Spielbericht // Saison 2004/2005

 
SC Paderborn
SC Paderborn0:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
15. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2004/2005
Samstag, 30. Oktober 2004, 14:00 Uhr
Hermann-Löns-Stadion, Paderborn
Zuschauer: 2.129
Schiedsrichter: Kleve (Nordhorn)
SC PaderbornTorfolgeChemnitzer FC
T Kruse
A Krösche
A Bollmann
A WaterinkGelbe Karte
A Becker
M da SilvaGelbe Karte (61. Krause)
M Tomoski
M DevoliGelbe Karte (78. Schachten)
M Spork
S Löbe
S Donkov (61. Lorenz)

Trainer: Dotchev
Tore Fehlanzeige

T Süssner
A Ahlf
A Mehlhorn
A Gillert
M Karl
M Fillinger (90. Baumann)
M Göhlert
M KanitzGelbe Karte
M Okeke (68. StarkGelbe Karte)
S Meyer
S LenkGelbe Karte (81. Pinto)

Trainer: Barsikow
Spielbericht

Mühsam ernährt sich das himmelblaue Eichhörnchen...

Von Frank Neubert

Am 15. Spieltag der Regionalliga Nord musste der CFC zu dem mit Aufstiegsambitionen in die Saison gegangenen SC Paderborn auf die Reise gehen. Dabei waren sowohl die angenehmen Erinnerungen an die Saison 02/03 im Gepäck, als es einen unverhofften 4:3-Sieg zu feiern gab, als auch die bösen Bilder aus der Vorsaison, als der Club eine 0:4-Klatsche kassierte und die CFC-Fans unter akuter Abstiegsangst daraufhin die Abfahrt des Mannschaftsbusses blockierten. Auch in diesem Jahr fand die Partie für den CFC unter dem bedrohlich funkelnden Abstiegsstern statt - und knapp 100 Chemnitzer Fans wurden Augenzeuge einer derzeit typischen CFC-Leistung: defensiv hui, offensiv pfui...

Die Uuuulfer feiern ihren HeldenIn der Abwehr stand Steffen Karl nach seiner fünften gelben Karte wieder zur Verfügung und organisierte zusammen mit dem seinen fünften Frühling erlebenden Mehlhorn die Defensivarbeit. Über die Woche war beim Training nochmals das taktische Verschieben der Abwehr geübt worden - mit Erfolg, wie sich die 2.129 zahlenden Zuschauer überzeugen konnten. Das die Partie dabei vor allem in der ersten Halbzeit keinen Schönheitspreis gewinnen konnte, dürfte dem leidgeprüften CFC-Volk dabei ziemlich egal gewesen sein. In erster Linie zählte es, die gefährlichen Stürmer der Gastgeber, Löbe und Donkov, auszuschalten. Und dies gelang auch - lediglich Löbe tauchte kurz auf, als er per Kopf nach einem Freistoß (34.min) Süßner prüfte. Die beste Chance des SCP war da allerdings schon vorbei, denn nach einer Viertelstunde war es Spork, der sich links durchsetzte und mit einem Pass Devilo bedienen wollte, welcher aber zum Glück zu spät am langen Pfosten aufkreuzte. So gut der CFC defensiv auch stand, so schlecht agierte man nach vorn. Außer einem Kopfball (35.min) und einem Schüsschen (45.min) von Fillinger konnte im himmelblauen Lager nichts Zählbares verzeichnet werden. Nach beiderseits dürftigen 45 Minuten ging es mit 0:0 in die Kabine.

Die zweite Halbzeit erinnerte aus Sicht des CFC ein bisschen an die Partie am Millerntor, als der Club den Gegner zunächst erneut anrennen ließ, um dann überfallartig mit 2-3 Spielzügen vor dem gegnerischen Kasten aufzukreuzen. Eine böse Schrecksekunde gab es in der 56. Minute, als ein Kopfball von Löbe plötzlich im Netz von Süßner zappelte. Die ausgebliebene Reaktion des CFC-Keepers erklärte aber ein sofortiger Blick zum Linienrichter, welcher mit seiner Fahne eine Abseitsstellung signalisierte. Glück gehabt, CFC. Ein paar merkwürdige Blicke gab es dann ebenfalls im Gästeblock, als während der zweiten Halbzeit zweifach violetter (!) Rauch unter den himmelblauen Glaubensbrüdern aufstieg.

Der Punktgewinn wird am Zaun gefeiertZwischen der 65. und 76. Minute glänzte der CFC quasi aus dem Nichts mit ansehnlichen Konterfußball, und jetzt waren es die Gäste, die sich beim Auslassen bester Chancen die Haare rauften: Erst schraubte sich der kleine Kanitz nach einer Flanke von Fillinger in die Luft, dann versuchte sich Lenk per Heber, und schlußendlich scheiterten Meyer und Lenk nach einem Hinterhaltschuß von Stark im Nachschuß an Keeper Kruse. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätten sich die Einheimischen nicht beschweren dürfen, wenn der CFC in Führung gegangen wäre. Die letzten Minuten gehörten wiederum dem SCP, welcher aber nur weiterhin seine Einfallslosigkeit gegen den Chemnitzer Beton offenbarte. Kurz vor Schluß noch einmal helle Aufregung im Gästeblock, als Kanitz nach vorn stürmte, der Linienrichter "Weiterspielen" anzeigte, und Schieri Kleve trotzdem auf Abseits entschied. Was war geschehen? Fillinger, der zuvor im passiven Abseits stand, hatte, anstatt Kanitz allein laufen zu lassen, sich ebenfalls in Richtung Ball bewegt und somit den Pfiff ausgelöst. Schade, denn Kanitz hätte somit freie Bahn zum Tor gehabt. So blieb es letztlich bei der gerechten Punkteteilung in Ostwestfalen, welche dem CFC den fünften Auswärtsspunkt der Saison 04/05 einbrachte.

Fazit: Der CFC bestätigte in dieser Partie sowohl seinen Aufwärtstrend als auch die altbekannten Schwächen. Die Abwehr steht kompakt und lässt dem Gegner nur wenig Raum. Die Bilanz von lediglich 16 Gegentreffern ist ein Spitzenwert der Liga und spricht für die taktisch geschickt aufgestellte Defensive. Im Gegensatz dazu sind die nur 6 erzielten Tore eine mittlere Katastrophe. Ideengeber Okeke konnte in Paderborn nicht an seine gute Partie vom letzten Heimspiel anknüpfen. Egal wie, aber im nächsten Heimspiel gegen die Bielefelder Amateure müssen wieder Tore fallen ! Bereits mit einer Differenz von 2:0 würde man mit diesem Gegner die Tabellenplätze tauschen. Auf gehts, ihr Himmelblauen - veredelt den einen Punkt aus der Ferne im heimischen Ground !!


Wertung: 3,5

Beste Himmelblaue: Süssner, Kanitz

Pressestimmen

Freie Presse Chemnitz
Gutes Gelingen im grauen Ostwestfalen [..] Das Spiel war ein 0:0 der grausamen Art. Die Gäste - nach vorne ohne Durchschlagskraft - hielten Paderborns Angreifer mit konsequenter Manndeckung weit genug von Steffen Süßners Tor und ließen gegnerische Chancen kaum zu. [..] Doch der Coach erkannte auch: "Nach vorne haben wir nur halbe Chancen heraus gespielt."

Neue Westfälische
Neuer Notfall nach Nullnummer [..] Über die "destruktive" und "betont defensive" Spielweise bestens informiert, sollte der Gäste-Riegel mit "viel Druck über die Außenpositionen" geknackt werden. Vielen Worten der Trainer-Theorie folgten indes kaum praxistaugliche Momente der Paderborner Aktivitas, die ihrer vermeintlichen Topfavoritenrolle zu keinem Zeitpunkt gerecht werden sollte. [..] "Die (CFC, d. Red.) haben wirklich sehr kompakt gestanden, aber wenn wir das Spiel mal schnell gemacht haben, dann ging‘s doch irgendwie", zielte der Ex-Osnabrücker (Spork, d. Red) auf die wenigen guten Ansätze der allgemein verunsicherten Platzherren.

Neue Westfälische
Kollektives Kopfschütteln [..] Hatte SCP-Trainer Pavel Dotchev nach dem vorausgegangen Teilerfolg zuletzt den Start einer neuerlichen Siegesserie von seiner Mannschaft gefordert, ließ sich der Zweitliga-Aufstiegsaspirant dann doch von der betont defensiven Grundhaltung des als Tabellen-16. angereisten Sachsen-Ensembles zermürben.

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