Spielbericht // Saison 2020/2021

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC3:2FSV Union Fürstenwalde
FSV Union Fürstenwalde
5. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2020/2021
Sonntag, 06. September 2020, 16:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 1.592
Schiedsrichter: Ostrin (Eisenach)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Union Fürstenwalde
T Jakubov
A Milde
A Hoheneder
A Campulka
A Köhler
M T. Müller
M KurtGelbe Karte
M BickelGelbe Karte
M Ogbidi (88. Dartsch)
M Freiberger (94. Bekö)
S Breitfelder (86. Roscher)

Trainer: Berlinski
1:0 Freiberger (19.)
1:1 Putze (22.)
2:1 Bickel (28./Handelfer)
2:2 Ciapa (47.)
3:2 Campulka (74./Foulelfer)

T Richter
A WunderlichGelbe Karte (60. Hempel)
A MaresGelbe Karte
A Weiß
A Komnos (82. Turci)
M Geurts
M Putze
M StaggeGelbe Karte (77. Atici)
M Kanther (77. Martynets)
M CiapaGelbe Karte
S Snoshi

Trainer: Mauksch
Spielbericht

Köhler rettet drei wichtige Punkte

Von Pierre Schönfeld

Es lief die dritte Minute der Nachspielzeit. Fürstenwalde hatte Ecke - abgewehrt. Erneute Ecke. Wieder wurde der Ball abgewehrt, da kam der Fürstenwalder Geurts aus zentraler Position zum Schuß. Das Leder ist auf dem besten Weg, in den Winkel einzuschlagen, da rettet in letzter Sekunde Köhler auf der Linie und köpft das Leder über den Kasten. Schlußpfiff! Die Spieler fallen glücklich über Köhler. Es war das spannende Finale einer hart umkämpften Partie. Der Chemnitzer FC hat seinen zweiten Saisonsieg eingefahren.

Nach dem 2:2 in Babelsberg unter der Woche stellte Berlinski auf zwei Positionen um. Auf rechts verteidigte wieder Köhler für die verletzten Schimmel und Knechtel (wurde unter der Woche an der Hand operiert). Campulka rückte für Vidovic neben Hoheneder in die Innenverteidigung.
CFC - FSV Union Fürstenwalde 3:2Gegner FSV Union Fürstenwalde war gut in die Saison gestartet. Nach drei Siegen in Folge rangierte die Elf von Ex-Dynamo Matthias Maucksch vor dem Spieltag auf Rang 3 der Tabelle.
Bei idealen äußeren Bedingungen waren erstmals auch wieder mehr als 1.000 "Teilnehmer" zugelassen und das Hygienekonzept erlaubte unter den maximal möglichen 4.632 bis zu 800 Zuschauer auf der Stehplatztribüne. So kam erstmals seit sechs(!) Monaten der Support auf der Fischerwiese wieder von den Stehplätzen. 1.592 Zuschauer hatten am Sonntag den Weg ins Stadion gefunden. Die unterhaltsame Partie hätte mehr Zuschauer verdient gehabt.

Die Berlinski-Elf begann das Spiel wie die Feuerwehr. In der ersten Viertelstunde drückte der Club Fürstenwalde in deren eigene Hälfte. Freiberger hatte nach einer Viertelstunde die himmelblaue Führung nach Breitfelder-Ablage auf dem Fuß. Doch FSV-Keeper Richter entschärfte seinen Schuß aus Nahdistanz. Ein paar Minuten später machte es der Neuzugang aus Lotte besser. Eine scharfe Hereingabe von Ogbidi verwandelte er zum 1:0 (19.). Fürstenwalde antworte humorlos und trocken. Angriff der Neongrünen über rechts, in der Mitte stand Putze und knallte den Ball aufs Tor. Jakubov war noch dran, war aber gegen den Einschlag machtlos. Der Ausgleich nach 22 Minuten. Nach einer halben Stunde die erneute Führung für den Club. Fürstenwaldes Abwehrspieler Weiß hatte im Strafraum Hand gespielt, Schiri Ostrin auf den Punkt gezeigt. Der in der ersten Halbzeit bärenstarke Bickel liess sich die Chance nicht entgehen - 2:1 für Himmelblau. So ging's auch in die Kabine.

CFC - FSV Union Fürstenwalde 3:2Nach nur 19 Sekunden in der zweiten Halbzeit hatte Freiberger das dritte Tor für den Club auf dem Fuß. Frei vor Richter verzog er denkbar knapp. Statt Führungsausbau erfolgte die kalte Dusche. Union spielt sich im CFC-Strafraum die Kugel zu, dann schoß Ciapa das Leder ins lange Eck. Erneuter Ausgleich und Deja Vu vom Mittwoch-Spiel. Doch diesmal sollte es anders kommen - der agile Ogbidi wurde im Strafraum gefällt und es gab erneut einen Strafstoß für den Club. Diesmal schnappte sich überraschenderweise Campulka das Leder und verwandelte ebenso souverän wie Bickel in der ersten Halbzeit. Zuvor hatte Ogbidi noch die Riesenchance zur Führung vergeben, als er alleine vor Richter das Leder nicht am FSV-Keeper vorbeibrachte.
Fürstenwalde wechselte viermal durch und gab nochmal Vollgas. Der CFC hatte Glück, dass einmal der Pfosten (80., Kopfball Shohi), dann Jakubov gegen Geurts (85.) und in der Nachspielzeit Köhler auf der Linie gegen Geurts rettete. Mit viel Einsatz (stark Campulka!) retteten Sie den Sieg über die Ziellinie.
Bleibt noch zu erwähnen, dass Simon Noah Roscher, himmelblaues Eigengewächs, in den letzten Spielminuten noch zum Einsatz kam.
Durch den Heimsieg klettern die Himmelblauen vor dem Pokalspiel kommende Woche auf Rang 9 der Tabelle.

Fazit: Es war ein im höchsten Maße nervenaufreibendes Spiel gegen einen starken Gegner. Bickel schwingt sich immer mehr zum Spielgestalter auf und auf der rechten Seite machen Milde und Ogbidi ordentlich Betrieb. Kurt hat sicherlich die Technik um die Bälle im Mittelfeld zu verteilen - ihm fehlt aber sichtlich noch die Praxis. Was einen als Fan auf die Palme bringen kann ist das Suchen nach "spielerischen Lösungen" in der letzten Reihe, was aufgrund von mangelndem Können immer wieder schiefgeht. Auch das Aufkommen von "einfachen Fehlern" ist viel zu hoch.

Nicht nachvollziehbar ist zudem, das Berlinski, als Maucksch schon viermal gewechselt hatte und der FSV mit voller Kapelle auf den Ausgleich drängte, nicht die Anstalten machte, einen seiner platten Jungs auszuwechseln. Das hätte auch schief gehen können.

Nachtrag: Fürstenwalde-Coach Matthias Maucksch ging nach dem Spiel noch ab wie ein Zäpfchen, bezeichnete u.a. den Schiri mehr oder weniger direkt als Betrüger. Sein Co-Trainer war während der Partie nach einem Ausraster auf die Tribüne geschickt worden.

Wertung: 2,0

Beste Himmelblaue: Campulka, Ogbidi, Bickel


Spielerstimmen

Tobias Müller (CFC) bei mdr.de:
"Wir hatten das spielerische Übergewicht, teilweise haben wir aber auch gute Chancen liegengelassen. Die Elfmeter sind für mich klare Entscheidungen. Hinten raus haben wir noch einmal gezittert und sind unserem Verteidiger dankbar, dass er den von der Linie kratzt. Im Endeffekt haben wir uns das nach den letzten Wochen einfach verdient. Wir müssen uns weiter von Spiel zu Spiel steigern, es gibt genug Sachen, die wir hätten besser machen können. Jetzt sind wir einfach nur glücklich, dass wir den Dreier eingefahren haben. Der Sieg gibt Rückenwind. Hoffenheim ist ein kleines Bonbon, das wir mitnehmen wollen."

Trainerstimmen

Matthias Mauksch (FSV) bei mdr.de:
"Ich muss erst einmal Luft holen, damit ich mich nicht verquatsche. Man braucht nur einmal die entscheidenden und strittigen Szenen korrekt bewerten, dann denke ich, weiß jeder, um was es geht. Denjenigen, der heute gepfiffen hat, wollten wir schon mehrfach nicht. Das Wort fängt mit B an und hört mit rüger auf. Aber der NOFV denkt, dass alles von vor einem halben Jahr vergessen ist. Das will ich nicht mehr haben. Das ist für mich Wettbewerbsverzerrung."

Daniel Berlinski (CFC) bei mdr.de:
"Fürstenwalde ist eine starke Mannschaft und ein Gegner, der mitspielen wollte. Und da ergeben sich natürlich Räume. Ich glaube, dass wir von der ersten Minute an gut in den Zweikämpfen waren. Das Ziel war heute, ganz klar nach vorn zu spielen. Und das haben die Jungs sehr gut umgesetzt. Offensiv gab es aber durchaus noch Dinge, die nicht so optimal liefen. Das fünfte Spiel in 15 Tagen - die Jungs können bei der Intensität halt noch nicht so im Saft sein wie gewünscht."

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