Spielbericht // Saison 2004/2005

 
VfB Auerbach
VfB Auerbach0:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Halbfinale - Sachsenpokal - Saison 2004/2005
Mittwoch, 20. April 2005, 18:30 Uhr
Stadion Ziegeleiweg, Auerbach
Zuschauer: 1.292
Schiedsrichter: Schinköthe (Dresden)
VfB AuerbachTorfolgeChemnitzer FC
T Fröhlich
A Kramer
A Schmidt
A Chudzik
M Göschel
M Troche
M WielandGelbe Karte (87. Ritscher)
M Gerloff
M Stabenow
S Pfoh (77. Ziesche)
S Korb (63. Dietrich)

Trainer: Kramer
0:1 Schindler (1.)
0:2 Schindler (59.)

T Süssner
A Stark
A Göhlert
A Becker
A Kanitz (81. Kutzner)
M Mehlhorn
M Schindler
M Okeke
M Devoli
S Schmidt (75. Arzt)
S FillingerGelbe Karte

Trainer: Demuth
Spielbericht

Mit Blitztor ins Finale geschossen

Von Erik Büttner

In Chemnitz darf mehr denn je vom DFB-Pokal geträumt werden. Mit dem Finaleinzug gegen den VfB Auerbach wuchsen die Hoffnungen auf den Landespokalsieg und der damit verbunden Qualifikation für den DFB-Pokal.

Debütant Tobais Becker machte seine Sache gutCFC-Trainer Dietmar Demuth hatte seine Mannschaft gut durchgemischt. Im Tor stand Steffen Süssner, in der Abwehr gab Tobias Becker sein Pflichtspieldebüt in der Regionalligaelf. Im Mittelfeld durfte Falk Schindler wieder einmal von Beginn an ran. Im Sturm sollte Schmidt für Wirbel sorgen.

Und genau das macht er umgehend hervorragend. Der erste Angriff des CFC wurde durch ein Auerbacher Bein unfair unterbrochen. Die resultierende Freistoßflanke von Mario Fillinger segelt von links außen am Tor vorbei nach rechts. Dort köpfte Kenny Schmidt zurück nach links. Falk Schindler stand am linken Torpfosten ganz allein und schob ein. Es waren genau 18 Sekunden gespielt.
Dieses Blitztor gab dem CFC die Sicherheit, die er dringend brauchte. Auerbach war natürlich jetzt am Zug und versuchte sein bestes. Doch das reichte gegen eine recht sicher agierende Chemnitzer Defensive nicht aus. Erst nach 25 Minuten musste Süssner einen gefährlichen Schuss aus den VfB-Reihen parieren. Die Himmelblauen ihrerseits ließen es ruhig angehen. Auerbach wurde gelockt und schnell abgefangen. Doch die Gegenstöße wurden meist etwas unkonzentriert und lasch ausgespielt. So landete der letzte Pass fast immer in den Abwehrreihen des Oberligisten. Einzig Fillingers 20-Meter-Schuss nach einer halben Stunde versprühte Gefahr fürs VfB-Tor. Gegen Ende der 1. Halbzeit wurde es dann noch etwas ruppig auf dem Grün - drei gelbe Karten waren das Ergebnis.

Rund 500 CFC-Fans draengten sich in den engen GaesteblockDie Halbzeitpause wurde dann von den anwesenden Zuschauern zu einem kleinem stimmgewaltigen Wettbewerb genutzt. Unter den 1292 Besuchern fanden sich auch zahlreiche lila-weiße Genossen, die dann aber gegen rund 500 gut geölte, himmelblaue Kehlen keine Chance hatten.

Mit der untergehenden Abendsonne erleuchteten die geballten 174 Lux der Auerbacher Flutlichtanlage den Platz. Damit wurde auch das Spiel interessanter. Die Gastgeber klappten jetzt das Visir hoch und Süssner musste sein Können im 1:1 gegen den enteilten Carsten Pfoh beweisen (50.). Auf der Gegenseite konnte Uwe Kramer dem ebenfalls durchgestarteten Semir Devoli gerade noch den Ball vom Fuß nehmen (53.).
In der 59. Minute dann aber ging Auerbachs Offensivdrang schief. Kanitz hatte sich auf links wieder einmal durchgetankt und nach innen geflankt. Dort wartete Schindler und drückte einen Kopfball aufs Tor. Den konnte Daniel Fröhlich im VfB-Gehäuse aber auch nur im Fallen halten. Schindler schleppte sich in den 5-Meter-Raum Tor und spitzelte das Leder mit dem Zehennagel in die Maschen. Der Jubel beim CFC-Anhang war groß und die Erleichterung ebenso.
Hochbetrieb im VfB-StrafraumDie 5 Minuten nach dem 2:0 gehörten ganz dem CFC ehe Auerbach zum Schlussspurt ansetzte. Doch alles Anrennen der Schwarz-Gelben brachte nicht mehr als einen Schuss von Korb, den Süssner locker herunterpflückte (65.). Dagegen hätte der CFC mit zahlreichen Kontern die Hausherren in Grund und Boden stampfen können. Fillinger (70., 90.) und Arzt hatte die besten Möglichkeiten zum 3-4-5:0, vergaben sie aber teils kläglich. Dem Selbstvertrauen des CFC hätten weitere Tore sicher gut getan. So blieb es "nur" beim 2:0.

Insgesamt gewinnt der Chemnitzer FC dieses Spiel mehr als verdient. Begünstigt durch das frühe Tor war der CFC jederzeit Herr der Lage. Auerbach brachte die himmelblaue Abwehr nur sporadisch ins Wanken. Den Himmelblauen reichte eine mittelprächtige Leistung aus. Mit mehr Engagement und Konsequenz wäre ein deutlicherer Sieg gut möglich gewesen. Doch warum soll man sich angesichts schwerer und wichtiger kommender Regionalligaspiele ein Bein ausreisen , wenn es auch mit weniger Kraft geht. Von daher kann man gut mit einem nicht so schön anzuschauenden, aber effektiven Spiel des CFC leben. In den Regionalligaspielen muss aber dringend eine Schippe draufgelegt werden.

Wertung: 3,5 (Interessantes Spiel, in dem der CFC aber nur das nötigste tat)

Beste Himmelblaue: Kanitz, Schindler

Pressestimmen

Freie Presse
Chemnitzer FC aus der Not eine Jugend [..] Im Vogtland bekleckerten sich die Schützlinge von Dietmar Demuth nicht gerade mit Ruhm, ließen sich in einer schwierigen Situation aber nicht die Butter vom Brot nehmen. [..] Der Club dominierte zwar über weite Strecken das Geschehen, wirkte aber vor allem im Angriff ohne Durchschlagskraft und vergab in der Schlussphase sogar 100-prozentige Chancen kläglich.

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