Spielbericht // Saison 2014/2015

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:0VfB Stuttgart II
VfB Stuttgart II
29. Spieltag - 3. Liga - Saison 2014/2015
Samstag, 14. März 2015, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 4.077
Schiedsrichter: Siewer (Drolshagen)
Chemnitzer FCTorfolgeVfB Stuttgart II
T PentkeGelbe Karte
A Scheffel
A Conrad
A Röseler
A Poggenberg
M Stenzel
M Türpitz (69. Lorenzoni)
M DannebergGelbe Karte (81. Kehl-Gomez)
M Ofosu (90. Ziereis)
S Fink
S Löning

Trainer: Heine
1:0 Ofosu (52.)

Besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rote Karte für Sama (87.)

T Uphoff
A Lang
A SamaGelbrote Karte
A Büyüksakarya
A Rausch
M Yalcin
M Sararer
M RathgebGelbe Karte (61. Kirchhoff)
M Wanitzek
S Tashchy (81. Eisele)
S Breier (61. GrüttnerGelbe Karte)

Trainer: Kramny
Spielbericht

Viele Chancen, wenig Tore

Von Erik Büttner

Der Chemnitzer FC arbeitet sich Stück für Stück an sein Saisonziel heran. Mit dem 1:0-Sieg über die U23 des VfB Stuttgart festigten die Himmelblauen ihren Platz im sicheren Mittelfeld. Nur 4.077 Zuschauer auf der Fischerwiesenbaustelle sahen ein Chancenfestival des CFC, aber auch einige Unzulänglichkeiten.

CFC-Trainer Karsten Heine musste erneut die Abwehr umbauen, da Abwehrchef Marc Endres nach Gelb-Rot in Rostock auf die Tribüne verbannt wurde. Dafür kehrte Nils Röseler zurück und stopfte das Loch. Außerdem gab Heine Reagy Ofosu eine Chance.

Hinein ins Spiel und sofort rutscht den CFC-Anhängern das Herz in die Hose. Denn nach Freistoß durch die forschen Gäste lässt Philipp Pentke den Ball durch die Hände gleiten, doch der Pfosten rettet Chemnitz vor dem frühen Rückstand. Die Hausherren benötigen einen Moment um in die Spur zu finden, melden sich dann aber mit einem schönen Schlenzer von Anton Fink in Minute 4 im Spiel an. Das ist der Auftakt zu einer Folge von Chancen, die sich der CFC in Halbzeit eins herausspielt. Türpitz, Löning (16.), Stenzel (24.), Scheffel (29.), noch mal Türpitz (44.) und Ofosu (45.) haben gute Möglichkeiten vor dem Stuttgarter Tor, verfehlen das Ziel aber knapp oder scheitern an VfB-Torwart Uphoff. Und die Gäste? Die spielen im Mittefeld gut mit, insbesondere, wenn der CFC ihnen fahrlässig den Ball serviert. Jedoch können sie gegen eine recht sichere CFC-Verteidigung kaum Gefahr entwickeln. Mit 0:0 geht es in die Kabinen-Containerburg und die Zuschauer können bestaunen, wie die Gegengerade nun komplett bestuhlt ist und für die Haupttribüne die ersten Zahnbalken gesetzt sind. Alternativ holt man sich einen Glühwein, denn der seichte Nieselregen und 5 Grad lassen einen doch noch etwas frösteln.

Doch der CFC hat sich in der Pause vorgenommen, seine Zuschauer etwas zu erwärmen und bringt noch etwas mehr Feuer mit aus der Kabine. Danneberg setzt mit einem Kopfball das Chancenfestival fort, verfehlt aber auch weiterhin das Tor (48.). So muss dann Stuttgart mithelfen, damit Chemnitz endlich trifft: Schönes Anspiel von der rechten Seite von Fink auf Danneberg, der legt den Ball im Strafraum quer, Uphoff hält den Ball nicht fest und so stolpern Stuttgarts Steffen Lang und Ofosu den Ball in den Kasten. Das Wie ist egal, Chemnitz feiert den wichtigen und hochverdienten Treffer (53.).
Auch nach dem Treffer kennt das Spiel weiterhin nur die Richtung auf das VfB-Tor. Fink (55.) und Löning (58.) geben den Takt vor, verpassen es aber den Doppelschlag zu setzen und damit Ruhe ins Spiel zu bringen. Und so bleibt es aufregend vor dem Stuttgarter Kasten. Nach Ecke bekommt Danneberg den Ball, wird am Fünfmeterraum von den Füßen geholt, der Strafstoß aber bleibt aus. Es wäre wohl auch von Schiedsrichter Thorben Siewer zu viel verlangt gewesen, das klare Foul zu sehen. Schließlich überraschte der Spielleiter beide Mannschaften wieder einmal mehr mit kreativen Entscheidungen.
Was macht eigentlich Stuttgart? Die melden sich dann doch mal vor Pentke mit einer abseitsverdächtigen Eingabe auf Grüttner wieder. Der einstige Toptorjäger verpasst aber freistehend (zum Glück) den Ausgleich. Chemnitz bringt mit haarigen Abspielen nun immer mal wieder den Gast ins Spiel und so muss Pentke gegen Sarerer viel riskieren (79.) und hat Glück, dass Siewer sein Foul außerhalb des Strafraums gesehen hat. In den letzten Minuten passiert dann nicht mehr viel. Zwar zieht Stuttgart noch mal die Zügel straf, doch ernsthaft Gefahr für den Spielstand bringt das nicht. So ist die einzig nennenswerte Szene noch, als Stuttgarts Sama Fink den Ball mit der Hand wegschnappt und dafür Gelb-Rot sieht. Es ist der dritte Feldverweis in zwei Spielen für den VfB.

Der 1:0-Sieg für den CFC ist mehr als verdient und fällt viel zu knapp aus. Chemnitz hatte eine Vielzahl an Möglichkeiten und hätte daraus einfach mehr machen müssen. Dann kann man das Spiel auch wesentlich ruhiger nach Hause fahren. Doch auch wenn die vielen Chancen gut aussahen, so dürfen sie nicht kaschieren, dass es im Spielaufbau doch etliche Male haperte und so auch Stuttgart immer wieder ins Spiel gebracht wurde. Doch egal, unter dem Strich stehen die drei wichtigen Punkte, die Chemnitz neun Spiele vor Saisonultimo in immer sicheres Fahrwasser bringen.

Wertung: 2,5 (chancenreiches Spiel, das aber auch zähe Phasen hatte)

Beste Himmelblaue: Scheffel, Fink

Trainerstimmen

Jürgen Kramny (VfB II) bei MDR-Online:
"Wir sind gleich gut in die Partie gekommen. Der erste Torschuss ging an den Pfosten. Wir wussten vom schnellen Spiel des CFC in die Spitze. Daraus ergaben sich auch drei, vier gute Chancen, die unser Torwart gut gehalten hat. In der zweiten Halbzeit wollten wir mehr in die Offensive gehen. Das gelang auch, wobei wir einige Möglichkeiten einfach schlecht ausgespielt haben. Nach dem Gegentor haben wir das Risiko erhöht. Das Foul von Pentke hätte uns fast mit einem Foulelfmeter belohnt. Am Ende war es ein verdienter Sieg des CFC durch die größere Anzahl von Torchancen."

Karsten Heine (CFC) bei MDR-Online:
"In den ersten Minuten hatten wir einige Probleme. Dann haben wir uns gefestigt. Über das gesamte Spiel hinweg hatte die Verteidigung einen starken Auftritt. Wir haben versucht, durch viele Distanzschüsse zum Erfolg zu kommen. Nach dem Tor müssen wir unsere Konter besser ausspielen und den zweiten Treffer nachlegen. Wir wollten das Spiel gewinnen, und wir haben es gewonnen."

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