Spielbericht // Saison 2004/2005

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:0Holstein Kiel
Holstein Kiel
28. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2004/2005
Samstag, 26. März 2005, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 3.010
Schiedsrichter: Hagen (Oer-Erkenschwick)
Chemnitzer FCTorfolgeHolstein Kiel
T  Klömich
A Meyer
A Ahlf
A Gillert
A Kanitz
M Mehlhorn
M Fillinger
M Göhlert (66. Schindler)
M Okeke
S Pinto (89. Schmidt)
S LenkGelbe Karte

Trainer: Demuth
1:0 Lenk (70.)

T Henzler
A Spasskov
A Sandmann
A Boy (38. Kühne)
A Molata
M Tornieporth
M BreitenreiterGelbe Karte (75. Hauptmann)
M Hansen
M Rohwer
S  Dobry
S Guemari (83. Tutas)

Trainer: Neubarth
Spielbericht

Aller guten Dinge sind drei...

Von Pierre Schönfeld

Der Chemnitzer FC ist wieder dick im Geschäft um den Verbleib in der dritten Liga. Gegen Holstein Kiel gelang den Himmeblauen ein knapper aber verdienter 1:0 Erfolg. Mann des Tages war Stürmer Robin Lenk, der mit seinem Treffer in der 71. Minute den Club die wichtigen drei Punkte sicherte.

CFC-Coach Dietmar Demuth mußte vor dem wichtigen Spiel gegen den Tabellenachten aufgrund der Sperren von René Stark und Semir Devoli umstellen. Dafür durften erstmalig unter dem neuen Trainer Daniel Göhlert und Robin Lenk von Beginn an auflaufen. Offiziell 3.010 Zuschauer auf der Fischerwiese erwarteten bei angenehmen Temperaturen gespannt darauf, wie die Himmelblauen ihre erste Niederlage unter Demuth am Mittwoch in Wuppertal verkraftet hatten. Sie sahen einen engagierten aber auch merklich nervösen CFC. Insbesondere die Viererkette mit Gillert und Ahlf in der Zentrale offenbarte einige Unsicherheiten. Nach vorn waren die Himmelblauen bemüht, Druck aufzubauen was aber gegen die routinierte Holstein-Abwehr nur im Ansatz gelang. Fabio Pinto, der im Angriff unermüdlich rackerte, hatte die erste Chance für den Club. Eine Hereingabe von Fillinger erreichte den Brasilianer im Strafraum, allerdings konnte er den aufspringenden Ball nicht gleich kontrollieren, so dass Kiel klären konnte (5.). 18 Minuten waren gespielt, da trat Robin Lenk das erste Mal in Aktion. Meyer hatte auf der rechten Seite eingeworfen, Pinto mit dem Kopf abgelegt und das CFC-Eigengewächs aus gut 10 Metern abgezogen. Doch das Leder klatschte nur an den linken Innenpfosten und sprang wieder heraus - kein Tor! Nur vier Minuten später war es Pinto, der die Himmelblauen in Front hätte schießen können. Wieder kam die Vorarbeit von Meyer, der den Brasilianer im Strafraum bediente. Pinto hielt den Schlappen hin, traf aber den Ball nicht richtig, so dass das Leder nur wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbeihoppelte. Von Kiel war bis dato im Angriff nicht viel zu sehen, was sich aber im weiteren Spielverlauf ändern sollte. Immer dann, wenn die Norddeutschen die himmelblaue Viererkette ausspielen konnten, wurde es richtig gefährlich. So tauchte Guemari, französischer Stürmer in Diensten der Norddeutschen, urplötzlich allein vor Klömich auf, umspielte diesen und zog ab. Doch zum Glück traf er nur das Außennetz (26.). Den nächste Aufreger gab es fünf Minuten später, als die Störche einen schnellen Konter spielten. Doch Klömich hatte aufgepaßt, war aus dem Strafraum geeilt und konnte vor Tornieporth klären. Vor der Pause zogen die Himmelblauen das Tempo nochmal an und drängten die Norddeutschen in die eigene Hälfte. Auffällig, wie über das gesamte Spiel, die beiden Außen Meyer und Kanitz, die das Spiel immer wieder nach vorne trieben. Doch die Kieler verteidigten mit Geschick und erwiesen sich insbesondere in der Luft überlegen, so dass die hohen Bälle in den Strafraum keine Gefahr darstellten. Somit ging es torlos in die Kabine.

Mit neuem Schwung kamen die Himmelblauen aus der Pause. Gerade mal eine Minute war in Halbzeit 2 gespielt, als Pinto Lenk auf der linken Seite mustergültig bediente. Doch vor dem Tor versagten dem Youngster die Nerven. Allein vor Störche-Keeper Henzler hob er das Leder über das Tor. In der zweiten Halbzeit war jetzt wesentlich mehr Pfeffer drin als in der ersten. Chancen ergaben sich auf beiden Seiten. So versuchte es Fillinger mit einem satten Schuß aus 20 Metern, der nur knapp über das Gehäuse ging (53.). Auf der Gegenseite hatte der kreuzgefährliche Tornieporth die Chance seine Störche in Führung zu bringen. Von Breitenreiter freigespielt, schob er den Ball aber zum Glück neben das Tor von Klömich (57.). Dann - nach einer reichlichen Stunde - kam Schindler für den unauffällig gebliebenen Göhlert ins Spiel und führte sich gleich gut ein. Einen weiten Einwurf von Meyer legte Schindler mit der Brust auf Mehlo ab, der aus 20 Metern auf den Störche-Kasten hämmerte. Nur knapp strich der Schuß des CFC-Oldies am rechten Triangel vorbei (66.). Dann wieder die Kieler mit ihrer vielleicht dicksten Gelegenheit. Mit einem einfach Spielzug wurde die Chemnitzer Viererkette ausgehebelt und Guemari stürmte allein auf Klömich zu. Doch zum Glück für den CFC fehlte dem Franzosen die notwendige Abgebrühtheit. Der ließ zwar Klömich aussteigen, doch seinen anschließenden Schuß konnte Meyer zwei Meter vor dem Kasten per Kopf klären (69.). Glück gehabt! Diese Chance für die Norddeutschen war so etwas wie ein Wecksignal sowohl für die himmeblauen Aktivisten auf dem Rasen als auch auf den Rängen. Und nur zwei Minuten später war es endlich soweit. Ecke von Okeke in den Strafraum, wildes Gestocher der Kieler Abwehr die den Ball einfach nicht aus der Gefahrenzone bekam, die Kugel rollte zu Lenk, der aus Nahdistanz keine Mühe hatte den Ball im Tor unterzubringen. Die dritte gute Möglichkeit von Lenk an diesem Tag und endlich war die Kugel drin. Mit seinem dritten Saisontor bescherte er sich selbst ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk. Die restliche Spielzeit bestand vornehmlich aus dem Anrennen der Kieler, die unbedingt einen Punkt auf ihre lange Heimreise mitnehmen wollten. Doch so richtig gefährlich wurden sie nur noch einmal: in der 88. Minute kam Tornieporth aus Nahdistanz zum Schuß, scheiterte jedoch am glänzend aufgelegten Klömich. Den Schlußpunkt der Partie setzte wiederum der CFC durch den eingewechselten Kenny Schmidt, der in der Schlußminute einen Eckball aufs Kieler Tor köpfte. Doch Henzler war auf dem Posten. So blieb es beim knappen, wenn man die Chancen betrachtet auch etwas glücklichen, aber letztlich verdienten 1:0-Erfolg für den CFC. Denn über die gesamte Spielzeit gesehen waren die Himmelblauen die aktivere Mannschaft.

Fazit: Dass der CFC an diesem Samstag, wenn auch nur für einen Tag, in der Tabelle die berühmte Linie, welche die kommenden Regional- von den Oberligisten unterscheidet, nach oben überschritt sollte Mut und Hoffnung für die kommenden Wochen machen. Das Unternehmen Klassenerhalt ist keine Fiktion mehr, wie noch im Hinspiel in Kiel als der Abstieg unvermeidbar schien. Und auch wenn ein Loblied auf den neuen Trainer zu früh kommen würde, so kann man doch nach den ersten vier Spielen unter Demuth festhalten daß sich etwas zum Positiven in der Mannschaft verändert hat und eine Handschrift des Trainers deutlich spürbar ist. Neuer Mut - (auch) dank Demuth - auf geht's CFC!

Wertung: 3

Beste Himmelblaue: Pinto, Kanitz, Klömich

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