Spielbericht // Saison 2004/2005

 
FC O'lausitz Neugersdorf
FC O'lausitz Neugersdorf0:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Viertelfinale - Sachsenpokal - Saison 2004/2005
+++ Nachholespiel +++
Mittwoch, 30. März 2005, 17:00 Uhr
ESAG-Oberlausitz-Arena, Neugersdorf
Zuschauer: 540
Schiedsrichter: Heinrich (Torgau)
FC O'lausitz NeugersdorfTorfolgeChemnitzer FC
T Barta
A Michael
A Dörner
A Winkler
A Krocian
M Hubeny
M Janacek
M Uhlig
M Thomas
S Havel
S Kubis (75. Kästner)

Trainer: Berndt
0:1 Devoli (86.)
0:2 Schmidt (90.)

T Süssner
A Stark
A Göhlert
A Gillert
A Kanitz
M MeyerGelbe Karte
M Okeke (68. Schindler)
M Devoli
M Fillinger
S Pinto (68. Schmidt)
S Lenk

Trainer: Demuth
Spielbericht

Von Erik Büttner

Der Chemnitzer FC träumt weiter vom 3. Sachsenpokalsieg nach 1997 und 1998. Beim FC Oberlausitz Neugersdorf siegten die Himmelblauen durch späte Tore mit 2:0 und treffen nun im Halbfinale auf den VfB Auerbach.

Sachsenpokal rulez - Verpflegung aus der Gartenlaube Bei Sonnenschein, aber eisigem Wind fanden sich zu fortgeschrittener Nachmittagsstunde in der ESAG-Arena zu Neugersdorf 540 Zuschauern ein, davon etwa die Hälfte aus Chemnitz. Mit dieser hohen Anzahl Gästeanhänger hatte wohl auch der FCO nicht gerechnet. Denn eine Viertelstunde vor Anpfiff war das Wechselgeld alle. Es gab keine Erwachsenentickets mehr, worauf hin 2 Kinderkarten verteilt wurden. Und nach der Halbzeit musste der hungrige CFC-Fan mangels käuflicher Ware auf feste Nahrung verzichten.

Verzichten musste auch CFC-Trainer Dietmar Demuth und zwar auf den gesperrten Markus Ahlf sowie Ulf Mehlhorn, der von seinem Arbeitgeber nicht frei bekam. So standen in der Viererkette Stark, Göhlert, Gillert sowie Kanitz und das nicht immer sicher.
Die Anfangsminuten gehörten trotzdem den Chemnitzern. Kanitz (1.) und Devoli (7.) brachten das Oberlausitzabwehr recht schnell ins schwitzen. Nach einer Viertelstunde war es aber mit der himmelblauen Herrlichkeit vorbei. Der FC Oberlausitz hatte in sein Spiel gefunden und das sah folgendermaßen aus: CFC kommen lassen, warten bis der Ball vertendelt wird, langer Ball auf Kubis, Kubis rennt auf Süssner zu. Gut 15 Minuten brauchten die CFC-Kicker, um die Neugersdorfer Offensive einigermaßen in Griff zu bekommen. Dennoch hatten Havel (29.) und Kubis (44.) noch beste Chancen. Auch der CFC hätte mit dem Pausenpfiff noch in Führung gehen können. Doch Fillinger traf den schwer zu nehmenden Ball 5m vor dem FCO-Tor nicht richtig.
Und so endete eine 1. Halbzeit 0:0, in der der CFC versuchte den unterklassigen Gegner kaputt zu spielen, aber an seinen eignen Ungenauigkeiten scheiterte. Und in der der FC Oberlausitz den Erfolg durch Konter suchte, aber beim Abschluss versagte.

Cheftrainer Demuth bekam oefters einen dicken Hals War die erste Halbzeit wenigstens noch etwas abwechslungsreich, so dümpelte das Spiel jetzt mehr und mehr dahin. Beide Mannschaften kamen kaum noch an des Gegners Abwehr vorbei. Die Torhüter blieben weitgehend beschäftigungslos.
Jedoch stockte den frierenden CFC-Anhängern nach knapp einer Stunde Spielzeit plötzlich der Atem: Die Neugersdorfer Offensive rannte in Überzahl auf Steffen Süssner und das sichere 1:0 zu. Doch dann spielten sie zu ungenau ab und der Angriff verpuffte zum Glück für Chemnitz. Meyer auf der Gegenseite zwang FCO-Schlussmann Barta 5 Minuten später zur Parade. Das blieben bis kurz vor Schluss die Höhepunkte der 2. Halbzeit, sieht man mal von den Auswechslungen von Okeke und Pinto gegen Schindler und den 17-jähigen Kenny Schmidt sowie Kubis gegen Kästner (FCO) ab.

Alle im Stadion stellten sich langsam auf eine Verlängerung im immer eisigerem Wind ein. Nur Meyer wehrte sich noch mit einem Elfmeterraushohlversuch, der ihm die einzigste gelbe Karte des Spiels bescherte.
4 Minuten vor Ultimo befand sich Chemnitz im Angriff und Göhlert versuchte sich an einem Seitfallzieher, der jedoch an des Gegners Schienbein endete. Dafür gab es aus aussichtsreicher Position Freistoß und der Gästeblock betete „Macht ihn nur rein!“. Devoli erhörte und zirkelte den Ball über die Mauer ins linke Toreck. Der CFC-Block jubelte und schaltete umgehend auch auf das gewohnte Zittern bis zum Schlusspfiff um. Der einzig unglückliche Himmelblaue war Olivio Calicchio, der schon bereit zur Einwechslung stand, nach dem Tor aber ohne Einsatz blieb.

Der Club mit nur ganz wenig guten Aktionen Die letzte Minute des Sachsenpokalviertelfinales brachte dem Chemnitzer FC noch eine Ecke. Die Flanke segelte mustergültig in den Strafraum. Kenny Schmidt schraubte sich in die zugige Neugersdorfer Luft und nickte den Ball schulbuchmäßig in die Maschen. Schiri Heinrich beendete damit auch die Begegnung und die Chemnitzer Anhängerschar fuhr doch noch glücklich der untergehenden Abendsonne entgegen.

Der Chemnitzer FC besiegte den FC Oberlausitz glücklich aber nicht unverdient. Ausschlaggebend war die bessere Kondition der Chemnitzer, die wie die Lausitzer derzeit im spielerischen Dauerstress stehen. Deutlich zu spüren war die Abwesenheit von Markus Ahlf und Ulf Mehlhorn. So fehlte der Mannschaft die nötige Sicherheit, die sie sonst aus einer stabilen Abwehr zieht. Großes Manko war auch die Ungenauigkeit beim letzten Pass. Kanitz, Stark, Fillinger und Devoli zeigten sich zwar stets engagiert, sie blieben jedoch zu oft wirkungslos.
Doch Schwamm drüber, der CFC steht im Halbfinale und nur das zählt.

Wertung: 4 (Mäßiges Spiel zweier engagierter, aber in ihren Mitteln beschränkter Mannschaften)

Beste Himmelblaue: Süssner, Devoli, Schmidt

Pressestimmen

Chemnitzer Morgenpost
Ganz später Chemnitz-Sieg! Kubis und Kocian hatten Sensation vor den Füßen

Sächsische Zeitung
Chemnitzer FC lässt sich nicht überraschen [..] Fußball-Regionalligist Chemnitzer FC erreichte gestern erwartungsgemäß das Halbfinale um den Sachsenpokal. Allerdings hing der 2:0 (0:0)-Sieg beim Oberligisten FC Oberlausitz am seidenen Faden.

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