Spielbericht // Saison 2020/2021

 
BSG Chemie Leipzig
BSG Chemie Leipzig2:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
13. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2020/2021
Sonntag, 01. November 2020, 13:30 Uhr
Alfred-Kunze-Sportpark, Leipzig
Zuschauer: 999
Schiedsrichter: Klemm (Gröditz)
BSG Chemie LeipzigTorfolgeChemnitzer FC
T Bellot
A Boltze
A Halili
A Karau
A Wajer
M WendschuchGelbe Karte
M Fassbender (60. F. Schmidt)
M Surek (79. Keßler)
M BuryGelbe Karte
S Mvibudulu (79. Luis)
S Kirstein (70. Petracek)

Trainer: Jagatic
1:0 Kirstein (56.)
2:0 Aigner (62./Eigentor)

T Jakubov
A Aigner (70. Ogbidi)
A Hoheneder
A Vidovic
A SchimmelGelbe Karte
M Kurt
M Milde (81. Köhler)
M Grym (60. Bickel)
S  ShalaGelbe Karte
S Breitfelder (70. Bekö)
S Freiberger (81. Dartsch)

Trainer: Berlinski
Spielbericht

Niederlage mit Ansage zum Abschied

Von Lenny

Nach der kleinen Serie von zwei 3:0-Siegen in Folge wollte der Chemnitzer FC die "englische Woche" bei der BSG Chemie Leipzig mit einem Erfolgserlebnis beenden. Am Ende stand allerdings pure Ernüchterung zu Buche. Vor 999 Zuschauern, die dank einer Sondergenehmigung im altehrwürdigen Alfred-Kunze-Sportpark zugegen sein durften, verloren die Himmelblauen verdient mit 0:2. Nach torlosem ersten Durchgang drehten die Gastgeber nach dem Seitenwechsel auf und schlugen mit einem Doppelschlag innerhalb weniger Minuten eiskalt zu. Kirstein und Mvibudulu zeichneten sich dafür verantwortlich.

Punktspielpremiere: CFC gegen BSG

Chemie Leipzig - CFC 2:0Nach der Neugründung der BSG Chemie Leipzig stehen sich beide Mannschaften zum ersten Mal in einem Punktspiel gegenüber. Zuvor traf man 2013 im Sachsenpokal-Achtelfinale aufeinander, welches die Himmelblauen gegen den damaligen Bezirksligisten 4:0 gewannen. Nun, sieben Jahren später, stehen sich der CFC und die BSG in der Regionalliga-Nordost gegenüber - und das quasi auf Augenhöhe. Während der Drittliga-Absteiger - mittlerweile immerhin auf dem achten Platz angekommen - nach wie Schwierigkeiten hat, konstante Leistungen abzurufen, spielen die Leutzscher bis dato eine tolle Serie.

Gegen den Drittplatzierten schickte CFC-Coach Berlinski die Siegermannschaft aus Bischofswerda aufs Feld, welche dort den ersten Auswärtssieg der Saison feiern konnte. Dazu kehrte Bickel nach Erkältung in den Kader zurück. Campulka, der vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) eine Sperre für drei Meisterschaftsspiele erhielt, fehlte zum zweiten Mal.

CFC macht das Spiel, aber kein Tor

Da sich grün-weißen Gastgeber, die mit nur zwölf Gegentoren in zwölf Spielen eine der besten Abwehrreihen der Liga stellen, auf die Defensive fokussierten, oblag es den Himmelblauen, die Anfangsphase zu bestimmen. Jedoch gelang es ihnen eher selten, aus den Spielanteilen Kapital zu schlagen. In der siebten Minute flog ein Milde-Freistoß vor das Chemie-Gehäuse. In der 19. Minute hatte Breitfelder, der nach Milde-Vorlage quer in der Luft lag, die Führung auf dem Fuß, allerdings konnte Halili die Situation vor der Linie klären. Nach einer halben Stunde wendete sich das Blatt und die Platzbesitzer wurden mutiger, mehr als eine Eckballserie sprang aber vorerst nicht heraus. Vor der Pause erhielten Shala und Wendschuch von Schiedsrichter Jens Klemm für Foulspiele die gelbe Karte.

Himmelblaue halten Sturmlauf nicht stand

Chemie Leipzig - CFC 2:0Das, was zu Beginn der zweiten Halbzeit passieren wird, war vorhersehbar: Die Kicker der BSG Chemie Leipzig werden bissig und offensiv aus der Kabine kommen, um den Führungstreffer zeitnah zu erzielen. Und ebenso kam es, wenngleich dafür drei Chancen notwendig waren: Zurek hämmerte erst einen Eckball direkt an den Pfosten, danach legte Milde unfreiwillig auf Fassbender auf, welcher glücklicherweise im Duell mit Jakubov nur zweiter Sieger war. In der 56. Minute zappelte schließlich der Ball im CFC-Netz. Kapitän Hoheneder verlor dilettantisch den Zweikampf gegen Kirstein, welcher Jakubov elegant umkurvte und ins leere Tor zum 1:0 traf. Der Sturmlauf ging danach weiter und mündete im schnellen 2:0 in der 62. Minute. Mvibudulu hatte dabei keine Mühe, den Ball über die Linie zu drücken.

CFC überwintert im Niemandsland der Tabelle

Das Spiel war damit entschieden. Der CFC bäumte sich in der Schlussphase minimal noch einmal auf und kam durch Kurt zu einem Lattenknaller. Am Ende blieb es aber bei der sechsten Niederlage in dieser Saison. Ebensowenig die Einwechslungen von Bickel, Bekö, Ogbidi, Dartsch und Köhler konnten daran etwas anderen.

Für den Chemnitzer FC, der nunmehr auf den neunten Rang platziert ist und damit im nach wie vor im bedeutungslosen Niemandsland der Tabelle steht, geht es nun in die Corona-Zwangspause, die zumindest den gesamten November umfassen wird. Denn ab Montag, den 02. November, setzt der Amateursport - entsprechend der behördlichen Anordnungen und Maßnahmen aufgrund der COVID-19-Pandemie - aus. Ob und wie es perspektivisch mit der Regionalliga-Nordost weitergeht, entscheidet sich in dieser Woche. Eine Konferenz zwischen dem Verband und allen Vereinen soll Klarheit darüber schaffen.

Wertung: 4,0

Bester Himmelblauer: Jakubov


Spielerstimmen

Niklas Hoheneder (CFC) bei mdr.de:
"Chemie Leipzig aus der letzten Saison und in dieser – da gibt es deutliche Unterschiede. Sie haben richtig Qualität im Sturm dazubekommen. Sie verteidigen als Mannschaft leidenschaftlich. Heute haben zwei individuelle Fehler von uns zu den Gegentoren geführt, die Chemie den Sieg gebracht haben. Im Großen und Ganzen haben wir das Spiel gemacht, haben uns aber nicht belohnt. Schöner Fußball von uns, aber nicht effektiv genug. Bis jetzt war die Saison für uns durchwachsen, ein ständiges Auf und Ab."

Florian Kirstein (BSG) bei mdr.de:
"Das Gefühl war unendlich schön, endlich ist der Knoten geplatzt. Ich habe es schon die letzten Spiele gemerkt, dass es mir jeder gegönnt hat. Wir haben einen sehr guten Lauf und hätten gern weiter gespielt. Aber die Gesundheit geht vor. Mal sehen, wie lange wir die Pause machen müssen? Meines Erachtens ist jetzt erst einmal Mannschaftstraining verboten, wir werden aber nicht untätig sein und uns fit halten."

Trainerstimmen

Daniel Berlinski (CFC) bei mdr.de:
"Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit trotz des schwer bespielbaren Platzes gut im Spiel waren. In der 20. Minute hatten wir eine hundertprozentige Torchance durch Danny Breitfelder, die von der Torlinie geholt wurde. Insgesamt haben wir die erste Hälfte ganz klar dominiert. Nach der Pause hat Chemie aus wenig viel gemacht. Ihre Mittel waren die langen Bälle über die Abwehr hinweg. Nach dem 0:2 haben meine Jungs bis zum Schluss alles versucht, zumindest den Anschlusstreffer zu erzielen. Es hat nicht sollen sein, heute haben Kleinigkeiten entschieden. Ich würde mich freuen, wenn wir dieses Jahr noch einmal spielen könnten."

Miroslav Jagatic (BSG) bei mdr.de:
"Ich bin sehr stolz auf das Team. Heute haben wir uns was vorgenommen, und das hat die Mannschaft sensationell umgesetzt. In meinen Augen ein ganz klar verdienter Sieg für uns. Nachdem der CFC zunächst die Spielkontrolle hatte, sind wir ins Angriffspressing übergegangen, womit Chemnitz überhaupt nicht klar kam. Es waren viele Emotionen dabei, wir wollten vor der Pause einfach noch einmal ein Fest feiern. Selbst wenn zehn Leutzscher Fans da sind, hat man das Gefühl, es sind hundert. Jetzt müssen wir alle vernünftig bleiben, damit wir in Zukunft das Stadion mal wieder rappelvoll bekommen können. Jetzt bekommen die Jungs Fitness-Programme mit, sie sind ja schon erprobt darin. Ich weiß, dass meine Spieler das diszipliniert durchziehen, da mache ich mir keine Sorgen."

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