Spielbericht // Saison 2020/2021

 
VfB Auerbach
VfB Auerbach2:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
2. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2020/2021
Mittwoch, 26. August 2020, 19:00 Uhr
Arena zur Vogtlandweide, Auerbach
Zuschauer: 1.000
Schiedsrichter: Kohnert (Ballenstedt)
VfB AuerbachTorfolgeChemnitzer FC
T St. Schmidt
A Kubitz
A MüllerGelbe Karte
A Sieber
A VoigtGelbe Karte (76. Guzlajevs)
M M. Schmidt
M Wurr (46. Seidel)
M Schlicht
M SchlosserGelbe Karte
S Stock (90. Sauer)
S ZimmermannGelbe Karte (90. Luderer)

Trainer: Berlinski
1:0 Zimmermann (73.)
1:1 T. Müller (74.)
2:1 Zimmermann (89.)

T Jakubov
A Knechtel
A Hoheneder
A Aigner
A Köhler (76. Dartsch)
M Campulka
M Freiberger (83. Ogbidi)
M Bickel
M T. Müller
M Milde
S Breitfelder

Trainer: Köhler
Spielbericht

Brotlose Kunst am stürmischen Mittwochabend …

Von Timo Görner

… womit man wieder mit leeren Händen dasteht und keiner so richtig weiß warum. Der CFC kassiert die zweite Niederlage im zweiten Punktspiel, eher unverdient aber das interessiert am Ende wenig bis gar nicht. Zählbares wurde aber letztendlich nicht in den Schlussminuten verspielt, wohl eher in der 1. Halbzeit als 4,5 hochkarätige Torchancen nicht genutzt wurden. Die wohl klar bessere der beiden Hälften.

VfB Auerbach - CFC 2:1Chefcoach Daniel Berlinski schickte dieselbe Startelf wie am Samstag in Eilenburg auf dem Platz. Das Stadion war mit den zugelassenen 1.000 Anwesenden gefüllt, im Gästeblock machten es sich rund 170 bis 200 himmelblaue Fußballfreunde einigermaßen bequem, dazu fanden sich noch mal an die 50 auf der Tribüne hinter dem Tor am Bienenweg ein. Lutz Wienhold, Olaf Kadner, Uwe Hildebrandt u. a. waren zugegen und hofften auf die ersten Regionalliga-Punkte. Nach der erfolgreichen Datenaufnahme am Eingang war das Betreten der Arena gestattet, ansonsten wurde alles irgendwie eher zwanglos und weniger streng gehandhabt. Es war wie früher, oder sagen wir man erinnerte sich an die Zeiten als man einfach nur ins Stadion zum Fußball ging.

Die ersten Minuten wirkten wie die Kopie des Beginns gegen Viktoria, alles irgendwie ein wenig nervös und unsicher im Zusammenspiel. Was sich erfreulicherweise aber schnell wieder legte und so bekam der CFC das Spiel in den Griff, bot ganz passable Fußballkost und kreierte auch mehrere Torchancen. Von denen wenigstens 1 hätte die Führung bringen müssen. Die größte Chance besaß der spätere Torschütze Tobias Müller nach 36 Minuten, er scheitert freistehend vor dem starken Stefan Schmidt. Die Gastgeber überließen dem himmelblauen Team weitestgehend das Spiel, verlegten sich auf überfallartige Konter von denen aber keiner so richtig Gefahr brachte.

VfB Auerbach - CFC 2:1Mit dem eher schmeichelhaften 0:0 für die Nr. 1 im Vogtland ging es in die Pause, es war mehr drin. Halbzeit 2 sah dann zunächst ein eher anderes Bild, die Gelb-Schwarzen bekamen mehr Spielanteile während der Club irgendwie die solide spielerische Linie der ersten Hälfte suchte. Klare Torchancen blieben jetzt Mangelware, auf beiden Seite. Wobei der VfB mit seinem einfachen Spiel "auf Fehler lauern – dazwischen gehen und schnell umschalten" gefährlicher wurde. Das 1:0 dann auch nicht mehr so "aus dem Nichts", passend dazu das der postwendende Ausgleich durch eine Einzelaktion fiel und nicht mit einer der Chancen. Der "Rest des Spiels" kann man unter "CFC drängt - Auerbach schwimmt hin und wieder - Pech (Milde Freistoß an den Pfosten) – CFC macht den entscheidenden Fehler vorn mit Ballverlust – Zimmermann trifft mal wieder". Kennt man als Clubfan irgendwie, schon gefühlte 1.000x erlebt. Und ich war wohl nicht der einzige an diesem Abend, der sowas geahnt hatte.

Fazit: unverdiente Niederlage, sicher. Halbzeit 1 war größtenteils deutlich besser als gegen Viktoria. Die Mannschaft spielt offenbar immer besser zusammen, schluderte aber wie in Eilenburg mit ihren Torchancen. Nur das dies gegen einen guten Regionalligisten auch mal bestraft wird. Standards als unsere Stärke in der letzten Saison sind momentan kaum eine Gefahr für den Gegner, bis auf wenige Ausnahmen. Es gibt keinen Grund zur Panik oder Weltuntergangsstimmung, aber der CFC ist offenbar noch nicht ganz in dieser Liga angekommen die offenbar zumindest derzeit anders tickt als in den Jahren zuvor. Am Samstag gegen Halberstadt ist der Druck schon stärker als heute Abend, Zeit die Brotlosigkeit der Darbietungen auf dem Rasen auch mal durch Effektivität zu ersetzen. Momentan stimmen Aufwand und Ertrag in der Liga in keinster Weise.

Wertung: 2,5

Beste Himmelblaue: Aigner, Müller


Trainerstimmen

Daniel Berlinski (CFC) bei mdr.de:
"Das ist sehr bitter. Wenn man die erste Halbzeit sieht, dominieren wir das Spiel. Wir spielen uns Torchancen heraus, verwerten diese aber nicht. So gehen wir mit einem 0:0 in die Halbzeit. In der zweiten Halbzeit stand Auerbach noch einmal tiefer. Dadurch sind wir noch weiter in die gegnerische Hälfte gerückt. In der Restabsicherung standen wir nicht so sicher wie vor der Pause. Da lassen wir zwei, drei Konter zu. Und dann ist es bitter, wenn Du so ein Spiel hier verlierst. Je länger das Spiel läuft, desto schlechte wurde der Platz. Da kann dann auch mal ein Ball verspringen. Wir müssen das Spiel in der ersten Hälfte entscheiden, dann läuft die zweite Halbzeit komplett anders. Ein sehr bitterer Abend für uns."

Sven Köhler (VfB) bei mdr.de:
"Ich habe mich riesig gefreut, weil die Mannschaft für die schwierigen Bedingungen belohnt worden ist. Wir haben wichtige Spieler verloren wir Amer Kadric, wenn die Saison zu Ende gespielt worden wäre, wäre Alexander Morosow längst wieder spielberechtigt, dann hatten wir mit Albert Löser noch einen kurzfristigen Ausfall gehabt. In der ersten Halbzeit musste wir mit Hendrik Wurr nicht verletzungsbedingt auswechseln. Das sind alles Dinge, die einer Mannschaft nach der Niederlage in Bischofswerda nicht gut tun. Die Jungs haben sich aber hervorragend reingebissen. In der ersten Halbzeit hatten wir zwei, drei Mal Glück, da hat Schmidt hervorragend gehalten. Aber in der zweiten Halbzeit mit den mutigen Aktionen nach vorn haben wir zumindest immer wieder für Gefahr gesorgt. Es wird ein schwieriges Jahr für uns – da verkleistern wir uns auch die Augen nicht, wenn wir heute gegen Chemnitz gewonnen haben. Wir können es hier im Stadion aber allen schwer machen. 'Zimbo' Zimmermann ist eine Art Lebensversicherung für uns. Wichtig ist, dass er nach seiner zeitigen Gelben Karte cool geblieben ist."

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