Vorbericht

9. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2021/2022
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
2:3
1. FC Lok Leipzig
1. FC Lok Leipzig

Harter Brocken für den CFC im Nachholer gegen die …

von Timo Görner

… zweitbeste Auswärtsmannschaft der Liga, die zudem ein echtes Abwehrbollwerk als beste Defensive der Staffel aufbietet und eine "Torfabrik" am Laufen hat. Die Favoritenrolle liegt nicht gerade auf unserer Seite.

Das letzte Spieljahr unseres Gegners:


Als Vorjahres-Staffelsieger in die Spielzeit gegangen, war der Trend mit Platz 7 und 14 Punkten auf den Aufsteiger aus Berlin-Lichterfelde negativ. Es fehlte die Konstanz in der Herbstrunde. Der Umbruch im Kader, der Abgang von Stammspielern und der Trainerwechsel gingen nicht ganz reibungslos vonstatten.

In den ersten 5 Spielen konnte sich Lok oben etablieren, steckte den Fehlstart bei Hertha II (1:3) weg und holte in 4 Spielen 10 Punkte. Es gab Heimsiege gegen den BAK (2:1) – der Rückstand in 6 Minuten gedreht – und Luckenwalde (3:0). In Jena führte Lok bis kurz vor Abpfiff. In Bautzen gegen Bischofswerda das Team abgezockt (2:0). Die 5 Punkte auf Viktoria aufholbar.

Es wurden 14 durch eine "mittleren Sieglosserie". Angefangen gegen uns. In Rathenow und gegen Cottbus wurden je 2 Punkte nach Führung liegen gelassen. Bitter wurde es bei der VSG (0:5) im Duell der Konkurrenten um Platz 1 der Vorsaison.

Der diesmal direkte Aufstieg unrealistisch. Egal ob noch 3 Begegnungen oder die Saison normal zu Ende ging. Lok heimstark, ließ TeBe (4:0) keine Chance und machte gegen Meuselwitz das Tor kurz nach Anpfiff. Geschmälert durch die 3. Pleite im 3. Spiel in Berlin, diesmal in Lichtenberg (2:3).

Unbefriedigend die Auswärtsbilanz. 1 Sieg (in Bautzen) gegen 3 Hauptstadt-Niederlagen. Fast wie der CFC, auch mit dem einzigen Auswärtsdreier beim BFV. Zu Hause waren nur der Aufsteiger und die VSG besser. 4x wurde gewonnen.

Das Finale im Sachsenpokal erreichten die Leipziger ohne Gegentreffer gegen Dresdner Mannschaften. Mitte Oktober mühte sich der Finalist 2017 (1:0) bei Laubegast 06 (Landesklasse). Souverän gegen die Dynamo U19 im Halbfinale. Im Endspiel Lok als verdienter Sieger.

Delegierungen für diese Saison bislang:


Die Veränderungen hielten sich in Grenzen mit 6 Ab – und 5 Neuzugängen.

Keeper Jeroen Gies (26/Rotenburger SV), im Sachsenpokal die Nr. 1, zog es in die Oberliga Niedersachsen. Kapitän und Spielmacher Paul Schinke (30/SV Concordia Schenkenberg) beendete seine Profi-Laufbahn nach dem Test beim CFC. Ging in die Kreisoberliga Nordsachsen. Der kanadische Rechtsaußen Gabriel Boakye (23) ist noch ohne Verein. Bilanz: 2 Tore + 2 Vorlagen. Der Rest spielte keine wichtige Rolle oder war selten eingesetzt.

Lok holte mit 5 relativ wenig Neue, diese aber fast alle bekannt und interessant. Alle 5 kamen aus dem Regionalliga-Bereich, wobei 2 nicht eingesetzt wurden.

Das Tor vermeldete Jan-Ole Sievers (26/Elversberg), bei der SV ohne Einsatz. Station zuvor u. a. Kaiserslautern, dort 13-mal 3. Liga. Für die Abwehr kam Rechtsverteidiger Eric Voufack (19/Jena II). Ausgebremst zu Beginn der Spielzeit (Sprunggelenksverletzung), nominell in der 1. Mannschaft. Für die offensive Zentrale kehrte Michael Schlicht (27/Auerbach) in die Heimat zurück. 2009 ging es aus der FC Sachsen-Jugend zu RB. Weiter nach Zwickau, Schweinfurth, Bautzen, VfB. 2016/2017 17-mal für den FSV in Liga 3. Im Angriff zog es auf Rechtsaußen den Serben Bogdan Rangelov (23/Babelsberg) und Theo Ogbidi (20/CFC) an die Pleiße.

Die sportliche Leitung:


Der Bosnier Almedin Civa (49) ist die zweite Saison der Chef mit Vertrag bis 2023, ist auch Sportlicher Leiter. Als Co-Trainer fungiert seit Saisonbeginn Robert Weiße (32), Civas Wunschkandidat. Erste Station im Männerbereich. 2015 bis 2018 verantwortlich für die U15, U16, U19 des SV Babelsberg 03. Dazu kommen die Stationen FC Barcelona Academy in Kanada (U17), RB Leipzig (U11) und Jugendförderverein Neuseenland (U19). Mannschaftsleiter ist Frank Weiske (49).

Das Kollektiv:


Im Tor hat sich wie erwartet Ole Sievers durchgesetzt, vor Dennis Dickmann (24) und Jannes Tasche (22). In den beiden Sachsenpokalspielen dufte Tasche ran.

In der Abwehr sind als Innenverteidiger Luca Sirch (22/1), Mike Eglseder (28), Leon Heynke (21) die wichtigen Spieler. Heynke auch im defensiven Mittelfeld einsetzbar. David Urban (29) blieben nur Kurzeinsätze. Links vertrauen die Trainer auf den Österreicher Damir Mehmedovic (23), Stammkraft Rechts ist weiter Robert Berger (24/1), der bereits 3 Vorlagen beisteuerte. Eric Voufack gilt als Alternative für beide Positionen, steht bei 5 Kurzeinsätzen.

Als "6er" haben Zak Paulo Piplica (20) und Farid Abderrahmane (25) gute Karten, dazu Heynke. Alternative der Litauer Edvardas Lucenka (24). Hinter der Sturmspitze agiert ein Trio. Links Maik Salewski (31), noch ohne Torbeteiligung, vor dem Nigerianer Goteh Ntignee (20). Zentral hat Kapitän Sascha Pfeffer (34/5) klar das Sagen. Michael Schlicht ist außen vor.

In der Angriffszone kann Civa bei den Flügeln auf Bogdan Rangelov (23/1) und Theo Ogbidi (20) bauen. Unser Ex-Kicker konnte bereits für 7 Treffer auflegen, sich durchsetzen. Ist aktuell in Topform. Spielt Rechts wie Links. Rangelov ist rein für die rechte Seite aktiv. In der Sturmspitze stehen mit Djamal Ziane (29) und Tom Nattermann (28/5) zwei herausragende Vertreter dieser Zunft zur Verfügung. Ziane traf bereits 7-mal in nur 7 Spielen, an insgesamt 10 Toren beteiligt. Nattermann kommt knapp dahinter – 5x erfolgreich.

Mit 18 Feldspielern und 3 Torhütern hat Lok den kleinsten Kader der Liga. 25,3 Jahre im Schnitt liegen über dem CFC mit 24,7. Eine gute Mischung aus erfahrenen Kickern wie Pfeffer, Salewski, Ziane, Nattermann sowie den schon erprobten jungen Akteuren Piplica, Heynke, Sirch, Ogbidi. Kandidat für die oberen Plätze in der Tabelle.

Krankenlager / Strafbank / Parteistrafen:


Michael Schlicht laboriert noch an einer Rückenverletzung.

Die aktuelle Saison bislang:


Civas Mannschaft liegt in "Lauerstellung", mit 8 Punkten auf Spitzenreiter BAK. Hat aber 2 Spiele weniger absolviert, offen die Spiele am Mittwoch und 10.11. gegen Cottbus. Die gute Laune nach den letzten Punktspielen wurde am vergangenen Wochenende getrübt, die Rotation im Kader in Bautzen ging schief. Der Titelverteidiger flog früh aus dem Pokal.

In der Liga sieht es auswärts besser aus als im eigenen Stadion. Auf Reisen sind die Blau-Gelben enorm stark, ungeschlagen und haben 5 der 6 Spiele bei 16:1 Toren gewonnen. Das einzige Gegentor wurde ausgerechnet bei Schlusslicht Eilenburg (1:1) kassiert. Dagegen stehen die Dreier in Rathenow, Auerbach, Fürstenwalde und Meuselwitz (je 4:0) welche nicht so überraschten. Auf alle Fälle aber das 3:0 bei der VSG Altglienicke als deftige Revanche zum 0:5 im Vorjahr.

Zu Hause tat sich der EC-II-Finalist von 1987 erstmal deutlich schwerer, erst im 4. Anlauf wurde der 1. Sieg bejubelt, dem 4:0 gegen TeBe folgte auch gleich ein weiteres 4:0 – gegen Halberstadt. Zuvor bestrafte der BFC als abgezocktes Spitzenteam beim 4:1 zum Auftakt Fehler im Abwehrverhalten, gewann auch Primus BAK im "alten Bruno" knapp (2:1). Gegen Jena zuvor war mehr drin als das schmucklose 0:0.

Vor dem Dämpfer bei Oberligist Budissa Bautzen (0:2) holte sich Lok 4 Siege in Folge bei makelloser Defensivbilanz von 13:0 Toren. Eben der letzte volle Erfolg bei Kellerkind Auerbach war schwer erkämpft und die Gastgeber dran, die Serie zu unterbrechen.

Lok stellt mit 26 Toren die zweitbeste Offensive, mit 3 und mehr Treffern in 6 Spielen. 16 davon in der Fremde. Noch besser stellt sich die Defensive dar, erst 7-mal schlug es im Kasten der Leipziger ein. Allein 4-mal davon gegen den BFC. In 8 Partien "stand die Null". Das letzte Tor in der Liga gegen unseren Gegner vom Mittwoch erzielte am 19.09.2021 Adam Fiedler vom FC Eilenburg.

Im DFB-Pokal war gegen Leverkusen wenig drin. Mit Doppelschlag in Min. 6 und 14 stellte der Erstligist früh die Weichen. Das 0:3 am Ende deutlich, kein Grund zum Hadern. Dort wollte man auch kommende Saison landen. Daraus wird nun nichts.

Perspektive für das Spieljahr:


Es wird schwierig, ganz oben anzugreifen. Der Kader ist klein, ggf. wirken sich Ausfälle negativ aus. Ein Platz unter den ersten 5 sollte drin sein, als Hauptkonkurrenten für mehr gelten auch hier die "großen 3 aus der Hauptstadt".

Die Bilanz gegen den 1. FC Lok Leipzig:


72 Spiele stehen zu Buche, ein echter "Ost-Klassiker". Der Saldo ausgeglichen, beide konnten 29 Duelle zeitigen. Auf eigenem Platz liegen wir mit 18 Siegen gegen 9 Niederlagen deutlich vorn bei 76:57 Toren. Den letzten Sieg hier konnten die Blau-Gelben - als VfB - am 04.08.1995 (2:1) im damaligen "Sportforum" verbuchen. Danach sah man sich selten, gelangen uns 3 Siege mit 4:3, 3:1 – beide Male stand danach der Aufstieg und dem dramatischen Pokal-Halbfinale 2019.

Gegensätzlich dazu das Bild in der Messestadt, wo Lok mit 20 Siegen gegen 11 himmelblaue Erfolge die Nase vorn hat. Eingedenk des blassen Auftritts beim Sachsen-Pokalfinale im Vorjahr. Um Punkte ging es vor knapp 1 Jahr, rettete Christian Bickel mit seinem Tor das Unentschieden.

Das Umfeld / Stimmung / Wirtschaft:


Auch bei Lok muss nach den letzten Monaten sparsam agiert werden. Nach dem verpassten Aufstieg 2020 blieben fast alle Sponsoren im Boot und erhöhten teilweise die Gelder. Erfreulich in dieser Phase der Erwerb der Logo-Markenrechte, das Erbbaupachtrecht für das Stadion. Die Entwicklung im sportlichen Bereich war OK. Einen Schritt zurück hatte man aufgrund der Etat-Kürzung auf 1/3 vermutet. Umso erfreulicher, dass erstmals seit 2003 der Landespokal geholt wurde.

Verbunden damit die Teilnahme am DFB-Pokal, zumal mit attraktivem Gegner. Gegen Leverkusen kamen 6.800, spülten neben der Prämie für Runde 1 weitere € mehr in die Kassen. Für den e. V. wurden bei der Mitgliederversammlung 2021 gute Zahlen verkündet. 2020/2021 konnte der Eingang von 488.000 € Spenden vermeldet werden. Zum 30.06.2020 stand + 532.000 € Eigenkapital, die Quote über 50%. Dazu 409.000 € Gewinn. Die Bilanz zum 30.06.2021 trotz Pandemie im Plus.

Für die GmbH standen per 30.06.2020 Verbindlichkeiten von 2,9 Mio. €. Mitte Juni 2021 wurde per Kapitalerhöhung ein positives Eigenkapital erreicht. Die Vereinsführung beantragte diese in Höhe von 38.460 € für die GmbH, mit Mehrheit von 94% der Mitglieder durchgewunken. Dazu wurden 35% Kapital- und Stimmanteile der GmbH an Franz-Josef Wernze (ETL) veräußert, ebenfalls nach klarer Zustimmung.

Heimstätte soll auch weiter die Arena an der Connewitzer Straße bleiben, die Alternative "Zentralstadion" würde selbst im Fall eines Drittligaaufstiegs nicht angehen. Nach 5 Spielen liegt der Schnitt bei 2.400, Chemie hier vorn (3.322). Bester Besuch gegen den BFC (3.094), zuletzt waren es 2.155 gegen Halberstadt ein. Seit Beginn der Saison ist die "KAFRIL Unternehmensgruppe" aus Lossatal zwischen Leipzig und Torgau der Hauptsponsor der Lok. Aktiv im Erdbau, Abbruch, Recycling, Straßenbau und Außenanlagen.
9. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2021/2022
Mittwoch, 13. Oktober 2021, 19:00 Uhr
Chemnitz, Fischerwiese
Zuschauer: 3.265
Schiedsrichter: Bartnitzki (Erfurt)


Tore

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich

Chemnitzer FC 1. FC Lok Leipzig
10Tabellenposition12
11
8
1,4
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
10
6
1,7
3 (37,5%)
3 (37,5%)
Siege
Niederlagen
3 (50,0%)
2 (33,3%)
9 : 8
1,1 : 1,0
Tore
Tore pro Spiel
12 : 6
2,0 : 1,0
3:1 gegen Tennis Borussia Berlin (H), SV Lichtenberg 47 (A)Höchster Sieg4:0 gegen FSV Union Fürstenwalde (A), Tennis Borussia Berlin (H)
0:2 gegen VSG Altglienicke (H)Höchste Niederlage1:4 gegen BFC Dynamo (H)
s-U-n-N-uDie letzten Spieles-N-s-S-s
4 Spiele in Folge ohne SiegAktuelle Serien3 Siege in Folge
3 Spiele in Folge ungeschlagen
3 Spiele in Folge ohne Gegentreffer

Die Bilanz

 ZahlSUNTore
Alle Spiele72291429125:125
Heimspiele34187976:57
Auswärtsspiele381172049:68
Ligaspiele6123142492:92
Pokal-/Relegationsspiele1160533:33

Rückblick auf die letzten 15 Spiele

1994/19952. Bundesliga16. SpieltagChemnitzer FC - VfB Leipzig2:0 (1:0)
1994/19952. Bundesliga33. SpieltagVfB Leipzig - Chemnitzer FC2:3 (1:2)
1995/19962. Bundesliga1. SpieltagChemnitzer FC - VfB Leipzig1:2 (1:2)
1995/19962. Bundesliga18. SpieltagVfB Leipzig - Chemnitzer FC0:0 (0:0)
1998/1999Regionalliga Nordost2. SpieltagChemnitzer FC - VfB Leipzig4:3 (2:1)
1998/1999Sachsenpokal1. RundeVfB Leipzig - Chemnitzer FC4:1 n.V.
1998/1999Regionalliga Nordost19. SpieltagVfB Leipzig - Chemnitzer FC2:0 (1:0)
2010/2011Sachsenpokal2. Runde1. FC Lok Leipzig - Chemnitzer FC0:5 (0:0)
2012/2013SachsenpokalAchtelfinale1. FC Lok Leipzig - Chemnitzer FC1:2 (1:0)
2016/2017SachsenpokalFinale1. FC Lok Leipzig - Chemnitzer FC1:2 (1:1)
2018/2019Regionalliga Nordost10. SpieltagChemnitzer FC - 1. FC Lok Leipzig3:1 (3:0)
2018/2019Regionalliga Nordost27. Spieltag1. FC Lok Leipzig - Chemnitzer FC4:2 (1:2)
2018/2019SachsenpokalHalbfinaleChemnitzer FC - 1. FC Lok Leipzig13:12 n.E.
2020/2021Regionalliga Nordost6. Spieltag1. FC Lok Leipzig - Chemnitzer FC1:1 (1:0)
2020/2021SachsenpokalFinale1. FC Lok Leipzig - Chemnitzer FC1:0 n.V.