Vorbericht

4. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2025/2026
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
2:4
1. FC Magdeburg II
1. FC Magdeburg II

Nachlegen und auf zum dritten Heimsieg gegen die "FCM-Bubis" …

von Timo Görner

… die nach einem perfekten Auftakt in die neue Saison und Liga zuletzt ohne Punkte blieben. Der CFC wird auf eine ehrgeizige, spielstarke und voll motivierte junge Truppe treffen und alles geben müssen, um erneut erfolgreich zu agieren.

Die letzte Saison unseres Gegners:

Für den FCM II war die Oberliga Nordost Süd quasi nur eine kurze "Zwischenstation" auf dem Weg aus der Verbandsliga Sachsen-Anhalt in die Regionalliga. Schon im ersten Jahr als Oberligist wurde Rang 4 erreicht hinter Bischofswerda, Plauen und Halberstadt. Alles ehemalige Viertligisten. In der abgelaufenen Spielzeit ging es noch mal deutlich aufwärts. Wurden satte 20 Punkte mehr geholt und ein ebensolcher Vorsprung auf Vizemeister VfB Krieschow und den VfL Halle 1896 zementiert. 3 Spieltage vor Ultimo war man auch rechnerisch nicht mehr einzuholen. Bei einem Vorsprung von 14 Zählern und zudem 28 Toren. Grundlage für den "großen Wurf" war eine überragende Frühjahrsrunde 2025, wo man der im Herbst 2024 zeitweise durchaus nahen Verfolgerschaft hoffnungslos für diese enteilte.

Der Vierte vom Vorjahr kam gut in die Saison, blieb die ersten 9 Spiele ungeschlagen. Herausragend die Auftritte beim Ludwigsfelder FC (4:0) und Einheit Wernigerode (4:1). Auswärts zunächst stärker, tat man sich zu Hause etwas schwerer. So holten sich der SC Freital und Auerbach (jeweils 2:2) ein Remis in Magdeburg wie Mitfavorit Halberstadt beim 0:0. An Spieltag 10 der erste Dämpfer, das 0:3 beim RSV Eintracht Stahnsdorf kostete erstmal die Tabellenführung. Alles doch relativ dicht zusammen, vom Ersten zum Siebten waren es 6 Punkte. Der FCM II straffte sich aber gleich wieder, deklassierte dabei Wismut Gera auf deren Platz 7:0 wie den SV Blau-Weiß Zorbau 6:0. Chancenlos auch Wernigerode und Sandersdorf (3:0). Zur Winterpause konnte man 33 Punkte aus 16 Spielen verbuchen, 2 hinter dem Herbstmeister aus Halle.

Im Frühjahr 2025 dann der enorme Höhenflug. Alle 14 Duelle siegreich bei 48:11 Toren. Eine Konstanz, welche die teils patzende Konkurrenz am Ende zermürbte. Die Auftritte bei den ambitionierten Ex-Regionalligisten Bischofswerda (5:0), Halberstadt, Auerbach (3:0) eine Machtdemonstration. Den FC Grimma fegten die Blau-Weißen 6:1 vom Platz. Für die einzige Niederlage der Saison wurde sich gegen Stahnsdorf (3:1) revanchiert. Der "Big-Point", wurde damit der Vorsprung 5 Spiele vor dem Ende auf 13 Zähler ausgebaut. Im eigenen Revier der FCM II ungeschlagen mit 11 Siegen, nur ganz knapp hinter Stahnsdorf. Auswärts konnte niemand den Elbestädtern das Wasser reichen. Freital 14 Punkte dahinter, Vize Krieschow 15. 88:25 Tore waren offensiv und defensiv Platz 1.

Delegierungen für diese Saison:

Die Veränderungen waren im eher mittleren Bereich bei 8 Ab – und Neuzugängen. Einzig nennenswerter Abgang Mittelstürmer Julius Hoffmann (21/Chemie Leipzig). Er kam, obwohl nur 8-mal in der Anfangsformation, auf 6 Tore und 4 Vorlagen. Zog nach 1 Jahr in Magdeburg weiter. Die anderen waren nur sporadisch eingesetzt, alles Ergänzungsspieler.

7 der Neuen spielten in Nachwuchsmannschaften. 2 in der eigenen U19. Einer ist im Tor Felix Güldner (19), im Vorjahr 2-mal im Kader. Aber nur mit 1 Einsatz am letzten Spieltag. Jetzt auch offiziell in der U23. In der Abwehr stießen als Innenverteidiger Marvin Pohl (19/Viktoria Berlin) und der Bosnier Mihailo Trkulja (22/Holstein Kiel II) zum Team. Kenan Aydin (20/Greuther Fürth II) verteidigt Rechts. Alle Stammspieler bei ihren Ex-Vereinen, Trkulja sogar Kapitän. Aydin hat die Nachwuchsabteilung der Franken durchlaufen. Im Mittelfeld gab es ebenfalls 3. Tim Giesen (22/Schalke 04 II) gilt als "6er", zuvor 1. FC Köln und Dynamo Dresden. Leon Mergner (18/U19) ist "8er". Laurin Schößler (18) auf der linken Außenbahn versuchte sich seit 2017 bei RBL. Konnte sich zuletzt bei der U19 nicht dauerhaft etablieren. Der "Königstransfer" ist Mittelstürmer Malick Sanogo (21/Altglienicke). Der Ivorer, geboren in den USA, kam bei der VSG in 12 Spielen ab Ende Januar 2025 auf je 2 Tore und Vorlagen. Stationen zuvor die Nachwuchsmannschaften in Cottbus, Nürnberg, bei Union Berlin.

Die sportliche Leitung:

Beim FCM II gibt es 2 gleichrangig verantwortliche Trainer und zudem ein bekanntes Gesicht mit Petrik Sander (64). Er übernahm im Sommer 2022. Rückte aus der U19 auf. Kam von Budissa Bautzen, zuvor noch bei der TuS Koblenz, VfR Aalen, in Jena und Cottbus. Für den FCE absolvierte er auch die meisten Einsätze als Spieler von 1981 bis 1984 und 1987 bis Karriereende 1994. Größter Erfolg 2006 der Aufstieg mit Cottbus in die 1. Bundesliga. Zweiter Chef Pascal Ibold (35), aktiv u. a. bei Lok Leipzig und Jena. Wie Sander davor bis 2022 zuständig für die U19.

Maximilian Heidel (26) coacht die Keeper, Ex-Kicker bei unterklassigen Clubs in Sachsen-Anhalt. Sein Start gemeinsam mit Sander und Ibold.

Die aktuelle Saison bislang:

Begann zunächst höchst erfreulich mit einem Auswärtssieg in Leipzig-Leutzsch, zumal man beide Tore in Unterzahl erzielte und auch fast eine komplette Halbzeit mit 10 gegen 11 bestritt. Nach einer ausgeglichenen 1. Hälfte mit den besseren Chancen auf Seiten der Blau-Weißen warf die Mannschaft auch die Dezimierung nicht um. Vor dem Tor zeigten sich die Domstädter 2-mal eiskalt, während dessen sich Chemie in seiner offensiven Harmlosigkeit ergab. Gut gestimmt ging es zum Derby gegen den Halleschen FC, das durch ein Slapstick-Eigentor verloren ging. Auch das zweite Heimspiel blieb punktelos, diesmal eher unerwartet gegen Luckenwalde beim 1:2. Der FSV entschied die Partie durch eine starke Phase um die Halbzeitpause mit den Toren in Minute 45 und 47. Dem Anschlusstreffer nach einer Stunde folgte ein Anrennen, aber bis auf die Nachspielzeit ohne die klare Chance. Ärgerlich, da man nun ein anspruchsvolles weiteres Programm hat. Nach dem Gastspiel bei uns kommt der BFC nach Magdeburg, dann geht es nach Erfurt und auch gegen den Greifswalder FC ist man nicht unbedingt der Favorit.

Das Spieler-Kollektiv:

Im Tor kamen bislang 2 zum Einsatz. Noah Kruth (22) aus dem Profikader durfte bei Chemie und gegen den HFC ran. Zuletzt war dies Robert Kampa (20) vorbehalten. Alternativen wären noch Tom Schlitter (23) und Felix Güldner (19). Wer dann am Samstag das Tor hütet, wird man sehen.

In der Abwehr vertrauten die Trainer bei den Innenverteidigern zuletzt auf Marvin Pohl (19) und Kapitän Julius Pfennig (22). Letzter seit 3 Jahren beim FCM II. Eine weitere Option ist der erfahrene Tarek Chahed (29). Januar 2023 die Rückkehr in die Domstadt vom Berliner AK. Seitdem in der U23 am Ball. Aktuell aber verletzt und noch ohne Spielpraxis. Wie auch Mihailo Trkulja (22), sollte eigentlich wie Chahed mit seiner Erfahrung in der Regionalliga beim Bahlinger SC, SVG Freiberg und Holstein Kiel II die junge Mannschaft führen. Links sind die Deutsch-Polen Marcel Zajusch (21), Mihailo Trkulja und Conner Schulze (20) zu Hause. Rechts lief in allen 3 Spielen Felix Vogler (22) auf. Links durften sich der Togolese Pierre Nadjombe (22) und Luxemburger Eldin Dzogovic (22) beweisen, Nationalspieler mit 9 Einsätzen. Kenan Aydin (20) noch keine Option.

Zentral vor der Abwehr kämpfen Timo Birk (21), Tim Giesen (22) um ihren Platz. Leon Mergner (19/1) kommt noch dazu, je nach Ausrichtung. In Leipzig und gegen Luckenwalde war man etwas defensiver unterwegs als gegen den HFC. Offensiv ausgerichtet stand Willi Kamm (22) im Stammkader, wie Aydin zuvor in Fürth im Nachwuchs aktiv. Schon in der Aufstiegs-Saison feste Größe bei 5 Torbeteiligungen. Hector Hink (22) ist aktuell Ergänzungsspieler. Kam 2023 aus dem Nachwuchs der SGD. Laurin Schößler (18), vorgesehen für die linke Seite, muss sich auch erst rankämpfen. Grundsätzlich richten die Trainer die Aufstellung eher offensiv aus. Mit 3 Spitzen wie gegen den HFC oder 1 im Angriff, bedient durch 3 im Mittelfeld zu dessen Unterstützung. Bei einer U23 ja auch fast immer so der Fall. Auch am Samstag darf man an der Gellertstraße keine "Maurertruppe" erwarten. Was uns aber auch entgegenkommen sollte.

So verfügt das Aufgebot über 7 nominelle Angreifer, beim CFC sind es immerhin auch 6. In der Sturmmitte dürften der Kosovare Enis Bytyqi (28) und Neuzugang Malick Sanogo (21) die besten Chancen auf einen Stammplatz haben. Dazu kommen Emir Kuhinja (23) und Joonas Frenzel (19). Alle bislang noch ohne Torerfolg wie der gesamte Sturm. Die beiden selbst erzielten Treffer kamen von Leon Mergner und Marcel Zajusch. Zajusch an 2 der 3 Treffer beteiligt. Das als Linksverteidiger. Den Linksaußen besetzt der zweite Kapitän Stefan Korsch (26), "Eigengewächs". 2018 nach Halberstadt gewechselt und 2023 wieder zurück. Den rechten Flügel bedienen Albert Millgramm (20) und Elisio Widmann (21). Millgramm aus dem Nachwuchs von Hertha 03 Zehlendorf, gesetzt in den ersten 3 Spielen.

Nicht überraschend, dass mehrere Akteure etatmäßig zum Kader der Zweitligamannschaft gehören bzw. Profiverträge haben. Es Einsätze von Spielern geben kann und wird, die offiziell nicht zum Kader der U23 gehören. 8 bislang an der Zahl. Betrifft Noah Kruth und Robert Kampa im Tor, Reservisten hinter dem unumstrittenen Dominik Reimann bei der Ersten. Den größten Bekanntheitsgrad dürfte aber Connor Krempicki (30) haben, der 63 Einsätze in der 2. Bundesliga für den FCM seit 2022 aufweisen kann. Er durfte bei Chemie für 45 Minuten ran. Sollte aber für den Samstag eher weniger ein Thema sein.

Krankenlager / Strafbank:

Tarek Chahed fiel zuletzt wegen einer Muskelverletzung aus, Einsatz am Samstag noch ungewiss.

Prognose:

Es geht vermutlich nur um den Klassenerhalt, dafür stehen die Chancen aber nicht so schlecht. Der Kader ist mit einigen vielversprechenden Talenten besetzt und in der vergangenen Saison wurde die Oberliga Nordost Süd ja auch deutlich dominiert. Tipp: Platz 12 bis 14.

Bilanz gegen unseren Gegner:

Auf Pflichtspielebene ist zumindest mir nichts bekannt, zuletzt traf man sich im Januar 2025 zum Testspiel mit einem 2:0-Erfolg in der Elbmetropole. Die Tore erzielten Tobias Müller und Luis Fischer.

Das Umfeld / Wirtschaft/ Stimmung:

Ziel der Verantwortlichen sollte erstmal der Klassenerhalt und zumindest mittelfristige Etablierung der U23 in der Regionalliga sein. Ob die 3. Liga ernsthaft angestrebt werden soll, bleibt eher fraglich. Der 1. FC Magdeburg ist wie bekannt insgesamt wirtschaftlich ganz stabil aufgestellt, aber eine Mannschaft in der 3. Liga würde den Aufwand im Vergleich zur 4. doch entsprechend erhöhen. Dazu partizipieren die II. Mannschaften der Erst – und Zweitligisten wie bekannt nicht an den TV-Geldern. Die aktuelle Spielklasse dürfte für die U23 der Magdeburger was Förderung und Forderung der Talente betrifft jedenfalls solide wie nützlich sein. Möglich, auch Profis aus dem dortigen Kader nach Verletzung wieder Spielpraxis zu geben. Die U23 als wichtiges Bindeglied zwischen der U19 und dem Profikader.

741 Zuschauer im Schnitt kamen zu den beiden Heimspielen in die "Avnet-Arena" am "Heinz-Krügel-Platz 1" im Osten der Stadt. Das beim Fassungsvermögen von 30.098. Schon zum Heimauftakt gab es den eigentlichen "Kassenschlager" gegen Erzrivale HFC. Aus bekannten Gründen blieben dort im Heimbereich aber fast alle Plätze unbesetzt. Quasi Heimspiel für die Rot-Weißen vor 1.156 Besuchern. Gegen Luckenwalde verirrten sich 325 im weiten Rund, was eine Auslastung von 1,05 % ergibt. Für den Samstag wird man im Gästesektor wohl nur ein paar Fans aus der Region begrüßen. Der FCM spielt schließlich in Hannover und wird dafür eine reisende Anhängerschar in fast fünfstelliger Höhe aufbieten. Eine andere Spielstätte wäre eventuell das altehrwürdige "Heinrich-Germer-Stadion", wo der FCM schon zweimal jahrelang seine Pflichtspiele bestritt. Zu DDR-Zeiten dort auch Europapokal u. a. gegen den FC Arsenal London und AC Turin gespielt wurde. Dort dürfen derzeit 4.990 Zuschauer Einlass erhalten, Heimstätte von Preußen Magdeburg. Allerdings ist die Arena mittlerweile in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Damit kein Thema für die Regionalliga, vor allem in den brisanteren Duellen.
4. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2025/2026
Samstag, 23. August 2025, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 4.616
Schiedsrichter: Ostrin (Eisenach)


Tore

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich

Chemnitzer FC 1. FC Magdeburg II
7Tabellenposition13
6
3
2,0
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
3
3
1,0
2 (66,7%)
1 (33,3%)
Siege
Niederlagen
1 (33,3%)
2 (66,7%)
3:2
1,0:0,7
Tore
Tore pro Spiel
3:3
1,0:1,0
1:0 gegen Greifswalder FC (H), BSG Chemie Leipzig (H)Höchster Sieg2:0 gegen BSG Chemie Leipzig (A)
1:2 gegen FSV 63 Luckenwalde (A)Höchste Niederlage1:2 gegen FSV 63 Luckenwalde (H)
S-n-SDie letzten Spieles-N-N
keineAktuelle Serien2 Niederlagen in Folge
2 Spiele in Folge ohne Sieg

Die Bilanz

 ZahlSUNTore
Alle Spiele11005:3
Heimspiele00000:0
Auswärtsspiele11005:3
Ligaspiele00000:0
Pokal-/Relegationsspiele11005:3

Der Ergebnisrückblick

1969/1970FDGB-Pokal2. Runde1. FC Magdeburg II - FC Karl-Marx-Stadt3:5 n.V.

Links zum Gegner