Spielbericht // Saison 2014/2015

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC10:9 n.E.FSV Mainz 05
FSV Mainz 05
1. Runde - DFB-Pokal - Saison 2014/2015
Freitag, 15. August 2014, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 10.287
Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Mainz 05
T Pentke
A Conrad
A Endres
A Röseler
A PoggenbergGelbe Karte (83. Ziereis)
M Lais (68. GarbuschewskiGelbe Karte)
M Stenzel
M Ofosu (76. HofrathGelbe Karte)
M Türpitz
M Kehl-GomezGelbe Karte
S Fink

Trainer: Heine
0:1 Zimling (25.)
0:2 Okazaki (49.)
1:2 Fink (51.)
2:2 Fink (53.)
2:3 Koo (72.)
3:3 Bungert (87./Eigentor)
4:3 Ziereis (103.)
4:4 Bungert (108.)
5:4 Kehl-Gomez (119.)
5:5 Geis (120.)

Elfmeterschießen:
5:6 Geis
6:6 Garbuschewski
6:7 Koo
7:7 Türpitz
--- Jara (gehalten)
7:8 Hofrath
8:8 Park
9:8 Kehl-Gomez
9:9 Brosinski
10:9 Fink

T Karius
A Brosinski
A Bell
A Diaz
A Jara
M Zimling (74. GeisGelbe Karte)
M Saller (68. Bungert)
M Park
M Koo
M Djuricic (60. Malli)
S Okazaki

Trainer: Hjulmand
Spielbericht

CFC schmeißt Mainz aus Pokalrunde eins

Von Erik Büttner

Wer dachte, Hohenstein 2012 oder Neugersdorf 2014 sei Pokalwahnsinn gewesen, der wurde am Freitagabend eines besseren belehrt. Der Chemnitzer FC als Drittligaspitzenreiter kegelte den Bundesligisten FSV Mainz 05 aus dem Pokal und das in einem Spiel, wie es irrer nicht laufen kann. Am Ende der 90 Minuten hieß es 3:3, nachdem der CFC schon 0:2 hinten lag. Die Verlängerung endete beim Stand von 5:5. Das Elfmeterschießen zogen die Himmelblauen dann souverän mit fünf Treffern.

CFC-Trainer Karsten Heine entschied sich, gegen den Bundesligisten mit Neuzugang Marco Kehl-Gomez einen etwas defensiveren Spieler für den verletzten Glasener zu bringen. Pünktlich mit dem Anpfiff vor 10.287 Zuschauern auf der Fischerwiesenbaustelle setzte ein Regenschauer ein. Als der vorüber war, hatte Mainz sich mit zwei guten Chancen ausgetobt und die Partie, von zwei starken Defensivreihen geprägt, wogte hin und her. Als Chemnitz immer stärker wurde, nutzte jedoch Zimling einen Abwehrfehler von Stenzel und brachte den Favorit in Front (25.). Chemnitz zeigte sich erst einmal unbeeindruckt und suchte weiter den eigenen Treffer. Doch in den Minuten vor der Pause mussten sie sich gegen nun stärker und selbstbewusster agierende Mainzer heftiger wehren, was zu Lasten der Offensive ging. Trotzdem hielten die Himmelblauen gut mit dem Erstligist mit.

Nach dem Seitenwechsel übernahm zunächst der CFC die Initiative und hatte durch Kehl-Gomez gleiche eine gute Möglichkeit. Doch im Gegenzug netzte Shinji Okazaki zum 2:0 (49.) ein. Aber Chemnitz hatte eine Antwort und einen Anton Fink. Er verkürzte nach Freistoß von Lais auf 1:2 (51.) um zwei Minuten später aus der Distanz von rechts zum 2:2 auszugleichen.

Fortan entwickelte sich ein offenes Spiel, in der Chemnitz die Mainzer Gäste immer wieder in Bedrängnis brachte, aber auch Mainz mehrere hochkarätige Chancen hatte. Da hatte der CFC auch mehrmals Glück, als der asiatische Mainzer Angriff Bälle an Latte und Pfosten setzte oder das leere Tor nicht traf. Mainz lebte insbesondere von seinen nimmer müde werdenden Japanern und Koreanern, die den CFC immer wieder vor schwere Aufgaben stellten. Und eine seiner Chancen nutzte dann auch Koo, als ein Sonntagsschuss im rechten Eck des CFC-Tores einschlug (72.). Vorausgegangen war aber eine umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Patrick Ittrich - nicht seine einzige. Chemnitz aber wurde nicht müde, dem Rückstand nachzugehen und den Ausgleich zu suchen. Das wurde drei Minuten vor Spielende belohnt. Garbuschewski, Fink sowie Hofrath kombinierten sehenswert und Hofraths Schuss vom linken Strafraumecke fälschte Bungert unhaltbar zum 3:3 (87.) ab. Spätestens jetzt bebte die Fischerwiese zusammen mit der mit 5.000 Leuten besetzten Südtribüne.

Es ging also in die Verlängerung. Beim CFC schwanden langsam die Kräfte, doch die Himmelblauen Mannen bissen auf die Zähne und machten Mainz weiter das Leben schwer. Als sich dann Garbu auf rechts durchtankte, in die Mitte flankte und dort der völlig frei stehende Markus Ziereis zum 4:3 (103.) einnickte, wurde es für die Gäste noch schwerer. Doch nach Freistoß von Geis köpfte ausgerechnet Eigentorschütze Bungert zum erneuten Ausgleich ein (108.). Doch die neuen Himmelblauen bricht man nicht so einfach. Von Krämpfen geplagt setzten sie nicht auf das Elfmeterschießen sondern suchten weiter ihr Heil im Angriff. Und dann 119. Minute: Garbu gibt von rechts rein, Kehl-Gomez hat Mühe den Ball zu kontrollieren, aber berappelt sich auf und drischt den Ball vor der Südkurve in die Maschen. 5:4 - das muss der Sieg sein - denkst‘e. Die letzte Minute läuft, Pentke hat den Ball und wird bedrängt, schlägt den Ball ungenau ab, genau in den Fuß von Geis, der aus 55 Metern ins leere Tor trifft. 5:5 - aus - Elfmeterschießen.

Mainz beginnt mit Geis, er trifft. Garbuschewski für den CFC, Ausgleich. Auch Koo und Türpitz lassen nichts anbrennen. Dann Jara für Mainz. Jara, ja genau der Jara, dessen Fehlschuss Chiles Aus bei der WM gegen Brasilien besiegelte. Jara tritt an…und Penne hält. Der Pechvogel des Abends wieder in der Spur zum Helden. Dann Hofrath für den CFC - Führung, 8:7. Park, Kehl-Gomez und Brosinski treffen und nun es liegt an Anton Fink. Er tritt an, schießt, und Tooooooooorr! Der CFC ist in Runde zwei des DFB-Pokals!!!! 10.000 liegen sich in den Armen und die neue Südtribüne ächzt ein erstes Mal unter dem toben Freudentaumel. Auf der Gegengerade fliegen erst die Hände zur Welle mit der Mannschaft, dann werden die Mobiletelefone gezückt um die Anzeigetafel zu fotografieren: CFC 10, Gast 9 - in Worten: Zehn zu neun gegen einen ambitionierten Bundesligisten - das ist schon ein Foto fürs Familienalbum wert.

Verdient haben sich die Himmelblauen diesen Sieg, weil sie auch in der Verlängerung nie aufgaben und unermüdlich kämpften und ackerten. Auch wenn nicht alles Gold und einiges Glück im Spiel war, so hat doch die Mannschaft gezeigt, wozu sie im Stande ist. Einem Erstligist fünf Tore aus dem Spiel heraus einzuschenken muss man erst einmal machen. Und es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Mannschaft auch nach dem frühen 0:2 in Halbzeit zwei kaum beeindruckt vom Spielstand zeigte. Wenn es Karsten Heine gelingt, den Angriff noch effizienter zu gestalten, dann werden wir in dieser Spielzeit noch viel, viel Freude an dieser Mannschaft haben.

Versüßt wird Chemnitz Sieg übrigens mit knapp 300.000 EUR Prämie. Und im Kalender heißt es schon mal den 28./29. Oktober zu reservieren - dann wird Runde 2 gespielt.

Wertung: 1,0 (Ein Spiel für die Ewigkeit)

Bester Himmelblauer: Alle

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

Mainz mit nächster Blamage

[..] In einem der wohl denkwürdigsten Pokalabende der letzten Jahre wirft der Chemnitzer FC den FSV Mainz 05 mit alles in allem 10:9 Toren aus dem Pokal! Nicht der Fakt, dass der Drittligist einen kriselnden Bundesligisten rauswirft, ist denkwürdig an diesem Spiel, sondern die Art und Weise, wie dies geschieht. Mit Anpfiff der zweiten Hälfte ging es unentwegt hin und her, Mainz spielte vor allem offensiv stark und kam auch in der Verlängerung nach Rückschlägen immer wieder zurück, aber Chemnitz hatte wohl mit der Leidenschaft den entscheidenden Faktor auf seiner Seite. Am Ende ist es ausgerechnet CFC-Tormann Pentke, der nach seinem schlimmen Bock beim 5:5 in der 120. Minute sein Team wieder zurück auf die Siegerstraße brachte - dank seines gehaltenen Elfmeters von WM-Fahrer Gonzalo Jara. Die Sachsen werden nach dieser epischen Leistung ihr Team heute auf Händen tragen, während in Mainz nun endgültig eine Woche vor dem Bundesligastart der Busch brennt. [..]

Freie Presse

Anton Fink netzt zur Entscheidung ein

Fußballdrittligist Chemnitzer FC hat gestern Abend in der ersten Runde des DFB-Pokals den Bundesligisten FSV Mainz nach einem irren Spiel im Elfmeterschießen bezwungen. Es gibt sicherlich hohe Ansprüche, um eine Partie als denk-würdig zu klassifizieren. Die Pokalbegegnung des Chemnitzer FC gegen den FSV Mainz 05 wird auf jeden Fall in dieses Verzeichnis aufgenommen. Der Drittligist lieferte vor 10.287 Zuschauern dem Team aus der Belletage des deutschen Fußballs gestern Abend eine grandiose Partie, die er am Ende 10:9 (5:5; 3:3; 0:1) nach Elfmeterschießen gewann und damit in die zweite Runde des DFB-Pokals einzog. Mit ihrem beherzten und engagierten Auftritt hat sich die Truppe von Trainer Karsten Heine beim Publikum damit weitere Bonuspunkte verdient. [..]

Wiesbadener Kurier

Rehberg: Utopisch schlecht verteidigt

Asteras Tripolis war ein international drittklassiger Gegner. Der Chemnitzer FC war ein national drittklassiger Gegner. [..] 3:3 bei einem Drittligisten nach 90 Minuten, 5:5 nach 120 Minuten, das war am Freitagabend für die Zuschauer in Chemnitz ein wunderbares Spektakel. Verrückte Pokalspiele gab es schon oft - und die wird es immer wieder geben. Über sich hinaus wachsende unterklassige Gegner, ja, auch kein neues Phänomen. Der Erstligist verliert das Elfmeterschießen, ja, auch das passiert. Am Bruchweg stellt sich nun nur die Frage: Wie viele Gegentreffer kassiert diese 05-Mannschaft mit dieser Spielweise in den nächsten Wochen gegen die in den Angriffsreihen deutlich stärker aufgestellten Bundesligakonkurrenten? [..]

FAZ-Online

Nächster Mainzer Tiefschlag

Mainz 05 muss einen totalen Fehlstart in die erste Spielzeit unter der Leitung des neuen Trainers Kasper Hjulmand verkraften. [..] Da war es nur ein schwacher Trost, dass die Niederlage vor 10.000 Zuschauer beim erstaunlich starken Drittliga-Tabellenführer Chemnitzer FC in einem der verrücktesten und dramatischsten Pokalspiele der vergangenen Jahre zustande kam: Die reguläre Spielzeit endete nach einem Eigentor des Mainzers Niko Bungert zum 3:3-Ausgleich für Chemnitz in der 87. Minute, was die zuvor überlegenen Gäste erst in Bedrängnis brachte. Die von den sächsischen Gastgebern dominierte Verlängerung endete wiederum mit einem sensationellen Ausgleichstor zum 5:5 durch den Mainzer Mittelfeldspieler Johannes Geis in der allerletzten Sekunde der Nachspielzeit. Geis schoss den Ball von der Mittellinie aus unhaltbar für den verdutzten Schlussmann Philipp Pentke ein, der den Ball zuvor mit einem nur halb gelungenen Abschlag Geis in die Füße gespielt hatte. [..] „Wir haben bis zum 2:0 ein sehr gutes Spiel gemacht, aber spätestens nach dem 3:3 war das ein typisches Pokalspiel“, sagte Hjulmand. „Meine Mannschaft reagiert derzeit verunsichert auf Rückschläge wie die Tore zum 1:2 und 2:2.“ [..]

Rheinische Post

Hjulmand stolpert mit Mainz von Blamage zu Blamage

Kasper Hjulmand vergrub seine Hände ganz tief in die Hosentaschen und verließ den Ort der Blamage wortlos mit gesenktem Blick. Die zweite peinliche Pleite innerhalb weniger Tage hatte beim neuen Trainer des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 sichtbare Spuren hinterlassen. "Der Trainer hat grundsätzlich volle Rückendeckung. Wir gehen da jetzt zusammen durch", sagte Manager Christian Heidel nach dem 4:5 im Elfmeterschießen bei den Sachsen. [..] "Wenn man in zwei wichtigen Wettbewerben rausfliegt, ist das sehr bitter und einfach scheiße", sagte Johannes Geis, der mit einem Traumtor aus 55 Metern in der Nachspielzeit der Verlängerung überhaupt erst dafür gesorgt hatte, dass es der Bundesliga-Siebte des Vorjahres ins Elfmeterschießen schaffte. Selbst eine 2:0-Führung nach der Pause reichte gegen den Außenseiter nicht, da die Defensive eklatante Schwächen offenbarte. [..]

Spiegel-Online

Torwart Philipp Pentke: Vom Deppen zum Helden in 15 Minuten

[..] Der Drittligist führte seit wenigen Sekunden 5:4 gegen den Bundesligisten, die Sensation war keine 60 Sekunden entfernt. Und dann das. CFC-Torhüter Pentke war aus seinem Kasten gekommen, wollte den Ball von der rechten Strafraumkante einfach nur weit nach vorne schlagen und nochmal etwas Zeit gewinnen. Doch der Versuch misslang, stattdessen hoppelte der Ball flach durch das Mittelfeld - und landete kurz hinter der Mittellinie direkt vor den Füßen von Johannes Geis. Der 20-Jährige nahm die Kugel an, schaute kurz hoch und zog aus 55 Metern ab. Der Ball wurde länger und länger, Pentke eilte zurück zu seinem Tor, aber nach 120 Minuten fehlte ihm die Kraft für einen letzten Sprint. Verzweifelt warf sich der 29-Jährige Schlussmann noch in Richtung des Balles, doch der senkte sich knapp über ihn neben den linken Torpfosten zum 5:5. [..] Nach seinem Patzer in der 120. Minute ging es direkt ins Elfmeterschießen. Die ersten vier Schützen beider Mannschaften verwandelten sicher. Dann schnappte sich der Mainzer WM-Teilnehmer Gonzalo Jara den Ball. Der Chilene lief an, schoss halbhoch in die linke Torecke, die Pentke geahnt hatte und den Ball parierte. [..] Mainz war draußen, die Sensation perfekt und Pentke ziemlich erleichtert. "Meine Nerven haben das nicht verkraftet", sagte der Torhüter direkt nach dem Krimi bei Sky. "Ich hätte morgen meinen Pass abgegeben, wenn das Spiel schiefgegangen wäre", so Pentke. [..]

Yahoo!Sport

19-Tore-Wahnsinn: Mainz blamiert sich wieder

Gefeierter Held der Chemnitzer war Torwart Philipp Pentke, der den Elfmeter von Gonzalo Jara entschärfte und seinen Fehler vom 5:5 wieder gut machte. Den entscheidenden Schuss verwandelte Anton Fink. Die Sorgen der Mainzer vor dem Ligastart bei Aufsteiger SC Paderborn am Sonntag in einer Woche werden damit immer größer. [..] Nach Toren von Niki Zimling (25.), Shinji Okazaki (49.) und Ja-Cheol Koo (73.) wähnten sich die Mainzer bereits auf der Siegerstraße. Doch die aufopferungsvoll kämpfenden Sachsen zeigten Moral. [..] Die zwei Klassen tiefer spielenden Gastgeber mühten sich redlich und machten dem FSV das Leben so schwer wie es nur ging. [..]

Frankfurter Rundschau

Mainz scheitert in Chemnitz

[..] Das größte Spektakel zum Start der ersten Runde lieferte aber die Partie an der Chemnitzer Gellertstraße. Eine Woche nach dem peinlichen Aus in der Europa-League-Qualifikation bei Asteras Tripolis blamierten sich die Mainzer unter ihrem neuen Trainer Kasper Hjulmand schon wieder. Nach einer 2:0-Führung durch die Tore von Niki Zimling (24.) und Shinji Okazaki (49.) entglitt den Rheinhessen zunehmend die Partie. Anton Fink (50./53.) glich für die Gastgeber aus. Auch das 3:2 von Ja-Cheol Koo (73.) genügte dem FSV nicht. Nach einem Eigentor von Niko Bungert (87.) ging es in die Verlängerung. Dort brachte Markus Ziereis (103.) die Chemnitzer erstmals in Führung. Nach Bungerts 4:4 (109.) erzielte Marco Kehl-Gomez in der 119. Minute das vermeintliche Siegtor für die Sachsen, ehe Johannes Geis die Gäste mit seinem Tor von der Mittellinie zumindest ins Elfmeterschießen rettete. Dort scheiterte dann Neuzugang Gonzalo Jara an CFC-Schlussmann Phillipp Pentke, das Aus der Mainzer war besiegelt. [..]

Weser-Kurier

Torjäger Fink Chemnitzer Pokalheld

[..] Am Freitag schoss der 27-Jährige seine «Himmelblauen» mit insgesamt drei Toren beim verrückten 10:9-Sieg nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal gegen den 1. FSV Mainz 05 in die zweite Runde. «Wenn er seine Möglichkeiten voll ausschöpft, ist Toni einer, der in der dritten Liga nichts zu suchen hat», lobte ihn sein Trainer Karsten Heine. [..] In dieser Spielzeit traf der 1,71 Meter große Mittelstürmer in vier Partien dreimal und hat somit entscheidenden Anteil an der Tabellenführung. «Er ist jetzt Kapitän. Er soll und muss voranmarschieren und das macht er sehr gut», betonte Heine. Gegen Mainz dürfte er sich in die Notizzettel höherklassiger Vereine gespielt haben. «Es war bemerkenswert, was er für eine Laufleistung gebracht hat, wie er nach hinten gearbeitet und den Gegner bearbeitet hat», schwärmte Heine. [..]

Spox.com

Chemnitzer Pokalhelden außer Rand und Band

[..] Das Bier floss längst in Strömen, als die Chemnitzer Pokalhelden in der Kabine gemeinsam lauthals die Hits von Helene Fischer mitgrölten. Bis in die Morgenstunden dauerte die ausgelassene Party der Sachsen, doch selbst am Tag danach konnte wohl kaum jemand fassen, was dem Drittligisten in einem irren Elfmeterkrimi gegen den Bundesligisten FSV Mainz 05 gelungen war. "Irgendwie haben wir heute Pokalgeschichte geschrieben, das war einfach unglaublich", sagte der Chemnitzer Torhüter Philipp Pentke, der zum großen Helden avanciert. [..] "Ich hätte meinen Pass abgegeben, wenn das Ding schiefgegangen wäre. Jetzt können wir ausrasten!", sagte Pentke kurz darauf: "Alle, die im Stadion waren, werden das noch sehr, sehr lange in Erinnerung behalten." [..] "Man findet dafür kaum Worte", sagte der Chemnitzer Trainer Karsten Heine: "Es war ein riesiger Fight, eine hohe Willensleistung meiner Mannschaft - das war imponierend. [..] "Das ist kaum zu toppen. Das wird der Mannschaft hoffentlich einen zusätzlichen Schub für die Liga geben", sagte Vereinspräsident Mathias Hänel. Drittliga-Tabellenführer Chemnitz kann sich nun allerdings nicht nur über ein weiteres Pokalheimspiel freuen, der Einzug in die zweite Runde spült auch rund 270.000 Euro plus Zuschauereinnahmen in die Vereinskasse. "Als Drittligist ärgert man sich nicht darüber", sagte Hänel grinsend: "Wir haben das Geld natürlich nicht eingeplant. Da schauen wir ganz in Ruhe, was wir damit machen." [..] "Wir werden jetzt sicher mal ein, zwei Tage Pause machen, um uns von allem zu erholen", sagte Heine. Denn nicht nur die 120 Minuten auf dem Rasen hatten es schließlich in sich, auch der hochverdiente Partymarathon kostete viel Kraft: "Aber Anfang der Woche geht es ganz normal weiter."

11 Freunde

Geschichten aus der ersten Pokalrunde

[..] Der Chemnitzer FC war am Samstag Gespräch in sämtlichen Fußballspelunken der Republik. Vorausgegangen war ein Spiel, für das es leider keine adäquaten Adjektive gibt, dafür aber einen passenden Titel: »120 Minuten Hardcore, echte Gefühle«. Es war alles dabei: Eigentore, Traumtore, Glückstore, Torwartfehler, Verlängerung, Elfmeterschießen, und ein Mainzer, Johannes Geis, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit aus 55 Metern zum 5:5-Ausgleich traf. Wir wären nicht verwundert gewesen, wenn danach noch ein jonglierender Elefant das Spiel per Fallrückzieher entschieden hätte. Doch es ging ins Elfmeterschießen, wo Chemnitz mit 5:4 gewann. [..]

Spielerstimmen

Anton Fink (Freie Presse):
"Wir hätten es einfacher haben können. Aber im Elfmeterschießen haben wir unsere Fehler ausgebügelt, indem wir in allen fünf Versuchen getroffen haben. Unterm Strich sind wir verdient weiter gekommen."

Stephan Beutel, CFC-Sportdirektor (Freie Presse)
"Wer heute im Kino statt im Stadion war, hat eine Menge verpasst. Es ist unfassbar, was die Mannschaft geleistet hat, ich bin stolz auf sie."

Trainerstimmen

Kasper Hjulmand (MDR-Online):
"Meine Mannschaft hat bis zum 0:2 ein gutes Spiel geboten. Danach haben wir binnen fünf Minuten den Ausgleich kassiert und haben es versäumt eine der vielen Großchancen zur Spielentscheidung zu nutzen. Danach war es nur noch ein ganz verrücktes Pokalspiel."

Karsten Heine (MDR-Online)
"Wir haben einen Spielverlauf erlebt, wie ihn bisher wenige gesehen haben. Ich zolle meiner Mannschaft ein Riesenkompliment. Und wie sie mit Laufbereitschaft und Willen nach dem 0:2 zurückgekommen ist. Ein besonderes Lob auch an die Elfmeterschützen, wie sie nach dem Tiefschlag des Ausgleiches nervenstark an den Punkt gegangen sind. Das war heute nichts für schwache Nerven, aber ein Riesenereignis für alle Menschen, die dabei waren."

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