60 Jahre Himmelblau! Herzlichen Glückwünsch, mein FCK & CFC!

15.01.2026, 00:15 Uhr | 1.270 Aufrufe
Der erste FCK-Vorsitzende Werner Thomßen (rechts) bei der Gründung im ESKA-KultursaalRunde 60 Jahre jung wird unser geliebter Club, der CFC/FCK heute. Sechzig spannende und ereignisreiche Jahre, gespickt mit vielen Erinnerungen an die Fischerwiese und das Sportforum, wo die Helden von einst und heute ihren Fans Freude, Kummer, Stolz, Sorgen, Jubel und Tränen bereiteten. Es gibt einen schönen Spruch zum 60. Geburtstag, zu finden auf so mancher Glückwunschkarte, aber sehr passend auch zu unserem C-FC-K: "In 60 Jahren hast du nicht nur deine eigene Geschichte geschrieben, sondern auch die vieler Menschen um dich herum bereichert." Prost, auf dich, lieber Herzensverein!

60 sportliche Jahre, das sind 21.915 Tage voller Geschichten und Anekdoten, jede einzelne davon wäre des Erzählens wert. Warum du, lieber Club, zum Beispiel noch neun weitere Club-Brüder mit DDR-Vergangenheit hast, die alle mit dir um diese Zeit herum ihren 60. Geburtstag feiern. Oder warum du nicht an einem Stammtisch in der Eckkneipe bei klirrenden Biergläsern und Zigarrennebel geboren wurdest, so wie die ersten Chemnitzer Vereine zu Kaisers Zeiten. Und aus wie vielen Schalen du am 15. Januar 1965 eigentlich entschlüpft bist, die da so seit 1946 mit den Namen Fewa, Chemie und Motor um dich herum vorhanden waren. Aber, davon ein anderes Mal.

Bericht in der Berliner Zeitung: Der BFC und der FCK wurden am gleichen Tag gegründetDein Weg war nie gerade, immer mit Auf und Ab, die Titel und Erfolge sind rar, aber das macht nichts, denn wir lieben dich trotzdem. Vielleicht passt du auch deshalb so gut zu uns - und wir zu dir. Auch bei uns geht nicht alles geradeaus, es gibt Täler und Höhen, gute Tage und schlechte Tage. Es ist ein ehrliches Leben, ein arbeitsreiches Leben, so wie es in der Stadt Chemnitz schon immer war und ist. Wer ehrlich rackert, bekommt auch Chancen, und wer Chancen hat, dem winkt auch eine Zukunft. Von daher lieber Club: Ehrliche Arbeit, rackern, klotzen, und dann wird sich in den nächsten 60 Lenzen ganz gewiss der eine oder andere Erfolg auf dem Platz einstellen!

Selten öffentlich zu sehen: Die Gründungsfahne des FC Karl-Marx-StadtSechs Jahrzehnte wären gewiss ein Anlass, um über die gesamte Vereinsgeschichte, die großen Persönlichkeiten oder auch die sportlichen Highlights unserer Himmelblauen zu schreiben. Da wir dies aber bereits oft getan haben, fiel die Entscheidung, zu diesem Datum als kleinen Kontrapunkt und auch mit einem Augenzwinkern über die Fast-Erfolge und Beinahe-Triumphe des Clubs zu schreiben. Denn davon gab es in den 60 Jahren so einige. Denn wenn wir zu uns ehrlich sind: die meisten Spielzeiten dümpelte der Club im grauen Mittelfeld herum, so wie auch in der aktuellen Saison.

Den einzigen ganz großen Wurf mit einem nationalen Titel schaffte der Club bereits 16 Monate nach seiner Gründung, als im Mai 1967 die DDR-Meisterschaft, damals "Deutscher Meister der DDR" genannt, bejubelt werden konnte. Doch dies hätte nicht der einzige Triumph bleiben müssen, denn ein paar Mal war der Club durchaus nahe dran, sich weitere Meriten auf nationalem oder internationalem Parkett zu verdienen.

Dann fangen wir mal an:

Warum nur einmal DDR-Meister?

Viel besungen und bewundert ist er, der Meistertitel von 1967 mit Erler, Vogel und Feister. Unmittelbar nach der Gründung am 15. Januar 1966 gelang damit der große Wurf. Auch in der Folgesaison war man immerhin Sechster. Die Saison 1969/70 sollte dann die große Zäsur darstellen, als der FCK nach Tumulten im Pokalspiel gegen Vorwärts Berlin eine zweifache Platzsperre erhielt und das letzte Spiel gegen den Schacht auf „neutralem Boden“ verlor und abstieg. Dies hatte die Folge, dass der Club seinen herausragenden Stürmer, Nationalspieler und Rekordspieler der Oberliga Eberhard "Matz" Vogel an die Konkurrenz in Jena verlor. Mit Hans Richter entwickelte sich beim Club ab 1978 wieder ein herausragender Stürmer, der jedoch in seinen besten Fußballerjahren zwischen 1983 und 1987 zu Lok Leipzig delegiert wurde und dort internationale Meriten erlangte. Erst Ende der 80er entwickelte sich unter Hans Meyer wieder ein FCK der ganz vorne mitspielen konnte und im Sommer 1989 überraschend Dritter wurde.

Die Fuwo stellte am 22. Mai 1990 bereits die richtige Frage: Titel verspielt?Die Saison drauf war der Club ganz dicht dran an seiner zweiten Meisterschaft. Obwohl der Start in die Wendesaison verkackt wurde, es nur zwei Punkte aus den ersten drei Spielen und dazu eine deftige 0:4-Klatsche beim HFC gab, war der Club im Dreierrennen mit Meister Dynamo Dresden und Magdeburg ganz vorne dabei. Dass es nicht zur zweiten Meisterschaft reichte lag am vorletzten Spieltag am 18. Mai 1990 wo der Club bei Stahl Brandenburg antrat. Wienhold und Mehlhorn hatten den FCK schon 2:0 in Führung gebracht. Ein Sieg hätte den Club an die Tabellenspitze und zur wahrscheinlichen Meisterschaft katapultiert. Doch Brandenburgs Pfahl sorgte mit einem Doppelpack noch für den Ausgleich. Und der Club, der im letzten Spiel daheim gegen Magdeburg gewann, wurde hinter Dynamo nur Vize – wegen der schlechteren Tordifferenz?

Und ein Jahr später? Da hätte es, wenn es nach den Experten gegangen wäre, nur einen Meister geben dürfen, den FC Karl-Marx-Stadt. Der Club konnte seinen Kader, inklusive Nationalspieler Rico Steinmann, zusammenhalten, während bei der Konkurrenz ein deutlicher Aderlaß gen Westen erfolgte. Doch es kam bekanntlich anders – Hansa spielte eine Riesensaison, der Club hingegen landete nur auf dem fünften Platz.

Chemnitz international! Cool - aber warum so wenig?

Zehn Europapokalspiele, dazu etliche IFC-Spiele, hat der FCK bzw. CFC in seinen 60 Jahren absolviert. Die Spiele im Pokal der Landesmeister gegen Anderlecht nach der 67er Meisterschaft, tolle Auftritte gegen Porto, Sion und Juve 1989, das innerdeutsche Duell gegen Dortmund rund um die Wiedervereinigung im September/Oktober 1990. Besondere Spiele, von denen man heute noch zehrt. Aber warum eigentlich waren es nicht mehr?

Fuwo-Karikatur zum Rennen um die vier EC-Startplätze 1973. Der FCK wurde Fünfter.Da schauen wir mal in die Saison 1972-73, denn da war der FCK mit Spieler wie Jo Müller, Krahnke, Sorge, Franke, Bähre oder Lienemann ganz nah am internationalen Geschäft dran. Vor dem letzten Spieltag stand der FCK nach einer überragenden Rückrunde, darunter einem 4:0 gegen den Schacht, auf Platz 4, welcher das Ticket für Europa bedeutet hätte. Doch am letzten Spieltag musste der Club beim neuen Meister Dynamo Dresden ran, verlor dort 1:2, während Lok Leipzig bei Hansa Rostock mit 1:0 gewann. Die beiden Clubs tauschten die Plätze und die Lok durfte die Saison darauf durch Europa dampfen, eine Reise die die Blau-Gelben bis in Halbfinale führten.

Im Jahr drauf startete der Club als Tiger, ließ die Lok mit 3:0 entgleisen und drehte Dynamo trotz deren 4:1-Führung mit einem 4:4 noch den Saft ab. Am Ende landete der Club jedoch wie so häufig in der Oberliga-Zeit: in the „Middle of Nowhere“.

Dann war da noch die Saison 1990/91 als der FCK um die Qualifikation für die 1. oder 2. Bundesliga kämpfte. Am letzten Spieltag war Halle auf der Fischerwiese zu Gast. 6.700 Zuschauer hofften auf einen Sieg und damit die Qualifikation für die 2. Bundesliga und den UEFA-Cup. Doch daraus wurde nichts. Nur 1:1 hieß es am Ende und so durfte Halle statt dem FCK noch einmal international kicken.

3x im Pokalfinale, 3x nur Zweiter

Dreimal stand der FCK im Finale des FDGB-Pokals. Doch zweimal (1969 und 1983) war der 1. FC Magdeburg klar besser, fügte dem Club mit jeweils 4:0 empfindliche Niederlagen zu. Aus der Traum, sowohl vom Pokalsieg als auch vom Einzug in den Europapokal der Pokalsieger. Auch gegen den Berliner Fußballclub Dynamo gab es für den neu erstarkten Club im April 1989 nur ein 0:1.

Das verpasste DFB-Pokalfinale 1993: Die Hertha-Amateure besiegen die CFC-ProfisGanze fünfmal stand der Club vor weiteren Teilnahmen am Pokalfinale. 1970 war es Vorwärts Berlin, die auf der Fischerwiese mit 2:1 im Halbfinale gewannen und wo Tumulte nach einer Roten Karte gegen Kapitän Sorge zu Platzsperre und später sogar dem Abstieg aus der Oberliga führten. Auch 1972 (0:1 in Jena, mit Hans Meyer als Coach bei Jena), 1984 (1:2 beim Serienmeister BFC) und 1987 (1:3 gegen Lok) war im Halbfinale Endstation. Und dann war ja noch die Saison 1992/93 als der Club im Viertelfinale des DFB-Pokal den Europapokalsieger Werder Bremen rauskegelte, nur um dann im Berliner Olympiastadion gegen die Hertha-Bubis im Halbfinale das Finalticket zu vergeigen. Der eine oder andere wird sich leidvoll erinnern.

Aufstieg? Ja, fast!

In der Nachwendezeit war die 2. Liga das Höchste der Gefühle und das hat der Club mit vielen ehemaligen DDR-Oberligisten gemeinsam. Dem gesamtdeutschen Oberhaus am nächsten war man kurioserweise in der Saison 1995/96, die man bekanntlicherweise auf einem Abstiegsplatz beendete. Damals war man am Ende der Hinrunde mit nur 5 Punkten Rückstand auf Bielefeld auf Platz 6. Dabei hatte die Häfner-Elf gegen die Top 3 hervorragend ausgesehen, sowohl Duisburg (1:0) als auch Bielefeld (5:1!) besiegt und beim späteren Zweitligameister VfL Bochum 2:2 gespielt.

Kicker-Tabelle zur Drittligasaison 2014-15: Bis zum 11. Spieltag lag der Club auf Platz 1Den sieben Zweitligajahren weitere hinzufügen am Nächsten war der Club unter Gerd Schädlich direkt in der ersten Saison nach dem Aufstieg im Jahr 2012. Nach guten Leistungen in der Rückrunde kletterte der CFC von Platz 17 (!) am 31. Spieltag nach einem 3:1-Heimsieg gegen Osnabrück auf Tabellenplatz 3, der zum Aufstieg berechtigte. Den Showdown gab es am 35. Spieltag in Regensburg beim direkten Konkurrenten. Durch ein 0:1 verlor der Club den Platz an der Sonne. Regensburg stieg in die zweite Liga auf.

2014-15 grüßte der CFC unter Karsten Heine bis zum 9. Spieltag vom Spitzenplatz der dritten Liga, ein zwischenzeitlicher Einbruch mit fünf Niederlagen in Folge ließen sämtliche Aufstiegsträume der Mannen um den Rekordtorschützen Anton Fink platzen.

Bis in die NOFV-Oberliga, vierthöchste Spielklasse, ging es 2006 runter. Den direkten Wiederaufstieg verpassten Steffen Kellig, Marcel Schlosser nur knapp. Vier Punkte fehlten auf Platz 1, wo Cottbus II rangierte. Ein Jahr später stieg der CFC in die Regionalliga auf, war jedoch trotzdem wieder nur viertklassig – die 3. Liga wurde gegründet.

Wir sind doch Rekordsachsenpokalsieger!

Das ist natürlich richtig. Insgesamt 12mal konnte der Club den Sachsenpokal holen, zuletzt 2022. Und tolle Spiele waren dabei, wie das 3:2 im Finale 2010 gegen die Unblauen. Doch seien wir ehrlich – dass diese vielen Erfolge möglich waren, lag auch häufig daran, dass die großen Gegner wie Dynamo oder der Schacht in der zweiten Liga unterwegs und damit nicht im Sachsenpokal vertreten waren. Das soll die Erfolge nicht schmälern, nur richtig einordnen.

Also Happy Birthday, lieber FCK & CFC!
Auch wenn Du uns nur selten verwöhnst, für uns bis Du trotzdem der geilste Club der Welt!
PS: Aber wenn in Zukunft vielleicht neben der goldenen Ananas auch ein kleiner Erfolg dazukommt, sind wir auch nicht böse. :-)


PPS: Wenn Du die Legenden-Elf unseres Vereins aus den 60 Jubiläumsjahren noch nicht gewählt hast, Jetzt wäre ein tolle Gelegenheit dazu.

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