Spielbericht // Saison 2004/2005

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:0VfL Wolfsburg II
VfL Wolfsburg II
24. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2004/2005
+++ Nachholespiel +++
Dienstag, 05. April 2005, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 3.050
Schiedsrichter: Melms (Osterburg)
Chemnitzer FCTorfolgeVfL Wolfsburg II
T Klömich
A Meyer
A Ahlf
A Göhlert
A Kanitz
M Mehlhorn
M Fillinger
M Okeke
M Devoli
S Pinto (82. Calicchio)
S Lenk (7. Schmidt/65. Schindler)

Trainer: Demuth
1:0 Okeke (16.)
2:0 Göhlert (55.)

T Platins
A Lorenz
A Gouiffe á Gouffan
A Makiadi
A Ewert (46. Romanczuk)
M  Mandel
M LuftGelbe Karte (46. Lamprecht)
M Präger
M LaabsGelbe Karte
S  Bingana
S Meissner (75. Hansen)

Trainer: Erkenbrecher
Spielbericht

2 unterschiedliche Halbzeiten, ein verdienter Sieger und warum Abseits so kompliziert ist

Von Thoralf Wätzold

Erstmals seit dem 2. Spieltag sieht sich der Chemnitzer FC wieder auf der anderen, der guten Seite des Strichs. Durch einen 2:0-Sieg im Nachholespiel gegen die Amateure des VfL Wolfsburg konnten die Abstiegsplätze verlassen werden.

Nach dem Aufwärtstrend seit dem Trainerwechsel und dem immer geringer werdenden Abstand zum rettenden Ufer fanden sich über 3.000 Zuschauer auf der Fischerwiese ein, um den CFC im Nachholespiel des 24. Spieltages zu unterstützen. Und sie sahen ein abwechslungsreiches und zumindest in der 1. Halbzeit auch spannendes Spiel mit einem am Ende verdienten Sieger.

CFC-Coach Dietmar Demuth im Halbzeit-InterviewRobin Lenk war nach seiner Gelb-Sperre wieder im Aufgebot und Daniel Göhlert spielte für Sascha Gillert in der Abwehr. Das Spiel begann mit der üblichen Abtastphase, in der zwar der Ball gepflegt hin und her geschoben wird, der Zuschauer aber dazu geneigt ist, sich lieber am Bratwurststand anzustellen. Und genau in dieser Phase kam der erste Schock für den CFC: Nach einem Zweikampf im Mittelfeld geht Lenk zu Boden und verdreht sich beim Aufkommen das Knie so unglücklich, dass das Spiel für ihn bereits vorbei war. Mit einer starken Stauchung und Verdrehung des linken Kniegelenkes mit einem Teilabriss des vorderen Kreuzbandes wurde er ausgewechselt und für ihm kam Kenny Schmidt ins Spiel, der sich in den letzten Spielen mit Kurzeinsätzen angeboten hatte. Dann wurde aber auch noch Fußball gespielt. Die erste große Chance hatte Wolfsburg und ausgerechnet Stefan Meissner, langjähriger Spieler in den Reihen der Chemnitzer. Doch sein Schuss von halbrechts sprang vom Innenpfosten zum Glück wieder ins Feld zurück. Beim CFC verspürte man zwar den nötigen Biss, doch lief noch nicht alles rund. Die erste Torchance führte dann auch gleich zum Erfolg, als Meyer den Ball bis weit in den Strafraum einwirft, Pinto per Kopf verlängert und Okeke genau richtig steht und zum 1:0 einköpft (16.). Aufatmen im weiten Rund, sind doch 3 Punkte am heutigen Abend lebenswichtig. Die Gastgeber spielten weiter nach vorne, vor allem Okeke zeigte sich im Mittelfeld sehr umsichtig, doch wirklich zählbare Chancen sprangen nicht mehr heraus. Auf der anderen Seite hatte man Glück, dass die Null noch stand, was vor allem am agilen Siedsrichter-Assistenten 1 lag, der bei nahezu jedem Angriff der kleinen Wölfe die Fahne oben hatte. So auch Mitte der 1. Halbzeit, als der Ball bereits im Chemnitzer Tor zappelte, der Jubel der Gäste jedoch durch das Fahnenzeichen jäh unterbrochen wurde und sich in heftige Proteste wandte. Wahrscheinlich stand ein Wolfsburger im 5-Meter-Raum passiv im Abseits, nach Ansicht des Assistenten hat dieser aber wohl Klömisch im Tor behindert und ist somit nicht mehr passiv gewesen. Eine Regel, die man sicher so und so auslegen kann, in diesem Fall freuen wir uns natürlich über diese Entscheidung.

Mit dieser knappen Führung ging es dann in die Kabine, während der Regen weiter zu nahm und die Schlange an der Bratwurstbude zum Ärgernis einiger Zuschauer immer länger wurde.

In der zweiten Halbzeit dann das gleiche Spiel auf Seiten der Wolfsburger: Ein Pass nach vorn zog unmittelbar das Fahnenzeichen des Schiedsrichter-Assistenten (diesmal des zweiten) nach sich, was im Laufe der Zeit auch zu einer gewissen inneren Ruhe bei den Zuschauern führte. Denn die 2 schwarzen Perlen im Stürm der Gäste waren ihrem Abwehrspieler immer einen Schritt voraus, was zwar prinzipiell gut ist, aber nicht, wenn man dadurch im Abseits steht. Auf der anderen Seite fand der CFC nun immer besser ins Spiel und sorgte für wirkliche Gefahr vor dem Gäste-Tor. Semir Devoli und Olivio Calicchio auf der EhrenrundeNach einer Ecke hielt Daniel Göhlert seinen Kopf genau richtig an den Ball und nach der Unterkante der Latte und der Vorfreude auf den bevorstehenden Torjubel gelangte der Ball dann doch noch hinter die Linie: 2:0 und große Erleichterung nach 55 Minuten. Auch kommt der CFC-Fan wieder zu der Ehre, Standardsituationen seines Teams zu sehen, welche für Gefahr sorgen. Waren früher Eckbälle für den CFC immer ein Vorteil für den Gegner, bringt Okeke Freistöße und Ecken immer wieder brandgefährlich vor das Tor. Nach dem Mitte der 2. Halbzeit die Wolfsburger das Ding mit dem Abseits immer noch nicht richtig verstanden hatten und sich auf Grund des Rückstandes und der Aussichtslosigkeit eines eigenen Tores aufgegeben hatten, spielten sich die Himmelblauen in einen Rausch. Bereits in der Hälfte des Gegners wurden die Bälle erobert und sich immer wieder Chancen erspielt. Kenny Schmidt versuchte es mit einem Fallrückzieher, Fillinger nahm nach einer Hereingabe von links den Ball mit der Brust an, sein Seitfallzieher ging jedoch über das Tor. Auch Devoli versuchte sich zwei mal mit Fernschüssen, welche nur knapp das Tor verfehlten. Und während die Fans im ganzen Stadion sangen und die Stimmung einen längst vergessenen Pegel erreichte, durfte auf dem Rasen jeder mal daneben schießen. Das Torverhältnis hätte an diesem Abend auf jeden Fall aufgeglichen werden können, hätte man die Chancen einigermaßen genutzt. Denn von Wolfsburg war nun gar nichts mehr zu sehen und ein spielerischer Unterschied zu einem Bezirksligisten nur noch minimal erkennbar. Nur um Klömisch musste man sich etwas sorgen, stand er doch fast die ganze zweite Hälfte allein in seinem Strafraum und lief Gefahr, sich durch den immer noch andauernden Regen zu erkälten.

Am Ende standen mit diesem 2:0-Sieg 3 Punkte im Abstiegskampf auf der Habenseite, und die Zuschauer hatten besonders in der zweiten Hälfte ein munteres Spielchen mit vielen Torchancen gesehen. Der Stimmung nach zu urteilen hat ihnen das auch ganz gut gefallen, und man kann nur hoffen, dass sich am Samstag gegen Osnabrück wieder viele Chemnitzer im Stadion einfinden werden, denn der Aufwärtstrend ist unverkennbar und mit der nötigen Unterstützung von den Rängen können die noch fehlenden Punkte eingefahren werden.

Wertung: Note 2,5

Beste Himmelblaue: Okeke, Kanitz

Pressestimmen

Freie Presse
Okeke setzt die Glanzlichter [..] Nieselregen und empfindliche Kühle gestern Abend im Stadion an der Gellertstraße. Doch nach dem 2:0-Triumph gegen die Amateure des VfL Wolfsburg schien für den Chemnitzer FC nur noch die Sonne.

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