Vorbericht

33. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2008/2009
SV Wilhelmshaven
SV Wilhelmshaven
0:1
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC

CFC unterwegs in Mission "Klassenerhalt fest machen"...

von Timo Görner und Erik Büttner

...und zwar beim SV Wilhelmshaven, der in dieser Saison mehrmals ins Trudeln geriet, allerdings schon einen entscheidenden Schritt weiter ist als der CFC.

Die aktuelle Saison des Gegners bislang
Der sehr guten Herbstrunde folgte eine schwache Frühjahrsrunde, welche den SVW in geringe Abstiegsgefahr brachte. Zum Jahreswechsel 2008/2009 konnten die Norddeutschen recht zufrieden sein. Die Tabellenspitze war zwar recht weit entfernt, dafür lag man mit Rang 5 auch jenseits aller Sorgen um den Klassenerhalt.
Größter Trumpf war die gute Heimbilanz, nur der 1. FC Magdeburg war zu diesem Zeitpunkt erfolgreicher. 5 der 10 Begegnungen im Jadestadion wurden gewonnen, 2 verloren und dabei 27:20 Tore erzielt. Wilhelmshaven blieb gegen die "Großen 4" ungeschlagen und sorgte gleich beim Auftakt in Kiel (2:0) für ein Achtungszeichen. Babelsberg (1:1), Magdeburg (2:2) konnten an der Nordsee nicht gewinnen, in Halle wurde ebenfalls ein Remis erreicht (1:1). Vor heimischer Kulisse wurden gegen die 2 Hamburger Vereine Licht (Altona 4:1) und Schatten (HSV II 0:4) gezeitigt. Die Pleite gegen den HSV im 5. Spiel förderte zugleich schwelende Unruhen im Verein, angesichts mittlerweile offensichtlicher finanzieller Probleme zu Tage. Das Resultat war die Entlassung von Trainer Predrag Uzelac der durch Boris Ekmescic ersetzt wurde. Sportlich blieb der SVW dennoch im ruhigen Fahrwasser. Auswärts lief es mit einer positiven Bilanz (3 Siege, 2 Niederlagen) recht ordentlich, dabei wurden die Fans speziell in Kiel, Lübeck (3:1) begeistert und nur in Cottbus (0:1) enttäuscht. Die Ausgangsposition vor den entscheidenden 16 Begegnungen des Frühjahrs war mehr als solide.
Danach begann eine Serie von 6 Niederlagen am Stück bei 3:17 Toren und in den ersten 4 Begegnungen gelang nicht einmal ein Treffer. Tiefpunkt dieser schwarzen Serie war der leblose Auftritt beim FC Sachsen (1:3) mit der nicht Ablösung des Trainer durch den "starken Mann" im Hintergrund, Wolfgang Steinbach.
Mit dem Ex-Magdeburger ging es wieder aufwärts. Unter seiner Leitung wurden immerhin 13 Zähler aus 8 Partien geholt und somit wenigstens der Klassenverbleib gesichert. Allerdings kassierte Wilhelmshaven zuletzt 3 Pleiten auf des Gegners Rasen in Folge - erwartungsgemäß in Magdeburg (0:1) aber eher überraschend in Altona (0:2) und Oberneuland (2:3).
Trotz allem zählt der SVW zu Hause zu den besseren Gemeinschaften (6.), es stehen 8 Siege und 4 Niederlagen bei 4 Remis zu Buche. Auswärts befindet man sich eher im Mittelfeld. Die Offensive (44) liegt im Staffelschnitt, die Defensive (49) etwas schlechter. Im Landespokal Niedersachsen schied der SVW bereits in Runde 1 bei Oberligist TuS Pewsum im Elfmeterschießen aus (5:6).

Delegierungen seit dem Hinspiel
3 Stammspieler der Hinrunde verließen im Winter den Verein. Der bosnische Torwart Amir Halilovic (33) ging zum SV Holzwickede (Bezirksliga Westfalen). Sebastian Zinke (24/Abwehr) wechselte zu Rot-Weiß Essen. Daniel Beyer (26/Mittelfeld) zog es ebenfalls in die Regionalliga West zu den Sportfreunden Lotte. Dem gegenüber stehen 3 Neuzugänge, die bislang aber nicht den Durchbruch schafften. Für den Kasten wurde Dominique Nowak (23/Cloppenburg) verpflichtet, Roman Mudry (23/Mittelfeld) kam von GVO Oldenburg aus der Bezirksoberliga Niedersachsen. Interessant ist Neuzugang 3 mit dem kroatischen U21-Nationalspieler Boris Pesic (22/Mittelfeld). Seine letzte Station bis Juli 2008 war der dortige Erstligist HNK Sibenik; seine Wurzeln liegen in der A-Jugend von Dinamo Zagreb.

Gewinner der Saison bislang
Fabian Lucassen (22) wurde nach dem Abgang von Halilovic neuer Stammtorwart. Torjäger Wojciech Pollok (26) konnte den SVW und die Regionalliga Nord als glänzende Werbeveranstaltung für sich nutzen und sich für andere Vereine und höhere Aufgaben empfehlen.

Der Trainer
Wolfgang "Maxe" Steinbach (54) dürfte dem Fanpage-Leser aus fast 20 Jahre beim 1. FC Magdeburg und 455 Spiele in der DDR-Oberliga sowie 28 in der DDR-Auswahl nicht unbekannt sein. Im Oktober 2006 wurde der gebürtige Schönebecker übrigens zum "Besten FCM-Fußballer aller Zeiten" gewählt, noch vor Joachim Streich.

Die Mannschaft
Im Tor ist Fabian Lucassen seit der Winterpause gesetzt. In der Abwehr sind Andreas Gaebler (26), Kapitän Marc-André Nimptsch (24) und ab Mitte der Rückrunde auch der Kongolse Luc-Arsène Diamesso (34) „Dauerbrenner“. Sehr international ist das Gerüst im Mittelfeld mit dem Polen Waldemar Kowalczyk (33/3 Tore), dem Slowake Peter Suchy (32), dem Kanadier Jonathan Beaulieu-Bourgault (20) und nicht zuletzt dem slowenischen U21-Auswahlkicker Maksut Azizi (22/3 Tore), der dazu einen mazedonischen Paß besitzt. Im Angriff können die Norddeutschen auf den überragenden Wojciech Pollok (26) und dessen beeindruckenden Quote von 22 Toren in 31 Einsätzen bauen. Ebenfalls herausragend in dieser neuen 4. Liga ist Sturmpartner Marcus Storey (26) aus den USA mit ebenfalls sehr guten 12 Treffern. Beide haben damit 32 der insgesamt 44 Wilhelmshavener Torerfolge gezeitigt. 21 Spieler mit dem Durchschnittsalter von 25, 5 Jahren stellt Wilhelmshaven momentan auf.

Die Einkaufsbilanz
18 Neue waren zu vermelden, davon haben sich 8 langzeitig oder über die gesamte bisherige Saison in die Stammformationen kämpfen können. Mit Pollok und Storey gelangen 2 absolute "Volltreffer". Fazit: recht solide verpflichtet.

Das Umfeld
Die Regionalliga bleibt für den SV Wilhelmshaven eine Gratwanderung. Mit den Rahmenbedingungen, die man nicht erst seit dieser Spielzeit vorfindet, ist das keine Überraschung. Das Interesse am sportlichen Aushängeschild der Stadt (zumindest im Fußball) ist ernüchternd gering. 500 Besucher zählte der SVW im Schnitt zu den Heimspielen, der Verein hatte sich von der neuen Regionalliga sicher mehr erhofft. Doch die 274 zahlende Fußballfreunde der letzten Begegnung im "Jade-Stadion" sprechen eher für Bezirksligaatmosphäre. Magdeburg sorgte für den größten Ansturm, 1.236 wollten den Auftritt des Topfavoriten sehen. Ansonsten bewegte man sich in der Regel unterhalb der 1.000. Die reisenden CFC-Freunde sollten am Samstag mit allenfalls 300 Einheimischen rechnen.
Das Verhältnis des Vereins zur Stadt bzw. von Hauptsponsor Sprehe scheint nicht zum Besten zu sein, siehe diese Pressemitteilung vom 22.12.2009. An der Person des Unternehmers scheiden sich die Geister, eine gewisse Abhängigkeit des SVW scheint zu existieren, streitbar das Maß dieser Beziehung. Ansonsten sind die wirtschaftlichen Möglichkeiten in einer der wenig gut situierten Regionen dieser Republik überschaubar. Mehr als der Verbleib in der neuen 4. Liga sollte für die Norddeutschen Augenwischerei sein.

Das Stadion

Das Jade-Stadion in seiner jetzigen Form feiert in den nächsten Monaten seinen 10. Geburtstag. Am 1. August wurde die neue 6,2 Mio. DM teure Arena eingeweiht. In nur 34 Monaten entstand auf dem Gelände des Sportforums Wilhelmshaven eine reine Fußballarena, die über 3 überdachte Tribünen verfügt. 2.200 Gäste können sitzen, der Rest muss teils ungeschützt vor Regen stehen. Insgesamt dürfen 7.500 Zuschauer die Stadiontore passieren. Das Bild des Jade-Stadions prägen die 8 dreieckigen Flutlichtmasten, die auf dem Dach der Haupt- und Gegentribüne platziert sind. 2008 wurde das Stadion für die Regionalliga fit gemacht, u.a. bekamen auch die Flutlichter mehr Lebenskraft so dass sie jetzt UEFA-gerecht mit 800 Lux doppelt so hell wie vorher strahlen. Davon werden die CFC-Fans, die auf der unüberdachten Südtribüne stehend dem Spiel folgen werden, leider nichts mitbekommen. Dafür werden sie aber einen interessanten Groundpunkt verbuchen dürfen.

Die Route

In Chemnitz geht’s auf die A4 und über die bekannte Route via Nossener Dreieck und die A14 gen Magdeburg. Ab dem Kreuz Magdeburg fährt man weiter auf der A2 bis zum Kreuz Hannover-Ost. Dort wechselt man auf die nach Norden führende A7. Nun wird es interessant: Denn die A7 befährt man nur bis zum Dreieck Walsrode, denn von dann an führt uns die A27 in Richtung Bremen. Am Bremer Kreuz wechselt man auf die A1, die uns nun zum Dreieck Stuhr bringt. Von da an ist die A28 Richtung Oldenburg der Untergrund für unser Fahrzeug. Am Kreuz Oldenburg-West ordnet man sich auf die Richtungsfahrbahn Wilhelmshaven ein, denn nun wird uns zum Finale die A29 an die Nordsee schaffen. An der Ausfahrt Wilhelmshaven verlässt man dann die Autobahn, weiter geht es auf der Ostfriesenstraße in die Stadt hinein. Dort wo die Straße an einer von der Autobahn ca. 2km entfernten großen Kreuzung zum 2 Mal mehrspurig wird, biegt man links in die Friedensstraße ein (es geht nur links oder geradeaus!). Nach ein paar Metern tauchen links etwas abseits der Straße die charakteristischen Flutlichtmasten des Jade-Stadions auf. Dort sucht man sich links einen Parkplatz und läuft die restlichen Meter zur Arena.

Adresse des Jade-Stadions: Friedenstraße 111, 26386 Wilhelmshaven
Distanz ab Chemnitz-Nord: ca. 590 km
Fahrzeit: ca. 6 h
33. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2008/2009
Samstag, 30. Mai 2009, 13:30 Uhr
Jade-Stadion, Wilhelmshaven
Zuschauer: 450
Schiedsrichter: Schüller (Korschenbroich)


Tore

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich

SV Wilhelmshaven Chemnitzer FC
7Tabellenposition10
43
32
1,3
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
41
32
1,3
12 (37,5%)
13 (40,6%)
Siege
Niederlagen
10 (31,3%)
11 (34,4%)
44 : 49
1,4 : 1,5
Tore
Tore pro Spiel
48 : 41
1,5 : 1,3
5:2 gegen FC Hansa Rostock II (A)Höchster Sieg4:0 gegen FC Hansa Rostock II (A), VFC Plauen (A)
0:4 gegen Hamburger SV II (H), SV Babelsberg 03 (A)Höchste Niederlage1:4 gegen 1. FC Magdeburg (A)
n-S-n-S-nDie letzten SpieleU-n-S-s-U
keineAktuelle Serien3 Spiele in Folge ungeschlagen

Die Bilanz

 ZahlSUNTore
Alle Spiele10101:1
Heimspiele10101:1
Auswärtsspiele00000:0
Ligaspiele10101:1
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Der Ergebnisrückblick

2008/2009Regionalliga Nord16. SpieltagChemnitzer FC - SV Wilhelmshaven1:1 (0:1)