Spielbericht // Saison 2006/2007

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:2VfB Auerbach
VfB Auerbach
18. Spieltag - Oberliga Nordost-Süd - Saison 2006/2007
Samstag, 03. März 2007, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.680
Schiedsrichter: Hammer (Ranis)
Chemnitzer FCTorfolgeVfB Auerbach
T Klömich
A TroschkeGelbe Karte (60. Schlosser)
A Thönelt
A Kunert
A Baumann
M Tomoski (90. Wölfel)
M Adamu
M Bachmann (83. Schimmel)
M Sambou
S SinabaGelbe Karte
S De Napoli

Trainer: Müller
1:0 De Napoli (56.)
2:0 Sinaba (63.)
2:1 Pannach (64.)
2:2 Pfoh (66.)

T Fröhlich
A Vogel
A Kramer
A Gerber
M Wächtler (38. Wieland)
M Petrukhin
M Weigl
M Pannach
S Wemme
S Pfoh (87. Boroczinski)
S Schuch (73. BleyRote Karte)

Trainer: Dünger
Spielbericht

Klimawandel auch in Chemnitz

Von Erik Büttner

Nicht nur das Weltklima kippt, auch das Stimmungsklima beim Chemnitzer FC scheint sich dramatisch zu wandeln. Die noch vor wenigen Wochen nach dem Trainingslager herrschende Euphorie hat sich abgekühlt. Statt dessen zeichneten Pfiffe nach dem 2:2 gegen den VfB Auerbach und bereits zur der Halbzeitpause (0:0) ein deutliches Bild der Emotionslage auf der Fischerwiese. Kein Wunder, denn das Remis gegen den abstiegsbedrohten VfB Auerbach brachte zwar einen Punkt, wirkte aber in Chemnitz wie eine Niederlage. Denn damit schmelzen auch die Aufstiegsträume des CFC wie die Gletscher dieser Welt ab.

Die Fans in Erwartung des ersten Heimspiels der RückrundeBeim CFC fehlten mit Tobias Becker, Stefan Schumann, Steffen Kellig (alle verletzt) und David Sieber (gelbgesperrt) 4 Stammkräfte, die durch Yakubu Adamu, Felix Bachmann, Danny Troschke und Neuzugang Patrick De Napoli ersetzt wurden. Doch auch das Fehlen der 4 erklärte nur bedingt, was der CFC an diesem Nachmittag ablieferte. Mit dem Anpfiff übernahm der VfB Auerbach die Initiative und lies den großen Worten unter der Woche Taten folgen. Nach nicht mal einer Minute hätte Carsten Pfoh seine Vogtländer nach einem Freistoß in Führung bringen können; er köpfte aber daneben. Erst nach etwa einer Viertelstunde bekam Chemnitz den forsch aufspielenden Gast in Griff. Auerbach zog sich mehr und mehr in die Abwehr zurück und überließ den Himmelblauen das Spiel. Und auch wenn der VfB nun sehr massiv in der Abwehr stand ergaben sich genügend Tormöglichkeiten für den CFC, um deutlich in Führung zu gehen. Die erste hatte der engagierte De Napoli mit einem Drehschuss (8.). Dann köpften Adamu (19.) und Mike Baumann (20.) jeweils nach Freistößen von Boris Tomoski am Tor vorbei. Schließlich schossen De Napoli (29.), Tomoski (30.) und Troschke (34.) VfB-Torwart Fröhlich warm. Den Schlusspunkt unter die erste Halbzeit setzte jedoch mit Pfoh ein Gästespieler, der Sebastian Klömich mit einem Distanzschuss prüfte (44.).

Nach der Pause zeigte sich zunächst ein ähnliches Bild, wie in der ersten Halbzeit. Auerbach kam mit Schwung aus der Kabine und machte den CFC das Leben erneut schwer. Genauer gesagt machte es sich aber Chemnitz selbst schwer, denn die Himmelblauen ließen den VfB viel zu sehr spielen und agierten selbst teilweise sehr unkonzentriert und nicht mit dem nötigen Ernst. Dennoch bekam auch diesmal der Hausherr das Geschehen in den Griff und ging mit Glück, aber nach der Vielzahl der Chancen in der 1. Halbzeit auch verdient in Führung. Eine Flanke von Kunert traf De Napoli am Elfmeterpunkt zwar nicht richtig, aber da VfB-Torwart Fröhlich den Kullerball nicht fest hielt, trudelte das Leder ins Tor. Das Chemnitzer Publikum, dass nach dem 0:0 zur Pause schon vereinzelt Pfiffe in das Rund geschickt hatte, war versöhnt.
CFC-Trainer Joachim Müller wechselte nun Schlosser für Troschke ein und das zeigte auch schnell Erfolg. Denn Auerbach konnte nach dem Rückstand natürlich seine Defensivhaltung nicht beibehalten und bot Chemnitz nun Platz zum Kontern. Den nutzte Schlosser, angespielt von Adamu auch prompt um allein Richtung Tor zu marschieren und dann lehrbuchmäßig quer auf Bakary Sinaba zu legen. Der stolperte zwar fast wieder über den Ball brachte ihn aber dennoch am wieder nicht gut aussehenden Fröhlich vorbei ins VfB-Gehäuse. 2:0 – damit war eigentlich alles klar - die einzige Frage nun nur noch, wie hoch fällt der Sieg aus?
Doch es kam ganz anders: Denn der Tausch des Außenverteidigers Troschke gegen den Stürmer Schlosser brachte zwar ein Tor, aber auch viel Chaos in die CFC-Defensive. Und das, gepaart mit individuellen Unzulänglichkeiten war eine fatale Mixtur, die Auerbach gnadenlos zu nutzen wusste. Nicht einmal eine Minute nach dem 2:0 spielte Baumann 10 Meter vor dem Tor einen hohen Ball lässig mit der Hacke und gab damit eine mustergültige Vorlage für Auerbachs Thomas Pannach, der den Ball am chancenlosen Klömich vorbei ins Tor stocherte. Und nur weitere knapp 120 Sekunden später hebelte der VfB mit einem einfachen Diagonalpass auf Pfoh die gesamte himmelblaue Abwehr aus. Pfoh umkurvte schließlich noch Klömich und schoss dann locker zum 2:2 ein. Das Publikum war natürlich ganz und gar nicht amüsiert und legte eine interessante Mischung aus Anfeuerung und Verärgerung an den Tag.
Hoffnung keimte noch einmal, als in der 77. Minute der 4 Minuten vorher eingewechselte René Bley den in Richtung Tor eilenden De Napoli kurz vor der Strafraumgrenze von den Beinen holte. Schiedsrichter René Hammer zögerte nicht und zog glatt Rot. Eine Entscheidung, an der kaum gerüttelt werden kann, auch wenn das die Vogtländer natürlich anders sahen und noch sehen. Und auch wenn Sinaba den Ball provokant auf den Elfmeterpunkt legte, es gab nur einen Freistoß, für dessen verfrühte Ausführung Schlosser gelb kassierte und den De Napoli schließlich in die Mauer hämmerte.
Die letzten Minuten in Überzahl waren dann pures spielerisches Chaos. Chemnitz agierte wenig planvoll und brachte deshalb auch keine großen Torchancen mehr zu Stande. In der Verteidigung war jegliche Ordnung verloren gegangen, so dass in einigen Szenen Chemnitz sogar um den einen Punkt bangen musste. Wer weiß, ob ein paar Sekunden mehr dem CFC noch den Sieg gebracht hätten, aber Müllers Einwechslung von Wölfel für Tomoski in der 2. von 3 Minuten Nachspielzeit kam jedenfalls auf den Rängen denkbar schlecht an. Aber das war dann auch nur der i-Punkt in einem Spiel, in dem beim CFC so manches nicht passt.

Enttäuschend: Zweimal die '2' auf der Anzeigetafel.Zwei Spiele hat der CFC nach der Winterpause bestritten und 2 Punkte geholt. Das ist mit Blick auf das Ziel (Aufstieg) einfach zuwenig. Besonders schmerzt natürlich dieses Remis im Heimspiel gegen Auerbach. Betrachtet man dazu die Art und Weise des Zustandekommens der Punkte, dann muss man klar sagen „Adé Regionalliga!“. Denn mit einer derartigen Spielweise, die geprägt ist von mangelnder Chancenverwertung, Unkonzentriertheit und teilweise auch mangelnder Ernsthaftigkeit ist eben auch gegen eine Mannschaft aus den Tabellenniederungen kein Blumentopf zu gewinnen und gleich gar nicht gegen die kommenden starken Gegner aus Leipzig, Halle, Eilenburg oder Cottbus.
Doch den Aufstieg jetzt voll und ganz abzuhaken wäre töricht. Denn erstens sind noch 12 Partien zu absolvieren und es waren auch durchaus Spielzüge im Spiel zu sehen, die Hoffnung machen. Dazu darf man nicht vergessen, dass 4 Stammkräfte fehlten und auch die Platzverhältnisse nicht gerade förderlich für ein gutes Spiel waren. Sollte sich die Mannschaft straffen und im kommenden Spiel bei Sachsen Leipzig ein markiges Zeichen (Sieg!) setzt, dann werden die Träume vom Chemnitzer Sommermärchen sicher wieder frische Farbe bekommen. Deshalb: Kopf hoch, Brust raus und Leipzig putzen...!

Wertung: 4 (Mäßiges Spiel, in dem der CFC zwischen Regionalliga und Kreisklasse schwankte)

Beste Himmelblaue: De Napoli, Tomoski


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