Freitagabend, Flutlicht und ein zumindest sportlich attraktiver Gegner mit der finanzstarken und entsprechend gut besetzten „Volkssportgemeinschaft“ aus dem Berliner Randbezirk. Immerhin über 4000 Himmelblaue waren dann auch im Stadion und hofften auf ein erwärmendes Spiel.
Mal wieder eine taktische Änderung beim CFC, Pistol durfte -oder musste- dieses Mal im zentralen Mittelfeld neben Baumgart und Stockinger beginnen, Eppendorfer wieder als Rechtsverteidiger. Den besseren Start erwischten die Gäste, mit einer Doppelchance nach Ecke (4.), wobei Bozic per Kopf kurz vor der Linie klärte. Die VSG wirkte in der gesamten ersten Halbzeit deutlich überlegen, Ballbesitz, Passsicherheit, Schnelligkeit, Zweikämpfe – kaum eine Komponente, wo die Himmelblauen nicht zweiter Sieger waren. Viele Bälle kamen in den CFC-Strafraum, aber Großchancen gab es nur wenige.

Und so fiel das 0:1 auch mit einem Fernschuss, der eigentlich gar keine Chance war (14.). Saliger ließ Eppendorfer aussteigen, und hielt vom Strafraumeck mal drauf auf die kurze Ecke. Adamczyk streckte sich vergeblich, der Ball rutschte ihm über die Hände an den Innpfosten, und von da ins Tor.
Später hatte der CFC Glück, dass das 0:2 abgepfiffen wurde. Ekui reklamierte lieber, statt sich um Manske zu kümmern und so zog dieser in den Strafraum und drosch den Ball in den kurzen Winkel, weil Adamczyk mit einem Querpass rechnete. Bloß gut, dass Torjäger Nietfeld in der Mitte Baumgart einen Schubser gab, und der Schieri die Situation abpfiff.
Und die Offensivbemühungen der Himmelblauen? Nicht existent. Zwei Freistöße, die Bochmann per Kopf jeweils knapp verpasste, sowie eine abgerutschte Flanke von Grimaldi, die sich auf die Latte senkte - das wars. Wirkte irgendwie plan- und hilflos. Bozic viel im Mittelfeld unterwegs, Alberico völlig abgetaucht, Pistol mit seiner Position überfordert, auch Baumgart mit ungewöhnlich vielen Abspielfehlern, Flankenläufe der Außenverteidiger nicht vorhanden.
Nach der Pause konnte man seinen Augen kaum trauen. Der CFC legte plötzlich eine Präsenz zu Tage, die Spieler, wach, schnell, bissig in den Zweikämpfen – und die VSG davon sichtlich überrascht und beeindruckt. So dauerte es auch nicht lange bis zum Ausgleich.
Freistoß Stockinger, Rücker bringt den Ball Richtung Tor, den Abwehrversuch zentral an die Strafraumgrenze nimmt der aus dem Rückraum heranstürmende Grimaldi volley – 1:1 (50.), was für ein Kracher!
Nur wenige Minuten später schickt Pistol mit einem schnell ausgeführten Einwurf wieder Grimaldi in die Spur. Der nimmt den Ball noch in der eigenen Hälfte an, schnelle Drehung und los geht’s. Er lässt mit Ball drei Gegenspieler stehen, zieht in den Strafraum und versenkt die Kugel zur 2:1 Führung! Großer Jubel in Himmelblau, und ziemlich konsternierte Gäste. Kurz darauf hätte es sogar noch besser werden können, aber Bozic verpasste eine Eingabe von Grimaldi knapp. Wer so einen Verlauf zur Pause prophezeit hätte, wäre ausgelacht worden.
Und die Gäste? Zeigten dann mit einer Aktion doch ihre Klasse. Türpitz sieht Saliger zentral am Strafraum, der dreht sich mit Ball und zieht ab zum 2:2 (65.), wobei der Ball wieder Adamczyk über die Hände rutscht. Aber Saliger stand auch viel zu frei, Bochmann, Rücker und das Mittelfeld – keiner fühlte sich zuständig.
Kurz darauf musste Adamczyk verletzt vom Platz, vielleicht eine Zerrung. Ob ihn das zumindest beim zweiten Gegentor behinderte unklar. David Wunsch kam, und hatte auch noch einiges zu tun im Spiel. Ähnlich wie in Halbzeit 1 erzielte die VSG noch einen Treffer, der zurückgepfiffen wurde. Eine Eingabe drückte Saliger an den Pfosten, beim Nachschuss stand er auf der Linie im Abseits.
Das war es dann, vom CFC nach den starken 20 Minten ab Wiederanpfiff den Rest des Spiels nichts mehr zu sehen. Als ob hier wirklich komplett verschiedene Spieler in den himmelblauen Trikots aufliefen.
Fazit: Ein verdienter Punktgewinn dank deutlicher Steigerung nach der Pause. Es war sogar mehr drin, aber 20 gute Minuten sind dann in Summe doch zu wenig.