Vorbericht

4. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2022/2023
VfB Germania Halberstadt
VfB Germania Halberstadt
1:1
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC

CFC zu Gast in Halberstadt bei einem angeschlagenen Gegner …

von Timo Görner

… der noch ohne Punkte ist und beim letzten Spiel vor allem in Halbzeit 1 blass blieb. Die Himmelblauen sollten dennoch hellwach agieren, um keine böse Überraschung zu erleben. Ziel sollte der 4. Sieg in Folge beim VfB Germania sein.

Blick zurück auf die letzte Saison:

Dürfte heute noch mit Erleichterung passieren, den Anhaltinern gelang in der "Begradigungssaison" auf wieder 18 Mannschaften und damit möglichen 6 Absteigern der Klassenerhalt. Und das vor dem letzten Spieltag. Mit dem Nichtaufstieg des BFC in die 3. Liga und Abstieg des FC Viktoria aus dieser musste Rang 15 erreicht werden, eben diesen konnte man erreichen. Furios der Start, Hertha BSC II wurde mit 4:0 düpiert und überraschend bei Chemie mit 2:0 gewonnen. Bis zur Winterpause kamen aus 20 Begegnungen noch 14 Punkte hinzu. Zuwenig für einen Platz im gesicherten Mittelfeld, Platz 15 das Ergebnis, 4 Punkte vor dem 16., Grundlage die ordentliche Heimbilanz mit 4 Siegen gegen 3 Niederlagen. Wertvoll am Ende die Heimsiege gegen die Absteiger aus Auerbach (7:1), Rathenow (2:0), Fürstenwalde (2:1). Ebenso solide die Spiele gegen Cottbus (0:0) und Babelsberg (1:1). Ernüchternd die Klatschen gegen Luckenwalde (0:5), Meuselwitz (0:3). Auf Reisen gab es Licht und Schatten. Der Erfolg in Leutzsch sollte der einzige Dreier als Gast bleiben, in Eilenburg (1:3) blieb man blass. Beim CFC, Lok und dem BAK wurden insgesamt 13 Gegentore kassiert.

Vor den 16 Spielen Frühjahr 2022 ließ die Trainer-Personalie aufhorchen, Benjamin Duda verließ den VfB nach nur ½ Jahr. Ging zum Ligakonkurrent BAK. Das Trainer-Wechselspiel setzte sich fort. Andreas Petersen übernahm erneut. Germania kam nicht in die Gänge, blieb 6 Spiele ohne Sieg und 4-mal ohne Tor. Bei Hertha BSC II (0:3) nichts Zählbares, auch Chemie revanchierte sich. Zumindest versetzte man Jena beim 0:0 einen Dämpfer. Jahresübergreifend Germania seit 18 Begegnungen sieglos. Im "Schneckenrennen" unten drin lag man dennoch vorn. Die Konkurrenten schwächelten ebenfalls.

Das Gastspiel im Vogtland sollte dann Teil des "Rettungs-Puzzles" werden. Germania holte in den Spielen gegen die "Kellerkinder" entscheidende Punkte. In Auerbach ballerte sich die Mannschaft zum 5:2 gegen die Gastgeber. In Fürstenwalde kam man zum 2:1, wie gegen Eilenburg. Das 3:0 gegen Tasmania war fast "Pflichtsieg", der Sieg in Meuselwitz (1:0) nicht. Dafür umso erfreulicher. Gegen die Vereine oben setzte es weiter meist Niederlagen, nur der BAK (1:1) ließ in Halberstadt Federn.

Im Frühjahr ging die Tendenz zu Hause leicht abwärts, dafür auswärts etwas nach oben. Fast identisch mit der Gesamtwertung und knapp über "dem Strich". 48:68 Tore fielen auf beiden Seiten, offensiv waren 13 Mannschaften besser. Defensiv deren 14. Also auch einigermaßen ligatauglich. Im Landespokal kam das Aus im Viertelfinale beim späteren Finalisten und DFB-Pokal-Teilnehmer FC Einheit Wernigerode i. E., Gegner im Halbfinale wäre der Hallesche FC gewesen.

Das Personalkarussell:

Der Kader wurde kräftig verändert, mit 17 Ab – und 15 Neuzugängen fast komplett.

Innenverteidiger Marcel Kohn (31/Hansa Rostock II) zog es in die Oberliga. Nebenmann und "Leihgabe" Leon Schmökel (20/Magdeburg) musste zurück. Dazu verließ wie bekannt Stefan Pribanovic (25) den VfB. Linksverteidiger Fabian Raithel (26) kehrte nach Meuselwitz zurück. Auf Rechts gingen Hendrik Kuhnhold (23) und Jannik Bachmann (22). Im defensiven Mittelfeld ist Julian Weigel (21) nach 1 Jahr nicht mehr dabei. Zog zum ambitionierten 1. FC Lok. Ein Verlust wie David Vogt (21/Meppen), der in die 3. Liga aufstieg. Nils Schätzle (22) folgte Raithel. Im Angriff verloren die Halberstädter Tim Heike (22/Cottbus). Kam auf starke 11 Treffer und 16 Torbeteiligungen. Auch er blieb nur 1 Jahr. Ärgerlich für den VfB, dass man mit Weigel, Heike, Vogt und Schätzle 4 vielversprechende junge Akteure abgeben musste. Der Rest blieb ohne größere Bedeutung.

Bei den Neuen findet sich ein recht bekannter Name, mit dessen Verpflichtung unser Gegner aufhorchen ließ.

Im Tor wurde Pascal Sparwasser (19) aus der U19 befördert. Die Abgänge in der zentralen Abwehr sollten 4 Neue kompensieren mit Bastian Schrewe (20/BFC Dynamo), Amiro Amadou (20/FC Oberneuland), Nico Lübke (21/VfB Homberg) und dem Franko-Ivorer Jean-Cedric Bro (25), vom spanischen Viertligisten CD Guadalajara. Erste Station außerhalb Spaniens. Auf Links agiert Pascal Hackethal (22) vom SV Werder II. 2015 aus Magdeburg nach Bremen gegangen. Der US-Amerikaner Creighton Braun (20/Bonner SC) ist "6er" wie auch der Franzose Julien Masson (22/US Raon-l'Étape). Aus der dritten Liga Frankreichs. Im Angriff finden sich gleich 5 Mittelstürmer, darunter der "Königstransfer" Justin Eilers (34/Halle), bekannt vor allem aus Dresden 2016 bis 2018. Dort 46 Tore, einer der "Aufstiegshelden" zur 2. Bundesliga. Nach dem Wechsel Richtung Bremen lief es schlechter, auch wegen größerer Verletzungen. Über Apollon Smyrnis (Griechenland) ging dann es nach Lotte, Verl, zuletzt Halle, wo er Mitläufer blieb. Ebenfalls Mittelstürmer sind Aaron Sothen (19/Eilenburg) und Ufu Osawe (24/SC Wiedenbrück), er ausgebildet in Leverkusen. Dazu der Bulgare Dimitar Milushev (23/Preußen Eberswalde), 9 Tore in der sechstklassigen Brandenburg-Liga, und der Albaner Ilir Gjuzi (18), zuvor in der Jugend des AS Monaco. Linksaußen Irwin Pfeiffer (23/SV Straelen) stammt aus der FC St. Pauli-Jugend, Rechtsaußen Darlin van der Werff (22/) aus der Dominikanischen Republik, zuletzt bei Regionalliga-Aufsteiger und Ex-Drittligist Kickers Emden.

Die Sportliche Leitung:

Andreas Petersen (62) bleibt der Chef der Mannschaft, hatte zu Jahresbeginn 2022 erneut übernommen. Seit Februar diesen Jahres steht im Manuel Rost (33) als Co-Trainer zur Seite, zuvor beim jetzt wieder Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt auf und an der Bank. Fabian Guderitz (25) betreut die Keeper, neben seiner Aufgabe als Spieler selber. Tom Lieberam (33) ist weiterhin Sportlicher Direktor.

Das aktuelle Planjahr:

Begann schwierig, Germania noch ohne Punktgewinn. Das nach dem positiven Trend der letzten Saison zum Ausklang mit 3 Siegen in 4 Begegnungen. In Lichtenberg (1:2) wurde die 1. Halbzeit verschlafen, gelang nur das Anschlusstor. Enttäuschend der Verlauf und vor allem die 2. Halbzeit beim 0:3 gegen Meuselwitz, einer der möglichen direkten Konkurrenten. Nichts Zählbares und Tore dann auch beim BAK (0:2). Bedenklich: 6 der 7 Gegentore wurden in den ersten 45 Minuten kassiert. In allen 3 Spielen lag man zur Halbzeit 0:2 hinten. Dem Gegner genügten meist wenige Chancen dafür. Germania droht ein kompletter Fehlstart, die folgenden 3 Duelle gibt es gegen den CFC (H), Jena (A), Lok (H). Im Pokal zwischendurch geht es am 04.09.2022 zum TSV Rot-Weiß Zerbst aus der Landesklasse.

Das Kollektiv:

Im Tor ist Lukas Cichos (26) weiter Nr. 1 und nun auch der Kapitän. Fabian Guderitz (25) und Pascal Sparwasser (19) kommen dahinter. Cichos damit hier Stammkraft, die er zuvor in Magdeburg, Zwickau und Erfurt nicht werden konnte.

Der VfB agiert in der Abwehr bislang mit Viererkette. Als Manndecker vertrauten die Trainer bislang auf Nico Lübke (21) und Patrick Baudis (25). Auf Rechts wurde Amiro Amadou (20) und beim BAK Bastian Schrewe (20) eingesetzt. Links durfte erst Paul Grzega (24) ran. Auch hier änderte Petersen zuletzt auf Pascal Hackethal (22). Das Gerüst in der Abwehr nach den personellen Änderungen zur Vorsaison steht also noch nicht ganz.

Zentral vor der Abwehr agierten Creighton Braun (20) und Julien Masson (22), die offensivere Rolle füllt Ole Hoch (20) aus. Er ab Januar 2022 aus Magdeburg ausgeliehen, dann hier geblieben. Mit Ausbildung in der dortigen Jugend sowie in der Schalker "Knappen-Schmiede". Noch ohne Einsätze hier der Kosovare Altrim Pajaziti (22), letzte Saison ebenfalls im Januar nach Halberstadt gekommen und mit 2 Toren.

Im Angriff mit 3 Spitzen wird wie in der Abwehr auf den Außen probiert. Fixpunkt ist Hoffnungsträger Justin Eilers (34) als Mittelstürmer. Kam nach langer Verletzungspause von Januar bis August (Bänderriss Sprunggelenk) im zweiten Spiel zum Debüt. Aktuell ohne Torbeteiligung. Letzter Treffer am 07.05.21 für Verl in der 3. Liga. Die anderen 3 "gelernten" auf dieser Position – siehe Neuzugänge, spielen aktuell keine Rolle. Stattdessen kamen hier die nominellen Rechts– und Linksaußen neben ihrem "Standardjob" zum Einsatz. Stefan Korsch (23), Darlin van der Werff (22), Ufu Osawe (22) sind da zu nennen. Jessim Jallot (21) ist der derzeit einzige Torschütze, der zweite fest angestellte im Sturm als Rechtsaußen. 26 Spieler stehen im Team, 4 mehr als beim CFC. 22,2 Jahre im Schnitt sind ein recht junges Aufgebot, darunter liegen nur Erfurt, Viktoria und natürlich Hertha BSC II. 10 "Legionäre" hat man, keiner bietet mehr. Aus 8 verschiedenen Ländern, nur Frankreich ist 2-mal vertreten. Eine "kleine Weltauswahl" sozusagen.

Strafbank / Krankenlager / Parteistrafen:

Irwin Pfeiffer (23) muss wegen einer Muskelverletzung pausieren, ist diese Saison noch ohne Einsatz.

Die Bilanz gegen den VfB Germania Halberstadt:

Es gibt ein Jubiläum, das 10. Duell. Die Zahlen sprechen für den CFC, der 7-mal gewinnen konnte und 2-mal als Verlierer vom Platz ging. In Halberstadt kamen wir zu 3 Siegen - in Folge, zuletzt vergangene Saison mit dem 2:0. Die einzige Pleite gab es beim ersten Gastspiel in Halberstadt, das liegt über 15 Jahre zurück am 27.05.2007. Insgesamt 21:11 Tore wurden verbucht.

Prognose:

Das Ziel kann nur der Klassenerhalt sein, das wird diese Saison noch schwieriger als in der letzten. Obwohl es vermutlich weniger Absteiger geben wird. Knackpunkt wird sein, ob Spieler wie Eilers und die anderen Neuen aus dem Regionalligabereich Verstärkungen werden. Wenn nicht, wird es wohl diesmal nicht reichen.

Das Umfeld:

Die Regionalliga zu halten, wird auch diese Saison ein schwieriges Unterfangen. Sportlich wie wirtschaftlich. So gesehen war man über die Verlegung unseres Gastspiels auf den Montagabend entsprechend "begeistert". Es werden veritabel weniger Zuschauer erwartet, auch im Gästesektor. Von den Auftritten des CFC und 1. FC Lok wurden sich deutlich mehr Besucher erhofft als im ersten Heimspiel gegen Meuselwitz mit 373.

Letzte Saison begeisterten sich im Schnitt 507 Fußballfreunde für die Begegnungen im "Friedensstation" an der Werner-Seelenbinder-Str. am südlichen Rand der Stadt. "Geisterspiele" gab es hier wie in Berlin nicht, den größten Ansturm auf die Stadiontore verbuchten die Verantwortlichen gegen Chemie Leipzig mit 747, vor Cottbus bei 737 und Lok, die 703 Fans anlockten. Das eigene Stammpublikum bewegte sich lt. den Zahlen bei so 350. Gegen uns kamen noch mal etwas mehr als 400.

Der Kampf um Sponsoren und Zuschauer ist kein Selbstläufer, gibt es schließlich den großen Platzhirsch aus Magdeburg nur knapp 1 Autostunde entfernt. Zumal der Fußball nur eine Abteilung im Gesamtverein ist, der 8 weitere Sportarten bzw. Sektionen beinhaltet. 4 Hauptsponsoren unterstützen die Regionalliga-Mannschaft, die bundesweit bekannte Brauerei mit dem Auerhahn, die Stadtwerke, die örtliche Gebäudewirtschaft GmbH und ein Familienunternehmen mit Dienstleistungen rund um Gabelstapler & Arbeitsbühnen aus Eisenach mit weiteren Standorten in Erfurt, Göttingen, Kassel, Suhl und Wernigerode. Im Level "Business Partner" sind übrigens auch die VfB-Ultras vertreten. Als unterste Ebene können sich Privatpersonen und kleinere Unternehmen im Club "VfB Germania 100" engagieren.
4. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2022/2023
Montag, 29. August 2022, 19:00 Uhr
Friedensstadion, Halberstadt
Zuschauer: 553
Schiedsrichter: Bartnitzki (Erfurt)


Tore

Die Tabellenverläufe

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Der Vergleich