halbzeit zu vorsichtig operierte, nichts riskieren wollte.

Die Gäste brauchten tatsächlich eine halbe Stunde, um vom ersten zum zweiten Schritt zu finden, aus der Abwehr zu zweckmäßigen Konterzügen. Wie das dann aber Wolf, der beste Mann auf dem Platz, und J. Müller taten, verdient Anerkennung. J. Müller brachte Ideen ins Spiel und erzielte mit weiten Diagonal- und Steilpässen Wirkung. Schade, daß vorn nur eine Sturmspitze scharf war: Ihle. Der amtierende FCV-Trainer Karl Trautmann freute sich über die kämpferische und spielerische Steigerung seiner Elf nach der Pause, schränkte jedoch kritisch ein: "Die Zahl der Ballverluste bei allen drei Akteuren der zweiten Reihe war zu groß, wobei sich Herbst in der zweiten Halbzeit aber prächtig in Szene setzte und auch Segger gute Aktionen hatte." Doch hatte der FCK, wie der sich zur Zeit im Studium befindliche FCV-Cheftrainer Reichelt konstatierte, zu dem Zeitpunkt schon "mehr Ruhe und Sicherheit im Spiel". [..]

(Wolf Hempel)

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