Spielbericht

9. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2021/2022
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
2:3
1. FC Lok Leipzig
1. FC Lok Leipzig

Ein echter Fußballabend

von dFT

Bei für Mitte Oktober schon arg kühlen Temperaturen stand am Mittwoch das Nachholespiel zwischen dem Chemnitzer FC und Lok Leipzig auf dem Plan. Vor dem Flutlichtspiel standen die Messestädter in Sichtweite zur Tabellenspitze, die Himmelblauen dagegen im ersten Aufbaujahr im Mittelfeld der Tabelle. Nach Trainer Berlinski war es das Duell einer starken Defensive gegen die ausweislich des Torverhältnisses beste Abwehrreihe der Liga.

CFC - 1. FC Lok Leipzig 2:33265 Zuschauer, darunter 600 im Gästeblock, bildeten die stimmungsvolle Kulisse für diesen Kick, der sich damit nominell und in den Rahmenbedingungen wie ein echtes Fußballspiel anließ und dies durchaus auch auf dem Feld wurde.

Berlinski wechselte im Vergleich zur Eilenburg-Partie nur Bickel für Grym in die Startelf und diese benötigte dann auch keinerlei Anlaufzeit. Nach 16 Sekunden der erste Abschluss, auch in den Folgeminuten ein hellwaches Auftreten des CFC mit einem schick anzusehenden, letztlich aber erfolglosen Kabinettstückchen Shalas nach 11 Minuten als Höhepunkt. Lok bis zu diesem Zeitpunkt enttäuschend, ohne jeden Zugriff aufs Spiel. Den erarbeitete man sich dann in den Folgeminuten, indem man mit mehr Galligkeit Zweikämpfe suchte und sich so über Freistöße an den Jakubovkasten annäherte, ohne Gefahr heraufzubeschwören. Der CFC stand weiterhin überwiegend sicher, nach vorn passierte aber auch nichts mehr, die Luft der Anfangsminuten war deutlich raus. Ab etwa Minute 20 schlichen sich Unkonzentriertheiten ins himmelblaue Spiel, leider vor allem auch defensiv. Ballverluste, auch wieder riskantes Kleinklein statt einer kompromisslosen Linie. Freiräume, die sich Lok zu nutzen machte und in Minute 29 in Zählbares ummünzte. Bei einem guten Steilpass auf Ogbidi (der besonders motiviert auftrat), bot Zickert ein ungeschicktes Tackling an, das Ogbidi gern für den fälligen Elferpfiff annahm und mit Schwung dahinsegelte. Versuchte er später nochmal, da war es weniger geschickt ausgeführt. Pfeffer ließ sich die Chance nicht nehmen, verwandelte souverän. Fortan kontrollierte Lok das Spiel, ohne selbst spielerisch irgendwie zu glänzen. Mussten sie ja aber auch nicht. Denn erst in der Nachspielzeit zeigte Chemnitz plötzlich doch noch Interesse an Torannäherungen, scheiterte aber mit zwei guten Aktionen.

CFC - 1. FC Lok Leipzig 2:3 Der Start in die zweite Hälfte gestaltete sich dann deutlich verteilter. Mit mehreren Kickern bearbeitete Lok die Walther-Seite, ließen den Jungen in einer ansonsten wieder guten Partie einmal alt aussehen und schon vollendete Rangelov überlegt, nachdem Pfeffer von der Grundlinie zurückgelegt hatte. Das fühlte sich in der Abgeklärtheit der Entstehung eigentlich an wie der Haken an dieses Spiel (zumal Ziane gleich noch ein dickes Brett liegen lassen durfte) – und war es doch nicht. Mit der Einwechslung von Schimmel und Freiberger brachte Berlinski nochmal frischen Wind aufs Feld und es geschah etwas, was es beim CFC eigentlich gar nicht gibt: Tor nach einer Ecke. Erst Schimmel per Kopf und dann Kurt mit einer feinen Direktabnahme nach der durch Sievers abgewehrten Ecke. Der eine Viertelstunde zuvor nicht für möglich gehaltene Ausgleich, Begeisterung, Euphorie. Leider nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf dem Platz. Noch am Feiern lässt man Lok viel Platz, sodass selbst der Stolperer Piplica eine Art Pass zum völlig freien Voufack bringt, der den himmelblauen Emotionen den Stecker zieht. Bitter, Mann! Gut, dass man nicht die Köpfe hängen ließ, es gegen das nun noch dichtere Lok-Netz vor deren Strafraum versuchte und dabei auch immer wieder Ideen hatte, die in Chancen mündeten. So Campulka, der seiner Kopfballchance (über die Querlatte) noch lange nachtrauern dürfte, oder auch Caciel (knapp neben den Pfosten). Es half alles nichts mehr, nach einer letzten Ecke war Schluss, Lok in seiner Abgezocktheit als Auswärtsteam mit nicht ganz unverdienten Punkten im Gepäckwagen, wenngleich 0 Punkte auf der himmelblauen Seite für diesen Auftritt doch auf jeden Fall einer zu wenig ist.

Was bleibt? Neben heute durchaus guten Ideen und über weite Strecken einer erkennbaren Ordnung im Spiel sowie dem unbedingt gegebenen Willen der Spieler, durchaus auch dem Glauben an die eigenen Kräfte, sollte man sich den Auftritt der Lok in Sachen Zweikämpfe mal als Anschauungsmaterial ansehen. Die Blaugelben waren diesbezüglich einfach zu oft geschickter.

Wertung: 2,5

Beste Himmelblaue: Bickel, Kurt

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Pressestimmen

mdr.de

Lok kocht Chemnitz im eigenen Stadion ab!

Was für ein atemberaubender Sachsen-Kracher! Lok Leipzig verspielte erst einen 2:0-Vorsprung beim Chemnitzer FC und gewinnt dennoch mit 3:2. Während Lok auf Rang drei rauscht, bleibt der CFC im Mittelmaß. [..] Ein schnell vorgetragener Konter über Luca Sirch direkt durch die Mitte führte zu einem Foulelfmeter. CFC-Kapitän Zickert räumte Theo Ogbidi ab, Sascha Pfeffer verwandelte zum verdienten 0:1 (29.). Kurios: Ausgerechnet alle Ex-Spieler der jeweiligen Gegenseite waren beteiligt. Zickert war früher bei den Probstheidaern Spielführer, Ogbidi kam erst im Sommer von Chemnitz nach Leipzig und hat mehr Scorerpunkte als alle CFC-Profis und Torschütze Pfeffer war früher auch mal für die Westsachsen aktiv. [..]

freiepresse.de

Pokalrevanche missglückt: Chemnitzer FC verliert gegen Lok Leipzig

[..] Vor dem Anpfiff wurde an Hermann Kretschmann erinnert, indem sein Foto auf der großen Anzeigetafel eingeblendet wurde. Der langjährige Athletik- und Rehatrainer der Himmelblauen war am 6. Oktober im Alter von 80 Jahren unerwartet verstorben. Deshalb liefen alle CFC-Kicker mit einem Trauerflor auf. [..] Bei kühlen Temperaturen wurde es den Gastgebern dann noch eisiger zumute, als Bogdan Rangelov kurz nach Wiederanpfiff auf 0:2 stellte. Doch der CFC erstarrte deshalb nicht, vielmehr markierte Kilian Pagliuca in der 64. Minute den Anschlusstreffer. Okan Kurt sorgte eine knappe Viertelstunde vor dem Abpfiff für den Ausgleich. Die Freude darüber verflog allerdings zügig, denn in der 78. Minute brachte Eric Voufack Lok wieder nach vorn. Danach drückte Chemnitz, aber der Ausgleich sollte nicht mehr fallen. [..]

tag24.de

Lok Leipzig dampft durch die Liga: Vierte Saisonniederlage für den CFC!

[..] Andis Shala versuchte es nach der ersten Ecke spektakulär, setzte den Ball mit der Hacke knapp am langen Pfosten vorbei (9.). Dann kamen die Gäste. [..] Die Platzherren blieben offensiv blass. Das war zu umständlich, zu ungenau, zu hektisch. In der Nachspielzeit traf Okan Kurt aus spitzem Winkel das Außennetz. [..] "Uns fehlt die Durchschlagskraft, wir müssen konsequenter werden", forderte CFC-Sportgeschäftsführer Marc Arnold in der Halbzeitpause. [..] Kilian Pagliuca ließ die Himmelblauen mit seinem Kopfballtor (65.) wieder hoffen. Okan Kurt schaffte mit einem Traumtor tatsächlich den Ausgleich (75.). Doch Lok antwortete postwendend. [..]

blick.de

Chemnitzer FC kassiert Heimniederlage gegen Lok Leipzig

[..] In der 27. Minute wurde Theo Ogbidi, der einst ein Himmelbauer war, auf die Reise geschickt und konnte von Robert Zickert nur auf Kosten eines Elfmeters gestoppt werden. Mit Sascha Pfeffer schnappte sich ein weiterer Ex-Chemnitzer die Kugel und donnerte das Spielgerät nach einer knappen halben Stunde völlig humorlos zum 1:0 für Lok in die Maschen. Auch danach gab der Europacup der Pokalsieger -Finalist von 1987 den Ton an und ließ es so gut wie nicht zu, dass die Chemnitzer in den gegnerischen Strafraum eindringen konnten. [..] Bei kühlen Temperaturen wurde es den Gastgebern dann noch eisiger zu Mute, als Bogdan Rangelov kurz nach Wiederanpfiff auf 2:0 stellte. [..]

Trainerstimmen

Almedin Civa (1. FCL) bei mdr.de:
"Chemnitz hat uns die ersten 15 Minuten hinten reingedrückt, dann haben wir uns befreit und eine gute erste Halbzeit gespielt. Beim Stand von 2:0 kann Djamal Ziane sogar nochmal erhöhen. Bei Ecken und Freistößen wussten wir, dass der CFC uns überlegen und sehr gefährlich ist. Bei jedem Freistoß und jeder Ecke hat es gebrannt und wir sind geschwommen, jedoch eben auch nur bei Standards. Beim 2:2 hatte ich eine kurze Herzattacke. Man sieht aber, dass wir gute Ballgewinne haben und immer wieder Pässe in die Tiefe bringen. So kamen wir auch zum Siegtor."

Daniel Berlinski (CFC) bei mdr.de:
"Wir waren von der ersten Minute an sehr dominant und hatten gute Ballbesitzphasen. Der Elfmeter war für Lok dann der Dosenöffner. Nach der Pause wollten wir angreifen und bekommen das 2:0. Viele Mannschaften brechen dann auseinander. Riesenkompliment an meine Jungs, wie wir reagiert haben. Allerdings sind wir anschließend wahrscheinlich wie schon vorm Elfer in der ersten Hälfte auch nach dem Ausgleich zu euphorisch und vernachlässigen die Restverteidigung. Für mich hat das effektivere Team gewonnen. Das tut sehr weh, aber haut uns nicht um."

9. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2021/2022
Mittwoch, 13. Oktober 2021, 19:00 Uhr
Chemnitz, Fischerwiese
Zuschauer: 3.265
Schiedsrichter: Bartnitzki (Erfurt)
Chemnitzer FC
T Jakubov
A WaltherGelbe Karte
A Campulka
A ZickertGelbe Karte
A Aigner
M Caciel
M KurtGelbe Karte
M BickelGelbe Karte
M Kircicek (60. Schimmel)
S Pagliuca
S Shala (60. Freiberger)

Trainer: Berlinski
1. FC Lok Leipzig
T Sievers
A Berger
A Eglseder
A Sirch
A SalewskiGelbe Karte
M Abderrahmane
M Piplica (78. Heynke)
M OgbidiGelbe Karte
M Pfeffer
M Rangelov (77. Voufack)
S ZianeGelbe Karte

Trainer: Civa
Tore
0:1 Pfeffer (30./Foulelfer)
0:2 Rangelov (53.)
1:2 Schimmel (66.)
2:2 Kurt (77.)
2:3 Voufack (78.)