Vorbericht

2. Runde - Sachsenpokal - Saison 2026/2027
Dresdner SC
Dresdner SC
0:7
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC

Pokaleinstieg mit einem Comeback …

von Timo Görner

… im Dresdner Ostra-Gehege am Anfang einer hoffentlich langen Pokalsaison. Der CFC ist in diesem Wettbewerb gegen den Dresdner SC noch ungeschlagen. Die Zeichen für einen guten Freitagabend stehen ganz gut. Im Gegensatz zu uns sind die Gastgeber bislang noch nicht richtig in der neuen Saison angekommen.

Die letzten Jahre unseres Gegners:

Vor dem letzten Aufeinandertreffen im Achtelfinale des Sachsenpokals 2024/2025 am 15.11.2024 befand sich der Aufsteiger in die Sachsenliga im Tabellenkeller und stand auf Abstiegsplatz 15 in der 16er Staffel. Erst 2 der 10 Spiele konnten gewonnen werden, dagegen standen 7 Niederlagen bei 9:23 Toren. Nach der ganz ordentlichen Vorstellung gegen uns beim allgemein erwarteten Ausscheiden gab es den nächsten Rückschlag mit einem 3:4 gegen Tapfer Leipzig. Bemerkenswert die Diskrepanz zwischen Heim und Auswärts. Auf eigenem Platz wurden alle 4 Spiele verloren, alle 7 Zähler auf Reisen geholt. Bis zur Winterpause sollte sich dann auch nichts daran ändern. 2 weitere Siege auf fremdem Platz bei einer erneuten Heimpleite diesmal gegen den SSV Markranstädt (0:1) hielten die Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Leben. Gejubelt werden konnte beim 4:1 in Pirna-Copitz und 1:0 im Ortsderby beim SC Borea. In der Frühjahrsrunde kämpften sich die Schwarz-Roten dann Schritt für Schritt aus dem Tabellenkeller auf einen sehr guten 9. Platz, holten 22 Zähler aus den 14 Begegnungen und verbuchten am Ende 35 Punkte. Zu Hause lief es wesentlich besser, schlechter ging es ja auch nicht mehr. Das 1:0 gegen die BSG Stahl Riesa am 22.02.2025 beendete die Heimmisere und war einer von dann insgesamt 4 Erfolgen als Gastgeber. Der "Big-Point" zum Ligaerhalt sicher das 5:2 am 25. Spieltag gegen den späteren Absteiger Lok Zwickau. Auch ein ehemaliger Gegner von uns im Pokal. Danach war rechnerisch eigentlich alles klar. Der DSC durfte sich auf ein weiteres Jahr in der Sachsenliga freuen.

Das letzte Spieljahr unseres Gegners:

Endete diesmal auf Rang 13, mit dem erneuten Klassenverbleib. Dieser Rang war der erste Nichtabstiegsplatz, gab es diesmal 4 Absteiger. Nur 2 Punkte trennten den DSC vom SV Tanne Thalheim, auch der VfB Fortuna Chemnitz musste den Gang in die Landesklasse antreten. Die Dresdner präsentierten sich dabei Heim wie Auswärts nicht sehr unterschiedlich. Größte Problematik blieb die Defensive mit zu viel Gegentoren für eine sportlich sorgenfreiere Saison. Der Start ging daneben mit 2:5 bei den Rand-Leipzigern der SG Taucha 99. Und wie in der Vorsaison gab es erstmal eine Heimniederlage, 3:4 gegen Staffelmitfavorit SC Freital. Und auf Reisen einen Sieg, 3:2 bei Tapfer Leipzig. Die Herbstrunde sollte wechselhaft verlaufen, aber nicht dramatisch schlecht. Es gab die Tiefpunkte wie beim "kleinen Lokalderby" gegen den späteren souveränen Aufsteiger Dynamo Dresden II, Neugersdorf (jeweils 0:4), Stahl Riesa (0:3) oder in Rabenstein ebenfalls mit 0:3. Wichtig die Siege wieder in Pirna-Copitz (2:1), gegen Fortuna (2:0) oder Markranstädt (3:1). Zum Jahreswechsel standen 15 Punkte, immerhin 5 vor Abstiegsplatz 14.

Aus den weiteren 15 Begegnungen im Frühjahr konnten die Landeshauptstädter noch 14 Punkte einfahren. Also fast keine Tendenz in eine Richtung zum Herbst 2025. Der Auftakt 2026 dabei sehr ernüchternd mit einer deftigen Heimpleite gegen "Angstgegner" SG Taucha 99. Der Sportclub kam schwer in die Gänge und verlor die ersten 4 Spiele im neuen Jahr. Kassierte zu Hause wieder viele Gegentore gegen den SV Tapfer Leipzig (1:4). Danach stand man zunächst auf Abstiegsplatz 13. Letztendlich sollte aber die Trendwende gelingen. Eine kleine Serie von 5 Begegnungen ohne Niederlage bei 2 wichtigen Siegen gegen Thalheim und Pirna-Copitz ließen den Anschluss ans rettende Ufer schaffen. Im letzten Spiel hätte auch ein Remis genügt, der DSC fegte aber die Handwerker aus Rabenstein 4:0 vom Platz. Sowohl zu Hause als auch als Gastmannschaft reichte es zu Platz 12, 38:64 Tore waren offensiv "ausreichend", defensiv immerhin Mittelfeld der Liga, wo einige Vereine enorm viele Gegentreffer kassierten. Im Sachsenpokal kam das Aus im Achtelfinale beim SSV Fortschritt Lichtenstein (2:5) aus der Landesklasse West. Also 1 Liga drunter.

Die sportliche Leitung:

Wie beim letzten Aufeinandertreffen im November 2024 hat André Heinisch (41) das Sagen für die Erste Mannschaft, seit Dezember 2022. Maßgebliche Station als Spieler der SC Borea Dresden, vor seiner Umbenennung der FV Dresden-Nord. Dazu kommen ein paar Einsätze für den VFC Plauen und Dynamo Dresden. Bei den Schwarz-Gelben zählte er 2016/2017 zum Profikader, kam aber über 2 Kurzeinsätze nicht hinaus. Die Zahlen als DSC-Coach: 71 Spiele – 24 Siege – 12 Remis – 35 Niederlagen. Als Co-Trainer unterstützt Christopher Kührt (43), schnürte die Töppen zuletzt 2016 für den Großenhainer FV.

Das Kollektiv:

Im Tor kamen in den bisherigen 4 Spielen bereits 2 zum Einsatz mit Richard Beulke (32) und Marius Kuhl (25). Letzterer absolvierte mehrere Stationen in Westsachsen. Aus der Jugend des FSV Zwickau und von Erzgebirge Aue ging es später nach Auerbach und Plauen, bis 2025 zum Reichenbacher FC. In den letzten 2 Begegnungen erhielt Beulke den Vorzug. Moritz Eggert (22) ist noch ohne Einsatz.

In der Abwehr zählen als Innenverteidiger Pascal Schickor (20), Damian Jurk (19) zu den etablierten Kräften vor Long Nguyen (31). Links verteidigt meist Constantin Mann (19). Rechts hat man mit Niclas Kubitz (25) den wohl einzigen Akteur mit Bekanntheitsgrad und jemand mit CFC-Vergangenheit. 2015 ging es aus der Jugend der BSG Stahl Riesa zu den Himmelblauen. 2 Jahre danach führte der Weg zum Nachwuchs der SG Dynamo Dresden. 2020 bis 2022 die erste Station im Herrenbereich beim VfB Auerbach, wo er auf 50 Einsätze in der Regionalliga Nordost kam. Nach dem Abstieg ging die Reise zum Greifswalder FC und zu Wismut Gera. Sein Wechsel war zudem der einzige erwähnenswerte Neuzugang.

Ein wenig internationales Flair im Mittelfeld. Julius Nitzsche (20) gilt als die zentrale Offensivkraft. Ein echtes "Eigengewächs". Gleiche Ausrichtung für Marvin Longoria Peña (25) aus Venezuela, 1 Torvorlage auf der Habenseite. Emilio Rau (22) gilt in diesem Sektor als "Allorunder" wie auch allgemein. Vielseitig verwendbar, vergangene Saison mit 6 Torbeteiligungen. Alex Karpov (23) wiederum stieß 2023 aus der Jugend des SC Borea Dresden zum Verein. Gilt als "8er". Maxim Lehmann (20) kann den "6er" ebenso spielen wie den Zuarbeiter für den Angriff. Er kam von den Soccer for Kids Dresden U19 zum DSC. Dazu kommt noch der Portugiese Marcelo Franco (24).

Leistungsträger im Angriff ist Mittelstürmer Moritz Mann (20/2), bis vor wenigen Tagen kam noch der Montenegriner Dzenan Hot (22/1) dazu. Er schloss sich aber kurzfristig Oberligist Budissa Bautzen an. Kevin Groth (21) ist noch ohne Erfolgserlebnis. 2018 von Borea zur SGD, dort ohne den Durchbruch. Eine weitere Option für den Freitag in der zentralen Spitze könnte Kevin Urbanek (27) sein, auch mal bei den Schwarz-Gelben. Timon Weigel (21) steht Rechtsaußen bereit mit dem Libyer Farai Elmadbouk (21), gegenüber wiederum Pierre Scheiblich (21) und Emil Günther (21).

Unser Gegner ging mit einer wie man sieht recht jungen Mannschaft in die Saison. Mehrere stammen aus der eigenen Ausbildung, haben eine Vergangenheit beim SC Borea Dresden im Norden der Stadt oder versuchten sich mal bei Dynamo.

Das Krankenlager / Strafbank / Parteistrafen:

Nichts bekannt.

Die aktuelle Saison:

Es geht wieder nur um den Klassenerhalt, bislang sind die Dresdner ohne Zählbares. 4:14 Tore sprechen zudem für eine wacklige Defensive. Wie 2024/2025 begann es zu Hause trostlos. Gegen die Kickers Markkleeberg setzte es ein knappes 0:1, Benjamin Förster kam dann mit seinem FC Grimma zum 4:2 im Ostra-Gehege. Wenig erfreulich zudem die beiden Gastspiele. Bei Lokalrivale Dresden-Laubegast 06 setzte es ein 2:6, in Bischofswerda beim Ex-Regionalligisten hieß es 0:3. Der Freitag dürfte trotz der klaren Außenseiterrolle eine willkommene Abwechslung sein, zumal ohne den Druck des frühen Abstiegskampfes.

Die Bilanz gegen den Dresdner SC:

Ein Jubiläum der kleineren Sorte steht an, das 10. Duell. Die Verhältnisse sind eindeutig, 7-mal konnten wir gewinnen und verloren nur 2-mal. Im Pokal sind wir gegen den DSC bislang immer siegreich geblieben. Beide Niederlagen setzte es in der damaligen Regionalliga Nord 2001/2002 als Zweitligaabsteiger mit 1:2 in Chemnitz und 0:1 in Dresden. Danach folgten 5 Siege mit dem 3:0 im Sachsenpokal 2025.

Das Umfeld / Stimmung / Wirtschaft:

Nicht viel Neues seit unserem letzten Treffen. Der Dresdner SC mit den größeren Ambitionen wie Anfang der 2000er Jahre ist schon sehr lange Vergangenheit. Der Profifußball ist kein Thema, auch schwer zu stemmen im Schatten des großen Stadtrivalen von der Lennéstraße. Ziel bleibt auch in dieser Spielzeit der Erhalt der Landesliga. In den genannten "großen Zeiten" 1998 zeitweise aus dem Gesamtverein ausgegliedert als Dresdner SC Fußball 98 ging es 2003 aus der damals drittklassigen Regionalliga runter mit dem Durchmarsch in die Landesliga und wenig später Insolvenzverfahren. 2007 ging es zurück in den Gesamtverein und für mehrere Jahre sollten Bezirksklasse und Bezirksliga die sportliche Heimat werden. Mittlerweile ist der Traditionsverein mit seiner großen Geschichte zumindest wieder sechstklassig und kann sich auf eine zudem engagierte und kreative Fanszene stützen.

Wirtschaftlich gilt die Fußball-Abteilung des Mehrspartenvereins mit der Volleyball-Sektion als der erfolgreichsten, als recht solide aufgestellt. Beim Jahresabschlussbericht 2024 des DSC wurden die Fußballer ausdrücklich positiv erwähnt. 2025 erweiterte eine auch bei uns im Stadion-Ausschank präsente Brauerei aus der Landeshauptstadt ihr Engagement für die Erste Mannschaft als Werbepartner auf dem Trikot. Die finanzielle Basis bestreitet der Fußball beim DSC über Sponsoren, Mitgliedsbeiträge und weitere Unterstützung. 2025/2026 lag der Zuschauerschnitt bei 402 in den Heimspielen, damit war der DSC die Nr. 1 der Liga. Vor der BSG Stahl Riesa mit 331. Am Freitag geht es natürlich wieder ins Heinz-Steyer-Stadion, was derzeit Platz für 10.343 Besucher bietet und wo der Fußball nur ein Teil der Veranstaltungen ist. Davon 5.400 überdacht. Beim Gastspiel November 2024 kamen immerhin 2.734 in die Arena. Diesmal dürften es wohl etwas weniger werden. Gegen Markkleeberg zum Saisonauftakt fanden sich 555 Fußballfreunde ein. Den FC Grimma wollten dann nur 150 sehen. Den größten Andrang im Vorjahr erlebten die Verantwortlichen gegen die II. der SG Dynamo bei 845.
2. Runde - Sachsenpokal - Saison 2026/2027
Freitag, 04. September 2026, 19:00 Uhr
Heinz-Steyer Stadion, Dresden
Zuschauer: 1.908
Schiedsrichter: Albert (Muldenhammer)


Tore

Die Bilanz

 ZahlSUNTore
Alle Spiele970220:4
Heimspiele43018:2
Auswärtsspiele540112:2
Ligaspiele640211:4
Pokal-/Relegationsspiele33009:0

Der Ergebnisrückblick

1996/1997SachsenpokalFinaleChemnitzer FC - Dresdner SC3:0 (1:0)
1998/1999Regionalliga Nordost4. SpieltagChemnitzer FC - Dresdner SC3:0 (2:0)
1998/1999Regionalliga Nordost21. SpieltagDresdner SC - Chemnitzer FC0:4 (0:3)
2001/2002Regionalliga Nord2. SpieltagChemnitzer FC - Dresdner SC1:2 (0:1)
2001/2002Regionalliga Nord19. SpieltagDresdner SC - Chemnitzer FC1:0 (0:0)
2002/2003Regionalliga Nord7. SpieltagChemnitzer FC - Dresdner SC1:0 (1:0)
2002/2003Regionalliga Nord24. SpieltagDresdner SC - Chemnitzer FC1:2 (0:1)
2005/2006Sachsenpokal1. RundeDresdner SC - Chemnitzer FC0:3 (0:2)
2024/2025SachsenpokalAchtelfinaleDresdner SC - Chemnitzer FC0:3 (0:1)

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