Vorbericht

Viertelfinale - Sachsenpokal - Saison 2025/2026
FC Grimma
FC Grimma
-:-
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC

Wieder mal Sachsenpokal in Grimma …

von Timo Görner

… fast schon ein "kleiner Klassiker", 4-mal gab sich der CFC in der Kleinstadt an der Mulde die Ehre und konnte bislang immer jeweils eine Runde weiterziehen. Ein Selbstläufer wird es nicht, der Gastgeber spielt auch in diesem Jahr eine sehr gute Pokalserie und will erneut den Sprung ins Halbfinale schaffen.

Das letzte Spieljahr unseres Gegners:

Der FC Grimma beendete die letzte Spielzeit als 12. in der 16er Staffel. 3 Punkte vor dem Relegationsplatz 14, den Wismut Gera belegte. Für die Nordsachsen ging es also vornehmlich um den Klassenerhalt wie auch in dieser Saison. Für den Ligaverbleib war eine ordentliche Heimbilanz verantwortlich. Nicht berauschend, aber ausreichend, um die schwächere Ausbeute als Gast zu kompensieren. Dabei begann die Spielzeit mit einer herben Klatsche beim VfB Krieschow (0:5). Gute Reaktion folgend mit dem deutlichen 3:0 gegen den späteren Absteiger SV Blau-Weiß Zorbau. Bis zur Winterpause ließen die FC-Kicker noch zwei weitere Heimerfolge vom Stapel, gegen Ex-Regionalligisten mit Halberstadt (2:1) und Bischofswerda (2:0).

Ansonsten gab es Rückschläge im heimischen Revier wie gegen den SC Freital (1:3) oder VfL Halle 96 (1:4). Dafür knöpfte die Mannschaft dem späteren überragenden Meister und aktuellen Viertligisten aus Magdeburg (1:1) einen Punkt ab. Ganz ordentlich auch das 2:2 zum Rückrundenauftakt gegen Krieschow. Im Pokal zeigte sich die Mannschaft als Favoritenschreck. Warf mit Plauen (3:2), Eilenburg (1:0) gleich zwei höherklassige Teams raus. Wenn auch in unserer Liga keine Spitzenmannschaften. Ein 7:1 beim FSV Oderwitz 02 aus der Landesklasse brachte den Club in Runde 3. Zur Winterpause markierten 18 Zähler aus den 16 Spielen die Bilanz, man steckte im Abstiegskampf als 11. mit 3 Punkten auf den sicheren Abstiegsplatz 15. Wichtig neben 5 Pleiten in der Fremde Siege in Bautzen (2:1) und Wernigerode (3:1).

In den 14 Duellen der Frühjahrsrunde 2025 sollten noch 18 Punkte dazu kommen. Der "Big-Point" dabei das 2:0 am drittletzten Spieltag gegen den VfB Auerbach. Damit war der Klassenverbleib bei 9 Punkten zum 14. sicher. Wertvoll die Siege in Zorbau (6:1) und gegen Gera (3:1). Hinzu kamen Achtungszeichen wie in Freital (0:0), beim VfL Halle 96 (2:2) oder gegen den VfB. Rückschläge blieben nicht aus, in Magdeburg gerieten die Rot-Weißen wie auch teils andere Mannschaften unter die Räder (1:6). Zum Schluss ging die Puste aus, wurden 4 der 5 Partien verloren, mit 4:17 Toren. Als Heimteam reichte es zum 11. mit knapp positivem Saldo 6-4-5. Auswärts ließ man die Absteiger aus Zorbau, Gera, Ludwigsfelde hinter sich. 50:65 Tore waren offensiv (10.) und defensiv (12.) ausreichend (10.). Die Reise im Sachsenpokal ging dann bis ins Halbfinale gegen den Cupsieger aus der Messestadt. Grimma schlug sich da beim 0:2 durchaus wacker.

Die sportliche Leitung:

Zu Jahresbeginn übernahm Marcus Dörfer (42). Löste damit Co-Trainer und Interimslösung Benjamin Förster (36) ab, welcher am 30.10.2025 aktiviert wurde. Vorgänger war René Behring (49), der zuvor aufgrund für den Verein unbefriedigender Ergebnisse gehen musste. Zum damaligen Zeitpunkt Grimma mit 11 Punkten aus 10 Spielen auf 10. Für viele kam die Entscheidung überraschend. Unter unserem Top-Torjäger 2010/2011 kam es zu 2 Siegen – 1 Remis - 5 Niederlagen. Dörfers letzte Station davor der SV Blau-Weiß Zorbau. Er da übrigens Co-Trainer unter Behring u. a. bei Wismut Gera, wo ja auch Benny Förster zeitweise spielte.

Wenn der CFC vor dem Duell beobachtet und analysiert wurde, dann von Tom Rietzschel (46). Der diese Aufgabe inne hat und gleichzeitig Teammanager ist. Die Trainerhistorie des FC Grimma liest sich übrigens bemerkenswert mit Namen wie Henning Frenzel, Steffen Ziffert, Achim Steffens, Rainer Lisiewicz, Detlef Schößler.

Das Kollektiv:

Im Tor ist der Tscheche Ondrej Cap (31) gesetzt, mit reichlich Erfahrung in dieser Klasse. 135 Einsätze stehen da zu Buche. Stationen zuvor Plauen, FC Einheit Wernigerode, Budissa Bautzen und bis letzten Sommer die Wismut Gera. Im Sachsenpokal aber noch ohne Spielpraxis, man darf gespannt sein, ob er gegen den CFC im Kasten steht. In den bisherigen 4 Partien kam Giovanni Lumpitzsch (27) zum Einsatz, welcher zum Jahreswechsel seine Sachen packte. Nr. 2 der Ukrainer Artem Tsarenko (20). Es ist wohl davon auszugehen, dass Cap am Samstag den Vorzug bekommt.

In der Abwehr setzt der Trainerstab auf die Viererkette. Als Innenverteidiger sind Julian Janz (22), Lucas Bartsch (28), Alexander Vogel (29/9) die wichtigen Akteure. Wobei der Ex-Eilenburger Vogel herausragt. Groß geworden im RB-Nachwuchs, dann der Wechsel zum FCE und 8 Jahre dort. Bei den Blau-Roten 221 Spiele mit 24 Torbeteiligungen und 113-mal Regionalliga. Links verteidigt meist Albert Pistol (21), wie unschwer zu vermuten ist Bruder von Johannes Pistol. Ein Duell auf dem Platz ist leider so nicht zu erwarten. Alternative auf der Position Philipp Katzenberger (28). Etatmäßig Rechts ist Nico Rieger (22) zu Hause, 2023 bis 2025 16 Spiele für den 1. FC Lok. Dazu kommt Vincent Markus (33), wechselte 2017 vom Lok-Erzrivalen zum FCG.

Zentral vor der Abwehr als "6er" ist Kapitän Toni Ziffert (27/1) Eckpfeiler. Bei dem Club, wo Vater Steffen vor dem Wechsel zum damaligen FCK die Töppen schnürte. 2016 ging es aus der Aue-Jugend zum Bornaer SV. Seit nunmehr 8 Jahren in Grimma. Tim Mattheus (26) stammt aus dem eigenen Nachwuchs. "Oldie" Stefan Tröger (38) ist meist Ergänzungsspieler. Als einziger ausgebildeter Außenbahnspieler steht Jan Hübner (26/2) im Aufgebot. Kommt über Links, an 5 Treffern beteiligt. Die Stürmer bedienen sollen Valentin Seidl (20), Max Nitschke (27/1). Letzterer aber für den Samstag wohl kein Thema. Aktivposten im Vorjahr, auch gut am Start vor der Verletzung diese Saison und schmerzlicher Ausfall.

Der Angriff sieht an vorderster Front Kevin Werner (29/6), Heimatverein der FSV Motor Marienberg. 2015 bis 2016 für 1 Jahr CFC-U19, dann zurück. 2024 versuchte er den Durchbruch in der Regionalliga beim VFC Plauen, dort ab Ende November außen vor. Bilanz: 12 Einsätze – 2-mal Startelf. So ging es nach Grimma, hier ein Leistungsträger. Anfang bis Mitte Oktober mit starker Phase, traf 5-mal in 3 Spielen. Routinier Tommy Kind (36/3) wurde Top-Vorbereiter, 6-mal letzter Paßgeber. Mit einigen Stationen in der Laufbahn, u. a. Chemie Leipzig, Eilenburg, Plauen. 38 Spiele in der Regionalliga Nordost für die Grün-Weißen in der Vita mit 7 Treffern. Der 3. hier, ebenfalls Mittelstürmer, ist Benjamin Förster (36), als "Stand-by" im Kader. Vergangene Saison 7 Spielen und 3 Tore. Hauptaufgabe mittlerweile aber der Co-Trainer.

20 Spieler stehen im Kader, ein paar waren in den Ex-Vereinen der beiden Coaches am Ball. Sprich für den SV BW Zorbau und Wismut Gera. Dazu kommen die beiden Leipziger Vereine aus Leutzsch und Probstheida.

Das Krankenlager / Strafbank / Parteistrafen:

Spielmacher Max Nitschke (27) fehlt seit Anfang September 2025 wegen Kreuzbandriss.

Die aktuelle Saison:

Am vergangenen Wochenende stand eines der sog. "6-Punkte-Spiele" auf dem Programm, gleichzeitig "Generalprobe" für den Pokal. Der Gastgeber feierte dabei einen ganz wichtigen und zudem deutlichen 4:0-Sieg gegen Mitkonkurrent und aktuell Liga-Schlusslicht 1. SC 1911 Heiligenstadt. Konnte das mögliche Abrutschen auf Platz 15 vermeiden und den Vorsprung zu den Thüringern auf 4 Punkte ausbauen. Überragender Akteur Alexander Vogel, mit seinen 3 Treffern "Matchwinner". Schon zur Pause stand ein sicheres 3:0, die Gäste warfen zwar noch mal alles nach vorn. Kassierten aber schon in Minute 62 das entscheidende 0:4. Für die Nordsachsen dies der erst 2. Heimsieg der laufenden Saison nach einem 3:2 gegen den "Pokalschreck" VfB Empor Glauchau in Runde 10. Dagegen stehen 5 Niederlagen.

Die Startphase in der Liga ging gründlich daneben. Im eigenen Stadion wurde gegen einen Ex-Pokalgegner des CFC verloren. Der derzeitige Tabellenführer SC Freital siegte 2:1. Übrigens kommende Saison eventuell unser Gegner in der Liga, denn die Ostsachsen haben die Regionalliga-Lizenz beantragt. In Bautzen (0:7) erlebte die Mannschaft ein Debakel. Keine Punkte auch im zweiten Duell als Heimmannschaft, diesmal gegen den VfL Halle 1896 (1:3). So leuchtete die "Rote Laterne" im "Husaren-Park". So war das 1:0 beim gut gestarteten VfB Germania Halberstadt eine faustdicke Überraschung. Auftakt einer ordentlichen Serie von 4 Spielen ohne Niederlage. Highlight das 3:0 in Heiligenstadt, beim 2:2 gegen den VfB Auerbach stand sogar ein Sieg im Raum. Lohn der Sprung ins Mittelfeld der Tabelle.

Am 30.10.2025 die Trennung von Trainer René Behring, überraschend für Außenstehende, da 4 Tagen nach dem Sieg gegen Glauchau. Zuvor gab es Niederlagen gegen Bischofswerda (2:3), in Stendal (4:5). Die Begründung seitens Verein "Ansprüche beider Seiten würden sich so nicht in der tatsächlichen aktuellen Situation widerspiegeln." Oder anders, die Ergebnisse waren der Leitung nicht gut genug. Bemerkenswert angesichts der nicht so schlechten Position in der Tabelle, verglichen mit den letzten Jahren. Co-Trainer Benjamin Förster übernahm als Interim. Unter ihm blieb man in der Liga 5-mal sieglos, nur in Rudolstadt (2:2) wurde 1 Punkt eingefahren. Von 10 ging es auf 14. Zumindest schaffte die Truppe den Einzug ins Viertelfinale bei Landesligist Neugersdorf (1:0).

Für Behring und Förster wie erwähnt Marcus Dörfer, es ging vorerst ernüchternd weiter. Bilanz der ersten 3 Spiele: 3 Niederlagen, 2:13 Tore. Bei sicher auch starken Gegnern. Keine Chance beim VfL Halle 96 (1:6), in Auerbach (1:4). Nichts zu holen gegen Halberstadt (0:3), die sich für die Pleite im Hinspiel schadlos hielten. In den letzten beiden Begegnungen ein kleines Zwischenhoch. Gegen den ambitionierten RSV Eintracht Stahnsdorf hielt die Abwehr dicht. Dazu der Sieg am Wochenende. Platz 14 verteidigt, der aktuell zum Klassenerhalt reicht. Die 16 Zähler verteilen sich gerecht auf Heim und Auswärts. 29 Gegentore stellen die schlechteste Defensive auf Reisen. 28:48 Treffer sind offensiv ausreichend (13.). Defensiv das Schlusslicht der Liga.

Die Bilanz gegen den FC Grimma:

Im Sachsenpokal standen wir uns bislang 4-mal gegenüber, dabei zum ersten Mal im Herbst 2003. Damals hieß der Gegner aber "SV Grimma 1919" und der Endstand 2:0. Der CFC blieb bislang immer siegreich mit 5:1, 3:1, 9:0.

Das Umfeld / Stimmung / Wirtschaft:

Beim ersten Duell 2003 war alles noch ein wenig anders als vor dem Samstag. Den "FC Grimma" gab es nicht, er war die Fußball-Abteilung unter dem Dach des SV Grimma 1919. Gespielt wurde im kleinen "Jahn-Stadion", eigentlich Trainingsplatz und durch eine Hauptverkehrsstraße von der eigentlichen Spielstätte namens "Stadion der Freundschaft" getrennt. Dort sah man aber die Flutlichtanlage als nicht ausreichend an. 482 Zuschauer waren zugegen, rund die Hälfte auf Chemnitzer Seite. Damals Anwesende werden sich sicher noch an das "Schalrollen" in Halbzeit 2 erinnern. Ein insgesamt recht entspannter Abend, der CFC hatte das Geschehen auf dem Platz im Griff. Beim zweiten Duell am 10.10.2020 ging es dann gegen den FC Grimma und da im "Husaren-Sportpark" an der Lausicker Str. im Westen der Stadt. 3 km vom ersten Austragungsort. Mit der seit 2019 genutzten Arena hat der Oberligist eine kleine, aber feine Fußball-Stätte. 1.500 bis 3.000 Besucher dürfen Einlass erhalten, je nach Sicherheitsauflagen. Für das Pokalspiel gegen den CFC sind 1.600 erlaubt, davon 1.000 Tickets für den himmelblauen Fan zugedacht. 300 Sitzplätze können besetzt werden. Teilweise auch überdacht. Neben dem Hauptplatz als normaler Rasenplatz stehen noch ein Kleinfeldplatz und großer Platz mit Kunstrasen zur Verfügung. Das "Rosinenstück" aber wohl sicherlich das Vereinsheim mit Dachterrasse hinter einem der beiden Tore.

Für das "Spiel der Saison" bislang rechnen die Verantwortlichen natürlich mit deutlich mehr zahlenden Fußballfreunden als in der Liga. Da liegt unser Gastgeber mit einem Schnitt von 87 am Ende der Tabelle. Im Vorjahr waren es 96 und 2023/2024 der Wert dreistellig (132). Den besten Zuspruch vermeldete die Leitung zum Auftakt gegen Freital (145). Dahinter im zweiten Heimspiel Halle (121). Mager hingegen das Interesse gegen Stahnsdorf: 35. Zum Pokal-Halbfinale der Vorsaison strömten dann 1.480 zum Gastspiel des 1. FC Lok Leipzig. Gegen uns sollte es wohl unter dem viertstelligen bleiben. Der erneute Einzug ins Halbfinale wäre natürlich eine Riesensache, auch wenn die Oberliga Priorität genießt. Die Regionalliga ist kein Thema beim FC Grimma, die Etablierung in der 5. Liga schon. Bei den Sponsoren ist der Verein recht gut aufgestellt. Kein großer Geldgeber, aber einige stabile und verlässliche Partner. Auf dem Trikot wirbt eine Ingenieurbau GmbH mit Sitz in Markkleeberg. Teil einer Firmengruppe mit Niederlassungen auch in Großbritannien und der Schweiz. Eine Gemeinsamkeit gibt es einem Anbieter für Sport– und Fanartikel. Dazu kommt die regionale Sparkasse, Unternehmen wie Autohäuser, Versicherung, Baumarkt usw..
Viertelfinale - Sachsenpokal - Saison 2025/2026
Samstag, 28. März 2026, 14:00 Uhr
Husarensportpark, Grimma


Tore

Die Bilanz

 ZahlSUNTore
Alle Spiele330017:3
Heimspiele00000:0
Auswärtsspiele330017:3
Ligaspiele00000:0
Pokal-/Relegationsspiele330017:3

Der Ergebnisrückblick

2019/2020Sachsenpokal3. RundeFC Grimma - Chemnitzer FC1:3 (1:2)
2020/2021Sachsenpokal3. RundeFC Grimma - Chemnitzer FC1:5 (0:3)
2021/2022Sachsenpokal2. RundeFC Grimma - Chemnitzer FC1:9 (1:7)

Links zum Gegner