Vorbericht

13. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2025/2026
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
2:1
Hertha 03 Zehlendorf
Hertha 03 Zehlendorf

Kampf gegen zwei Serien …

von Timo Görner

… die in der Liga und die gegen Hertha 03 Zehlendorf. In beiden Fällen warten wir seit 4 Begegnungen auf einen vollen Erfolg. Gegen den Gast aus Berlin sogar auf einen Treffer. Es wird Zeit, den Schalter mal wieder umzulegen.

Die letzte Saison unseres Gegners:

Begann furios mit 5:0 zum Auftakt gegen Zwickau. Auch in den folgenden Begegnungen blieben die Blau-Weißen überraschend gut im Rennen und hatten nach Spieltag 7 mit 13 Punkten Rang 3 inne. Zu Hause wurden auch Babelsberg (2:1) und Chemie (2:0) bezwungen, wobei man hier ja aus bekannten Gründen in Lichterfelde spielen musste. Auswärts konnte man in Luckenwalde (3:0) aufhorchen lassen und holte ein 2:2 in Meuselwitz. Einziger Tiefpunkt die 2:6-Klatsche an den Jenaer Kernbergen. Zufriedenheit rund um den Club, das Saisonziel Klassenerhalt und das vorzeitig schien kein Problem zu sein. Zur Winterpause sah das dann aber anders aus, Hertha 03 abgerutscht auf Platz 15. Nur noch 3 Punkte aus 11 Begegnungen wurden geholt, kein weiteres Duell gewonnen. Zählbares lediglich beim CFC, gegen Altglienicke und Plauen. 8-mal ging es als Verlierer vom Platz.

Gegen Ende 2024 die "schwarze Serie" mit 6 Niederlagen. Deutlich wurde es bei Hertha BSC (0:3). Ärgerlich die Heimpleite gegen Mitkonkurrent Eilenburg, keine Punkte zudem beim späteren Absteiger Viktoria (jeweils 1:2). Das Jahr 2024 ging mit 3:4 im Rückspiel gegen die Zwickauer zu Ende. Für die Frühjahrsrunde 2025 stand kein sonderlich beruhigendes Polster auf den ersten vermeintlichen Abstiegsplatz 17. Gerade mal 2 Zähler auf Eilenburg.

In den 16 Partien 2025 konnten die Herthaner mit 22 Punkten genug einfahren. Eine klare Steigerung zum Herbst, trotz des Abgangs von Torjäger Serhat Polat. 2 Spieltage vor dem Ende war Rang 16 bereits definitiv sicher und 15 so gut wie. 3 Erfolge am Ende maßgeblich. 5:1 in der drittletzten Runde gegen Viktoria. Zuvor der "Pflichtsieg" in Plauen (1:0). Und das 4:1 gegen Luckenwalde. Sogar Meister Lok wurde (2:1) besiegt, der CFC reiste ebenfalls ohne Punkte ab. Stark, das 1:3 gegen Erfurt zum 3:3 auszugleichen. Wie beim 2:2 gegen Jena Hertha ernstzunehmender Gegner. Niederlagen wie in Halle, Eilenburg (1:4), gegen den BFC (3:5) am Ende verschmerzbar. Zum Abschluss fegte das Team den Namensvetter 4:0 vom Platz. Einziger Wermutstropfen das frühe Aus im Pokal bei Ex-Regionalligist Lichtenberg 47 (0:1) in Runde 2.

Zu Hause die Berliner stark als sechstbeste Mannschaft, kompensierten die Auswärtsbilanz bei 9 Punkten und 38 Gegentoren. Schlechter nur Viktoria. 57:61 Tore insgesamt offensiv Spitze (4.), defensiv schwach (16.)

Delegierungen für diese Saison:

Es gab reichlich Bewegung mit 18 Ab – und 20 Neuzugängen, dazu ging der Cheftrainer. Ein enormer Umbruch.

Stammkeeper Jasper Kühn (22) zog es nach Zwickau. Alle nennenswerten Abgänge bis auf 1 blieben in der Staffel. So Innenverteidiger Marc Enke (21/Chemie). "8er" Gabriel Figurski Vieira (24) folgte Kühn, der Brasilianer kam auf 8 Tore. Mittelfeld-Allrounder Louis Wagner (23/Altglienicke) kehrte zur VSG zurück. 5 Tore und 7 Vorlagen im Gepäck. Auf der linken Außenbahn ging Mateo Kastrati (25/TeBe) eins tiefer. Im Angriff musste man wieder einen Stürmer ziehen lassen. Bocar Baro (27) wechselte wie zuvor Polat nach Halle. Für den Portugiesen, der erst Januar 2025 aus Halberstadt kam, 11 Tore in nur 13 Einsätzen erzielte, legte der HFC 10.000 € Ablöse auf den Tisch.

Das die wichtigen Kader. Ansonsten spielten die weiteren keine oder keine wichtige Rolle.

Bei den Neuzugängen finden sich 2 bekanntere Namen. 5 aus dem Regionalliga-Bereich, 7 aus der Oberliga, 5 sind U19-Kader und 2 spielten im Ausland. Darunter war auch ein ehemaliger Himmelblauer.

Für das Tor holten die Berliner Alexios Dedidis (24/Jena) und den Ukrainer Dmytro Karika (20/Viktoria Berlin). Karika war beim Absteiger ab Anfang März 2024 gesetzt. Dedidis in Jena die Nr. 2, seine erste Station weg vom FC Carl Zeiss.

In der Abwehr zog es als Innenverteidiger Steven Roßbach (20/SV Heimstetten), Ernes Smailovic (23/RSV Eintracht), Nanitonda Quiala (20/BAK) zu Hertha 03. Roßbach schon mal 2020 bis 2021 in Zehlendorf, damals U17. Bastian Steinrücken (19) gilt als Allrounder, Fabian Bunger (18) spielt Links. Beide aus der U19.

Im Mittelfeld gab es gleich 8 Neue. Einer der bekannteren Personalien "6er" Iba May (27/Klagenfurt). Wechselte im Investorenprojekt FC Viktoria – Austria Klagenfurt. Bei den Kärntnern ohne Bedeutung. Ron Wachs (22/Rudolstadt) und Davud Keskin (19/Viktoria Berlin U19) bedienen die gleiche Position. Als "8er" gelten Jules Hasenberg (20/BFC Dynamo), Nathan Wicht (21/FC Luzern U21) aus der Schweiz. Er hat die U15 bis U19 der Eidgenossen durchlaufen. Der Japaner Shinji Yamada (31) agiert Rechts wie Ben Schulz (19/U19). Offensiv ausgerichtet ist unser Ex-Kicker Stanley Keller (23). In Babelsberg schaffte er nicht den Durchbruch, dann der bislang recht erfolgreiche Wechsel zu den Berlinern.

Im Angriff wechselten 2 Mittelstürmer vom insolventen Absteiger Viktoria zu Hertha mit Routinier Nicolas Hebisch (35) und dem US-Amerikaner Noah Jones (23). Hebisch mit jetzt 127 Spielen in der Nordost-Staffel und 25 Toren. Stationen zuvor u. a. Zwickau, Magdeburg, Lübeck, Babelsberg. Der Afghane Mohammad Moradi (19/Cottbus U19) und Niklas Doll (25/Burghausen) sind Linksaußen. Doll in der Bayern-Staffel mit guten 12 Torbeteiligungen. Rechtsaußen Ernesto Carratala-Jimenez (25/FC Victoria Rosport) stammt aus Halle (Saale), spielte in Luxemburgs 1. Liga. Dort Stammspieler.

Mit Keller, Ba, Hebisch, Jimenez, Dedidis konnten doch ganz interessante Kicker an Land gezogen werden. Keine "Kracher" wie bei Ortsrivale Altglienicke, aber das Konzept und die Ambitionen sind sowieso ganz andere.

Die sportliche Leitung:

Nach dem Abgang von Robert Schröder musste ein neuer Cheftrainer gefunden werden. Es wurde Steffen Israel (40), zuvor in Jena bei der U17. Nach 7 Spielen und ohne Sieg in der Liga war Schluss. Es folgte Tilman Käpnick (32). Erst 3 Spiele als Interim, dann ab Anfang Oktober als Chef. Er kannte den Verein bereits als U19-Trainer. Letzte Station als Spieler der SV Viktoria Potsdam bis Juli 2025. Als Co-Trainer fungieren Özkan Berber (46) und Marco Böning (40). Michael Stüwe-Zimmer (69) ist der Teammanager.

Die aktuelle Saison unseres Gegners bislang:

Kein ungewohnter Zustand, es galt im Offensivbereich wieder einen wichtigen Abgang zu kompensieren. Klares Ziel auch diesmal der Klassenerhalt. Im Vorjahr kam man sehr gut in die Saison als Aufsteiger, diesmal nicht. Wie angesprochen war nach bereits 7 Begegnungen das Ende für den neuen Cheftrainer gekommen. Das 1:2 in Meuselwitz das letzte Spiel für Steffen Israel, das in Thüringen und nur 1 Autostunde vom alten Verein entfernt. Der Vereinsführung fehlte nach der weitestgehend harmlosen Vorstellung die Überzeugung für die Trendwende mit ihm. In den ersten 6 Begegnungen um Punkte gab es nichts. In Halle wurde wie im Vorjahr deutlich verloren, diesmal 1:5. Bedenklich das 0:2 gegen den diesjährigen Berliner Aufsteiger Preußen. In Jena war man wieder chancenlos (0:4), weniger gegen Lok beim 0:1 in Minute 75. Das 2:2 gegen Hertha BSC verschob die Beurlaubung des Coaches. Mit Tilman Käpnick übernahm der U19-Chef erstmal interimsweise. Defensiv gelang eine Stabilisierung, aber kein Sieg. In Luckenwalde und gegen Zwickau war 1 Tor entscheidend. In Eilenburg stand am Ende zumindest ein 1:1.

Das Spiel gegen Babelsberg sah dann fast den ersten Sieg, dreimal gingen die Blauen aus Berlin gegen die aus Potsdam in Führung. Und ebenso oft wurde der Ausgleich kassiert. Besonders dramatisch, das 3:2 in Minute 84 erzielt. Das dritte Gegentor in Minute 90+7 eingefangen. Der Spieß wurde gegen den BFC umgedreht, kurz vor Ende das 2:1 geschossen. Damit ist Hertha 03 seit 4 Pflichtspielen ungeschlagen. Dem 1:1 gegen Eilenburg folgte auch der Sieg im Landespokal mit 6:1 beim Grünauer BC aus der Kreisliga B. Gegner im Achtelfinale Delay Sports aus Wilmersdorf, Bezirksliga.

Das Spieler-Kollektiv:

Im Tor ist Alexios Dedidis (24) die Nr. 1 vor Dmytro Karika (20), der durfte im Pokal 2-mal im Kasten stehen. Aladji Dieye (18) ist noch ohne Einsätze.

In der Abwehr wurde bisher viel probiert. Gab es den Wechsel zwischen der 3er, 4er, 5er Kette. Zuletzt wurde es im 3-4-1-2 versucht. Fixpunkt als Manndecker sind Jake Wilton (26), Nanitonda Quiala (20), Ernes Smailovic (23). Steven Roßbach spielt noch keine Rolle. Außenverteidiger finden sich bislang so nicht im Kreis der Stammkader.

Zentral vor der Abwehr setzen die Trainer meist auf Iba May (27/1), wenn fit Kapitän Sven Reimann (31). Der hat diese Saison Verletzungspech, erst 5 Einsätze. Bekannt aus Magdeburg, Jena, Babelsberg bis 2023. Davud Keskin (19/2) als junger Spieler kann zufrieden sein wie Ron Wachs (22) als Neuer aus der Oberliga. Beide mehrmals Anfangself. Für Nathan Wicht (21) läuft es sehr gut, feste Größe in seinem Bereich. Für Stanley Keller (23/3) hat sich der Wechsel gelohnt, bei den Herthanern gesetzt und erfolgreichster Torschütze. Ben Schulz (19) kämpft auf der rechten Außenbahn durchaus erfolgreich um Einsatzzeiten.

Im Angriff fehlt ein echter "Knipser". Noah Jones (23/1) in der Mitte noch kein Fixpunkt. Nicolas Hebisch (35) schon eher, aber ohne Tor. Eric Preljevic (21) spielt keine Rolle wie Patrick-Emmanuel Abé (20). Niklas Doll (25/1) auf dem linken Flügel hat meistens hier das Vertrauen, klar vorn gegen Mohammad Moradi (19). Rechtsaußen Kanto Fitiavana Voahariniaina (28), aus Madagaskar stammend, traf bislang nur im Pokal. Ernesto Carratala-Jimenez (25) ist außen vor. In diesem Sektor muss man sich steigern oder eventuell personell noch mal reagieren. Kein Vergleich zum Vorjahr mit Polat und Baro.

28 Akteure inkl. 4 Keeper sind einer der größeren Kader der Liga. 23,6 Jahre im Schnitt liegen relativ deutlich unter dem Unsrigen mit 24,9. 9 Akteure haben ausländische Wurzeln. Vertreten sind die Schweiz, England, Madagaskar, Japan, Griechenland, Afghanistan, Kuba, Kamerun, Luxemburg.

Krankenlager / Strafbank:

Jake Wilton sah gegen den BFC Dynamo die 5. Gelbe Karte, muss am Samstag zuschauen.

Prognose:

Es wird wieder schwer, die Klasse zu halten. Aber nicht unmöglich, steigern muss sich der Angriff. Tipp: Platz 15-16.

Bilanz gegen unseren Gegner:

Ausbaufähig und ausgeglichen mit je 2 Siegen, Remis und Niederlagen. Seit 4 Spielen sind wir sieglos gegen die Berliner. In Chemnitz hieß es 1997 und 2024 0:0, in Berlin 1998 und im Frühjahr 0:1. Davor konnten wir 1996/1997 4:0, 4:1 gewinnen. Offenbar war damit erstmal das Pulver gegen diesen Gegner verschossen. Am Samstag soll es besser laufen.

Das Umfeld / Wirtschaft/ Stimmung:

Die Berliner Vereine unterhalb der 1. und 2. Bundesliga begleitet wie man weiß meist die Stadionproblematik. Der BFC Preußen konnte die Anforderungen für die neue Liga stemmen, war in der durchaus glücklichen Situation Besitzer des Stadions zu sein. Kein Ärger mit der Bürokratie des Sportamts der Hauptstadt oder jeweiligen Bezirksamtes. Bei Hertha 03 dauerte es satte 14 Monate, bevor es Mitte März 2025 Licht am Ende des Tunnels gab mit der Genehmigung zur Errichtung des Gästezauns. Die Auswirkung war der Zwangsumzug ins "Stadion Lichterfelde" des FC Viktoria Berlin knapp 8 km westlich. Mit Kosten für die Miete und die Sicherheit. Bis zur finalen Fertigstellung des Projekts muss man aber zu den sog. sicherheitsrelevanten Spielen in Lichterfelde gegen den Ball treten. Wie zuletzt gegen Lok, den FSV Zwickau, BFC Dynamo. Dieses Handicap konnte in der abgelaufenen Spielzeit aber ja sehr gut weggesteckt werden, was die starke Heimbilanz beweist.

Im Vorjahr lag der Zuspruch bei der "kleinen Hertha" bei 675 im Schnitt. Weniger hatten nur der FC Eilenburg und Lokalrivale Altglienicke. 4 Begegnungen erlebten mehr als 1.000 zahlende Besucher. Der Rekordzuspruch vermeldeten die Verantwortlichen gegen die BSG Chemie Leipzig bei 1.200. Dahinter kamen mit wenig Abstand Lok, Babelsberg und der FSV Zwickau. Das Duell mit uns wollten sich 528 antun. Aktuell sind es etwas weniger mit 657 pro Partie. Das meiste Interesse fand das Hauptstadt-Derby mit Aufsteiger BFC Preußen vor 865 Fußballfreunden. Für den Samstag werden sich Freunde der Blau-Weißen eher im Tribünenbereich West einfinden. Finanziell steht man zumindest im Vergleich zum Platzhirschen und Namensvetter aus Charlottenburg stabiler da, wenn auch auf einem schwer vergleichbaren Status.
13. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2025/2026
Samstag, 25. Oktober 2025, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 3.413
Schiedsrichter: P. Kluge (Zeitz)


Tore

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich

Chemnitzer FC Hertha 03 Zehlendorf
10Tabellenposition18
15
12
1,3
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
6
12
0,5
4 (33,3%)
5 (41,7%)
Siege
Niederlagen
1 (8,3%)
8 (66,7%)
15:17
1,3:1,4
Tore
Tore pro Spiel
10:25
0,8:2,1
3:0 gegen Hallescher FC (H)Höchster Sieg2:1 gegen BFC Dynamo (H)
2:4 gegen 1. FC Magdeburg II (H)Höchste Niederlage1:5 gegen Hallescher FC (A)
S-u-n-U-nDie letzten Spielen-N-u-U-S
4 Spiele in Folge ohne SiegAktuelle Serien3 Spiele in Folge ungeschlagen

Die Bilanz

 ZahlSUNTore
Alle Spiele62228:3
Heimspiele31204:0
Auswärtsspiele31024:3
Ligaspiele62228:3
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Der Ergebnisrückblick

1996/1997Regionalliga Nordost11. SpieltagChemnitzer FC - Hertha 03 Zehlendorf4:0 (3:0)
1996/1997Regionalliga Nordost28. SpieltagHertha 03 Zehlendorf - Chemnitzer FC1:4 (0:1)
1997/1998Regionalliga Nordost14. SpieltagChemnitzer FC - Hertha 03 Zehlendorf0:0 (0:0)
1997/1998Regionalliga Nordost31. SpieltagHertha 03 Zehlendorf - Chemnitzer FC1:0 (0:0)
2024/2025Regionalliga Nordost9. SpieltagChemnitzer FC - Hertha 03 Zehlendorf0:0 (0:0)
2024/2025Regionalliga Nordost26. SpieltagHertha 03 Zehlendorf - Chemnitzer FC1:0 (0:0)

Links zum Gegner