Vorbericht // Saison 2019/2020

 
SpVgg Unterhaching
SpVgg Unterhaching2:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
8. Spieltag - 3. Liga - Saison 2019/2020
Montag, 16. September 2019, 19:00 Uhr
Sportpark Unterhaching, Unterhaching
Zuschauer: 3.300
Schiedsrichter: Heft (Neuenkirchen)
Vorbericht

Ende der Sieglos-Serie im tiefsten Süden der Republik …

Von Timo Görner

… bei den ambitionierten Bayern der Spvgg. Unterhaching? Die Gastgeber wollen raus aus dieser 3. Liga, haben dazu einen gewagten Schritt auf der wirtschaftlichen Ebene gemacht. Spielen wie im Vorjahr-Herbst auch wieder oben mit und sind zweifellos in der Favoritenrolle.

Das letzte Spieljahr unseres Gegners:

Einer enorm starken Herbstrunde 2018 mit 37 Punkten aus den 20 Spielen und Rang 3 folgte ein unerklärlicher Einbruch im Frühjahr 2019 mit nur noch 11 Punkten, mit denen man am Ende noch mal in den Abstiegskampf abrutschte, aus dem man sich erst am vorletzten Spieltag durch ein 3:0 gegen Absteiger Lotte endgültig befreien konnte. Bis zur Winterpause blieben die Oberbayern auswärts ungeschlagen und stellten die zweitbeste Heimmannschaft bei nur 1 Niederlage gegen den FSV Zwickau (1:2) gegen 5 zum Teil beeindruckende Siege mit dem 6:0 gegen Fortuna Köln, 5:0 gegen Kaiserslautern, 4:0 zum Jahresabschluss 2018 gegen Uerdingen und 3:0 gegen Zweitligaabsteiger Braunschweig. 4 von 5 Begegnungen, in denen sich die bekannt spielstarken Bayern als "Torfabrik" neben dem 5:4 in Jena präsentierten. Auswärts konnten volle Erfolge zuzüglich zum Jena-Gastspiel in Duisburg gegen Uerdingen (3:1), beim späteren Zweitligaaufsteiger Wehen Wiesbaden (2:1) gefeiert werden. Die Perspektiven waren sehr gut, die Rückkehr in die 2. Bundesliga nach den teils sportlich und finanziell schwierigen Jahren schien machbar. Umso trostloser verlief der "Rest der Saison". Der Start 2019 mit 4 Niederlagen in Folge sorgte für Ernüchterung, vor allem das 1:4 in Aalen. Der erste Dreier im neuen Jahr in Würzburg (1:0) war nicht die Trendwende zurück zum Erfolg und zur Spitze, vor allem die zuvor bärenstarke Offensive kriselte mit 9 Spielen ohne Torerfolg bei mageren 3 Heimpunkten gegen Absteiger Cottbus, Großaspach und Halle erheblich. Nach Spieltag 33 trennten noch 7 Punkte bei 5 ausstehenden Begegnungen von Abstiegsplatz 17. Der erste Treffer nach 9 Spielen reichte zum etwas glücklichen 1:1 bei Fortuna Köln, 2 weitere Pleiten gegen Jena (0:1) und in Kaiserslautern (0:4) – wieder ohne Treffer – machten das letzte Heimspiel gegen Lotte zum "Endspiel" um den Klassenverbleib, was deutlich gezogen wurde. Das 4:1 in Osnabrück bei feierlaunigen Tabellenführern sorgte für einen versöhnlichen Abschluss. Im Landespokal gleiches Bild wie in der Liga, Würzburg (0:3) war im Halbfinale die Endstation. Im eigenen Stadion war man am Ende nur noch Mittelmaß mit Platz 13 und einem letztendlich knapp positiven Saldo von 6-8-5. Auf Reisen sah es ähnlich aus. 53:46 Tore waren offensiv durch die gute Ausbeute im Herbst und die 7 Tore zum Ende der Spielzeit immerhin Rang 5, defensiv ebenfalls. Im Gegensatz zu einigen anderen Vereinen der ersten 4 Ligen hielt man am Trainer fest, positiv zu bewerten angesichts der teils fragwürdigen "kurzfristigen Heuer und Feuer-Mentalität" anderswo.

Delegierungen für diese Saison bislang:

Es hat sich durchschnittlich was getan mit 7 Ab – und 9 Neuzugängen. Der große Umbruch war es nicht.

Stammkeeper Lukas Königshofer (30) zog es zum Ligarivalen Uerdingen, war in 36 Spielen Nr. 1. Im Mittelfeld wechselte Orestis Kiomourtzoglou (21/Heracles Almelo) in die niederländische Ehrendivision. Im Sturm schaffte Stefan Schimmer (24) den Aufstieg. Spielt jetzt recht erfolgreich bei Zweitligist 1. FC Heidenheim. Bilanz: 13 Tore und 4 Vorlagen in 34 Spielen für die Rand-Münchner. "Leihgabe" Finn Porath (22), ausgeliehen vom Hamburger SV, kickt ebenfalls eine Etage höher bei Holstein Kiel. Das die Personalien, die eine Erwähnung verdienen.

Bei den Neuzugängen finden sich primär junge Spieler neben einem "alten Hasen", der bei den Rot-Blauen noch mal angreifen will. Für das Tor kam Steve Kroll (22) von Absteiger Lotte, dort in allen 38 Punktspielen im Kasten. Einzig etatmäßiger Abwehrspieler hier Paul Grauschopf (21/ Ingolstadt 04 II) aus der fünftklassigen Bayernliga Süd. Im Mittelfeld versucht Jannik Bandowski (25/Bochum) einen Neubeginn. Fiel beim VfL monatelang wegen Kreuzbandriss und Muskelverletzung aus, bis es zu 3 Einsätzen gegen Saisonende reichte. Moritz Heinrich (23) war in Münster aktiv, kam zu 11 Spielen in der Anfangself. Ausgebildet bei 1860 München. Aus dem Nachwuchsbereich kamen Niclas Stierlin (19/RB Leipzig U19) und Niclas Anspach (19/Spvgg. U19). Im Sturm ließ die Verpflichtung von Dominik Stroh-Engel (33) aufhorchen. 2014/2015 noch feste Größe bei Zweitligist Darmstadt, verliefen die anschließenden 5 Jahre unbefriedigend. Vor allem die letzte Saison in Karlsruhe war ein "verlorenes Jahr". Ebenfalls von den Badenern stieß das Talent Stephan Mensah (19) dazu, hier aus der A-Jugend. Aus den Niederlanden heuerte der Belgier Arne Naudts (25) von Zweitligist Helmond Sport an, verließ die Spvgg. aber nach 1 Spiel zu Belgiens Zweitligist Lommel SK. Felix Schröter (23/Illertissen) wagte aus der Regionalliga Bayern den Schritt, dort mit 16 Toren und 8 Vorlagen. Florian Dietz (21/Werder Bremen II) agierte in der Nord-Staffel.

Die sportliche Leitung:

Claus Schromm (50) amtiert seit mittlerweile über 4 Jahren als Chef der 1. Mannschaft. Als Co-Trainer fungiert Sebastian Friedl (28), das bereits seit der Saison 2012/2013. Ebenfalls noch relativ jung an Jahren ist Torwart-Trainer Sebastian Wolf (26), als Spieler u. a. für die Hachinger aktiv. Teammanager ist Steffen Galm (47), zuvor u. a. als Trainer im Nachwuchs des Ex-Zweitligisten und Co-Trainer engagiert. Schromms Vertrag läuft noch bis Ende dieser Saison, der Verein hielt auch in der sportlichen Krise im Frühjahr 2019 zu ihm.

Das Kollektiv:

Im Tor ist der jüngste Keeper bislang Nr. 1 mit Nico Mantl (19). Das "Eigengewächs" kam ab Mitte der Herbstrunde 2019 zu 9 Einsätzen. Neuzugang Steve Kroll und Routinier Michael Gurski (40) kommen aktuell dahinter. In der Abwehr wurde in dieser Saison mal mit Viererkette, mal mit 3 agiert. Als Innenverteidiger gelten Christoph Greger (22), Alexander Winkler (27) als feste Größen. Markus Schwabl (27) bedient neben dieser Position auch den rechten Verteidiger. Unser Ex-Kapitän Marc Endres (28) war letzte Saison nach dem Wechsel aus Chemnitz in der Regel im Stammkader mit 3 Toren, hatte aber schon da mit Knieproblemen zu kämpfen, die ihn bis Spieltag 6 außer Gefecht setzten. Aktuell wieder einsatzfähig. Der etatmäßige Kapitän und Identifikationsfigur Josef Welzmüller (29) als weiterer Manndecker zog sich Ende September 2018 einen Kreuzbandriss zu, steht im Aufbautraining. Ohne Einsatz 2019/2020, aber in Kürze wohl wieder auf dem Platz. Paul Grauschopf gelang der Durchbruch noch nicht, gilt in der Zentrale als Ergänzungsspieler. Als "6er" vor der Abwehr sind Lucas Hufnagel (25) und der derzeitige Kapitän Dominik Stahl (31) die wichtigsten Akteure vor Niclas Stierlin. Auf der rechten Außenbahn hat sich Moritz Heinrich als "Glücksgriff" bei den Neuen erwiesen, wurde mit 3 Toren und 2 Vorlagen torgefährlichster Spieler und hat gegen Jim-Patrick Müller (30) und Christoph Ehlich (20) deutlich die Nase vorn. Für die offensive Zentrale ist Sascha Bigalke (29) weiter der Führungsspieler, fiel zwischenzeitlich wegen einer Meniskusverletzung aus und kommt aktuell auf 1 Tor und 2 Vorlagen und war in Köln an beiden Toren zum 2:0 beteiligt. Auf links erhielt Jannik Bandowski die meisten Einsätze. Im Sturm gibt es (noch) keinen echten "Knipser" und Top-Torjäger nach dem Abgang von Stefan Schimmer Anfang August. Felix Schröter (23) ist mit 2 Treffern der Spitzenreiter. Dominik Stroh-Engel ist noch kein Stammspieler, traf bislang nur im Pokal 5x. Stephan Hain (30) als der Eckpfeiler letzte Saison mit 13 Toren bis Spieltag 29 zog sich danach einen Syndesmosebandriss zu und musste sich erst wieder rankämpfen. Stephan Mensah und Florian Dietz konnten sich noch nicht aufdrängen. 26 Feldspieler und 3 Keeper sind eines der größeren Aufgebote, 25,4 Jahre im Schnitt gegen 25,1 des CFC.

Krankenlager / Strafbank / Parteistrafen:

Linksaußen Luca Marseiler (22) fehlt seit rund 3 Wochen aufgrund eines Knochenödems.

Die aktuelle Saison bislang:

Man spielt wieder oben mit, kassierte wie im Herbst 2018 erst 1 Niederlage im eigenen Stadion und konnte auf 4 Reisen ohne Pleite durch die Spielzeit gehen. Zum Auftakt halfen die "Roten Teufel" in Kaiserslautern (1:1) mit einigen vergebenen Chancen nach der Führung und eigenem Fehler zum Ausgleich etwas mit. Beim Heimauftakt gegen Würzburg im Bayern-Duell lieferte die Schromm-Truppe dann einen denkwürdigen Schlussspurt mit dem 5:4 nach 2:4 in den letzten 6 Minuten ab. Lagen bereits mit 0:2, 1:3 und 2:4 zurück. In Düsseldorf gegen Uerdingen stand nach Traumstart in Minute 5 und 14 zum 2:0 nur ein Remis trotz Überzahl nach 39 Min., nachdem man innerhalb von 2 Minuten den Doppelschlag kassierte. Gegen Rostock (1:0) und bei Viktoria Köln (2:0) wurde sich oben weiter etabliert, gegen Halle gab es den Dämpfer beim 0:3, was in der "Stadtmeisterschaft" beim FC Bayern München II letztes Wochenende mit erneutem Frühstart zur Führung in Minute 10 gut weggesteckt wurde, am Ende war es ein Eigentor zum insgesamt verdienten Sieg. Turbulent wie gegen Würzburg und Uerdingen das Achtelfinale im Landespokal bei Regionalliga-Aufsteiger Türkgücü München, eine sichere 2:0-Führung wurde kurz vor Ende noch aus der Hand gegeben und quasi mit dem Abpfiff doch noch das entscheidende Tor markiert. Lockerer gingen die vorherigen Duelle bei der DJK Utzenhofen (10:1) aus der Kreisliga Amberg/Weiden Süd und Bezirksligist TSV Wacker 50 Neutraubling (4:0) über die Bühne. Am 11.10.2019 kommt es damit zum "vorweggenommenen Endspiel" beim TSV 1860 München.

Perspektive für das Spieljahr:

Ein erneuter Einbruch wie im Vorjahr erscheint eher unwahrscheinlich, die Mannschaft hat durchaus die Qualität, um erneut oben mitzuspielen. Knackpunkt könnte der Angriff sein, wo man zulegen muss, um der Konkurrenz an der Spitze Paroli bieten zu können. Klappt dies, sollte der Relegationsplatz 3 durchaus realistisch sein.

Die Bilanz gegen die Spvgg. Unterhaching:

Immerhin 14 Duelle gab es bislang, 4 in der 2. Bundesliga zwischen 1992 und 1996. Von diesen konnte der CFC 8 gewinnen und verlor 3 Partien bei 29:16 Toren. In Chemnitz holten die Hachinger nur 1 Punkt aus 7 Gastspielen, verloren zuletzt mit 1:2 vor 19 Monaten. Im Sportpark liegen die Blau-Roten knapp vorne, gewannen 3x und gingen 2x als Verlierer vom Platz. Unser letzter Sieg dort datiert vom 19.04.1996 beim 1:0, der aber den Abstieg aus der 2. Liga nicht verhinderte. Es folgten 3 Niederlagen mit 0:3, 3:4 und 2:4 in der 3. Liga neben 2 Remis.

Das Umfeld / Stimmung / Wirtschaft:

Im Mai 2019 sorgte der kleine Verein aus dem Süden der Republik für eine zumindest veritable Überraschung, der Gang an die Börse mit der Ausschüttung von Aktien wurde verkündet. Der erst 2. Verein hierzulande nach Borussia Dortmund. Für je 8,10 € pro Wertpapier konnte man sich bei der Spvgg. einkaufen, als maximaler Erlös stehen rund 8 Mio. € als frisches Kapital für den Ex-Erstligisten im Raum. Stand Ende Juli 2019 waren immerhin 333.000 der Papiere veräußert, rund 2,7 Mio. € eingenommen worden. Bis Herbst sollten weitere 622.000 unter das Volk gestreut werden. Der erste Handelstag am 30.07. brachte jedenfalls einen Ansturm auf das neue Paket. Mit dem nicht unbedingt erwarteten Schritt erhoffen sich die Verantwortlichen mit Ex-Bayern-Kicker Manfred Schwabl an der Spitze die nachhaltige und langfristige wirtschaftliche Grundlage für die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Allein mit den Einnahmen bei Zuschauern, Sponsoren und TV-Geldern bliebe die Existenz des im Schatten des großen FC Bayern und auch TSV 1860 stehenden Clubs ein ständiger Kampf. Vergangene Saison lag der Zuspruch im kleinen Sportpark bei 3.255 im Schnitt, weniger hatten nur 4 andere Vereine. Lokalrivale 1860 lag mit 14.953 deutlich weiter oben. Zumindest ein kleiner Anstieg zu den 2.929 1 Jahr zuvor. Der positive Trend setzt sich aktuell fort mit durchaus ordentlichen 4.250 in dieser Spielzeit. Würzburg sahen 3.250, Rostock im "Süd-Nord-Duell" 4.500, den Halleschen FC beim 0:3 dann 5.000. Für den Montag sollte man aufgrund des Termins mit rund 3.500 Einheimischen Fußballfreunden rechnen.

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich
SpVgg Unterhaching Chemnitzer FC
4Tabellenposition19
14
7
2,0
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
3
7
0,4
4 (57,1%)
1 (14,3%)
Siege
Niederlagen
0 (0,0%)
4 (57,1%)
13 : 11
1,9 : 1,6
Tore
Tore pro Spiel
8 : 14
1,1 : 2,0
2:0 gegen FC Viktoria Köln (A)Höchster Sieg
0:3 gegen Hallescher FC (H)Höchste Niederlage2:4 gegen SV Meppen (H)
u-S-s-N-sDie letzten SpieleN-n-U-u-N
keineAktuelle Serien7 Spiele in Folge ohne Sieg
Die Bilanz

 AnzahlSiegeRemisNiederlagenTore
Alle Spiele1483329:16
Heimspiele761020:4
Auswärtsspiele72239:12
Ligaspiele1483329:16
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Der Ergebnisrückblick

1992/19932. Bundesliga22. SpieltagSpVgg Unterhaching - Chemnitzer FC0:2 (0:0)
1992/19932. Bundesliga45. SpieltagChemnitzer FC - SpVgg Unterhaching4:2 (2:0)
1995/19962. Bundesliga9. SpieltagChemnitzer FC - SpVgg Unterhaching2:0 (0:0)
1995/19962. Bundesliga26. SpieltagSpVgg Unterhaching - Chemnitzer FC0:1 (0:0)
2011/20123. Liga5. SpieltagSpVgg Unterhaching - Chemnitzer FC3:0 (1:0)
2011/20123. Liga24. SpieltagChemnitzer FC - SpVgg Unterhaching5:1 (2:0)
2012/20133. Liga19. SpieltagSpVgg Unterhaching - Chemnitzer FC4:3 (3:1)
2012/20133. Liga38. SpieltagChemnitzer FC - SpVgg Unterhaching5:0 (2:0)
2013/20143. Liga2. SpieltagSpVgg Unterhaching - Chemnitzer FC1:1 (0:1)
2013/20143. Liga20. SpieltagChemnitzer FC - SpVgg Unterhaching0:0 (0:0)
2014/20153. Liga7. SpieltagChemnitzer FC - SpVgg Unterhaching2:0 (0:0)
2014/20153. Liga26. SpieltagSpVgg Unterhaching - Chemnitzer FC0:0 (0:0)
2017/20183. Liga6. SpieltagSpVgg Unterhaching - Chemnitzer FC4:2 (3:1)
2017/20183. Liga25. SpieltagChemnitzer FC - SpVgg Unterhaching2:1 (1:1)

Die Webseiten des Gegners

http://www.spvgg-unterhaching.de/ - Die offizielle Vereinsseiten