Spielbericht // Saison 2005/2006

 
FC Sachsen Leipzig
FC Sachsen Leipzig3:5 n.E.Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Halbfinale - Sachsenpokal - Saison 2005/2006
Mittwoch, 17. Mai 2006, 18:00 Uhr
Alfred-Kunze-Sportpark, Leipzig
Zuschauer: 4.089
Schiedsrichter: Hartig (Freital)
FC Sachsen LeipzigTorfolgeChemnitzer FC
T Twardzik
A WejsfeltGelbe Karte (112. Berber)
A Kittler
A OgungbureGelbe Karte
A Köckeritz
M Soltau
M Werner (77. Semmer)
M Baum
M Garbuschewski
S Breitkopf
S Boltze (112. Fischer)

Trainer: Leitzke
1:0 Wejsfelt (104.)
1:1 Rolleder (118.)

Elfmeterschießen:
1:2 Görke
2:2 Baum
2:3 Rolleder
3:3 Semmer
3:4 Jazwinski
Breitkopf (gehalten)
3:5 Adamu
Garbuschewski (gehalten)

T Süßner
A BeckerGelbe Karte (89. Jazwinski)
A BaumannGelbe Karte
A EnsrudGelbe Karte
A Kunert
M Schumann (74. RollederGelbe Karte)
M GörkeGelbe Karte
M AdamuGelbe Karte
M Tomoski
M Wölfel
S Lenk (90. Göhlert)

Trainer: Müller
Spielbericht

Zeit für Helden

Von Erik Büttner

Circa 3000 frenetische grün-weiße Fans im Rücken und Ronny Garbuschwski vom FC Sachsen Leipzig am Elfmeterpunkt vor Augen. Das sind die Momente, in denen Helden geboren werden. Sekunden später tauchte Steffen Süssner links ab und hielt den Elfmeter des Sachsen-Spielers. Der CFC stand im Finale des Sachsenpokals.

Es war der Höhepunkt eine Pokalhalbfinales, dass erst in der 2. Halbzeit der Verlängerung richtig interessant wurde. Die 105 Minuten davor sind schnell erzählt: Der FC Sachsen beschäftigte die wackelige CFC-Defensive von der ersten Minute an. Breitkopf (4., 38.) hatte beste Chancen das Spiel schon vor der Pause zu entscheiden. Danach waren es Boltze (67.) und Garbuschewski (76.), die riesengroße Möglichkeiten vergaben. Süssner rettete zudem nach einem Freistoß in großer Manier (85.). In der 88. Minuten hatte dann der CFC auch seine erste ernsthafte Torchance. Becker wurde nach Doppelpass mit Adamu gerade noch am Einschieben gehindert.
So ging es in die Verlängerung und zunächst passierte nicht viel. Dann aber rettete Süssner einmal (101.), zweimal (103. ) und beim dritten Mal lag der Ball im Tor (104.). Wejsfelt hatte nach Ecke von Garbuschewski viel Luftraum um in Seelenruhe einzuköpfen. Nun kapierten die Himmelblauen auch langsam, dass sie wohl doch mal etwas nach vorn spielen mussten. Das sah zwar wenig koordiniert aus, brachte aber zumindest die Chemiker, besonders deren Torwart Rene Twardzik, in Schwierigkeiten, wenn die nicht gerade am Kontern waren und wieder mal freistehend am Tor vorbei schossen (Semmer, 114.). Und so nutzte schließlich Rolleder ein Missverständnis zwischen Twardzik und Köckeritz um den Ball von der Strafraumgrenze ins leere Tor zum Ausgleich zu schieben. Der grün-weißen Anhang auf den Rängen war fassungslos, und ca. 500 CFC-Fans in ihrem Minikäfig aus dem Häuschen.

Also, auf ins Elfmeterschießen! Schieri Hartig aus Freital loste das Tor vor dem gewaltigen Norddamm, der Heimat der FCS-Fans aus und Chemnitz durfte anfangen. Görke legte vor, Baum zog nach. Rolleder traf, Semmer jetzt auch. Der junge Jazwinski zeigte keinerlei Nervosität, dafür aber Breitkopf, der an Süssner scheiterte. Entsetzen stand den meisten der rund 6.000 (offiziell 4.098) im Alfred-Kunze-Sportpark ins Gesicht geschrieben. Adamu ließ das kalt und traf. Er holte sich zudem noch (zurecht) Gelb wegen provozieren der Sachsen-Fans ab. Dann war Garbuschewski an der Reihe, der Rest ist Geschichte...

Unrühmlich war, was sich schließlich noch in und um das Stadion herum abspielte. Mitten in den Jubeln der Chemnitzer rannten aus der Kurve des Chemie-Anhangs einige aufs Spielfeld und attackierten Chemnitz’ und Leipzigs Spieler. Als dort die Ordnungskräfte die Oberhand gewannen, ging es vor dem Haupteingang weiter. „Clever“, dass auch noch der CFC-Block geöffnet wurde, um das Chaos auf die Spitze zu treiben.

Unter dem Strich gesehen war es aber für den Chemnitzer FC das Spiel der Saison 2005/2006. Am Ende interessiert es keinen mehr, dass die Himmelblauen nur einfach Riesendusel hatten. Wenn man aber solche Chancen, wie der FC Sachsen sie hatte, nicht nutzt, muss man sich aber auch nicht wundern, wenn man dann auf diese Art verliert. Für die CFC-Fans war es sicher eine kleine Genugtuung für das verlorene Finale im letzten Jahr. Und Steffen Süssner scheint zum Pokalheld geboren zu sein, denn es war das 2. Mal, dass er in einem Elfmeterschießen die Oberhand behielt. Beim ersten Mal endete das mit dem Pokal in seiner Hand und vielen frustrierten lila-weißen Leuten...

Wertung: 1,5 (aber nur für die letzte halbe Stunde)

Bester Himmelblauer: Süssner

Pressestimmen

Leipziger Volkszeitung
Sachsen-Kicker schludern im Elfmeterschießen"
"[..] Die Gäste setzten sich mit 4:2 im Elfmeterschießen – nach Verlängerung stand es 1:1 – durch und hatten damit komplett den Verlauf auf den Kopf gestellt. [..] Die Leutzscher müssen wirklich mit ihrem Schicksal hadern und die Schuld am Ausscheiden bei sich selbst suchen. [..]

BILD Leipzig
Schlimme Randale nach dem Pokal-Derby gegen Chemnitz"
"[..] Und diesmal flossen bei den Leipzigern Tränen - 3:5 nach Elfmeterschießen. Völlig unnötig... [..] Ganz schlimm: nach dem Chemnitzer Sieg stürmten 30 "Sachsen-Fans" den Platz. Wollten den Gäste-Spielern an die Wäsche. Selbst Sachsen-Stürmer Boltze bekam im Gewühl ein Wurfgeschoß aufs Auge. [..]

MDR - Online
CFC feiert - FCS-Fans randalieren"
"[..] Den Chemnitzern fehlte im Spiel nach vorn eine ordnende Hand im Mittelfeld. Selbst Standards verpufften. [..] Im Elfmeterschießen dann avancierte der Chemnitzer Torwart Süßner zum Helden des Tages. [..]

Freie Presse
Steffen Süßner wird zum Held von Leutzsch [..] Der Chemnitzer FC scheint noch zu leben. Nach einer desaströsen Saison ergriffen die Himmelblauen gestern den letzten Strohhalm für ein Erfolgserlebnis und zogen in das Finale des Fußball-Sachsenpokals ein, das zu Pfingsten beim VFC Plauen ausgetragen wird. [..] Zum Held von Leutzsch avancierte CFC-Torhüter Steffen Süßner, der im Elfmeterschießen gegen Breitkopf und Garbuschewski die Nerven behielt und beide Schüsse großartig parierte. [..] Die Partie in den vorangegangen 120 Minuten war zum Vergessen.

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