Auf zum Spitzenspiel in die Hauptstadt und „Duell Abwehrbollwerke“ …
von Timo Görner
… denn auch beim BFC Dynamo steht die Verteidigung. Zwar hat man 7 Tore mehr kassiert, die aber schon in den ersten 3 Spielen. Danach wurde erfolgreich Beton angerührt, bissen sich die Gegner die Zähne am Tabellenvierten aus. Für den CFC wird es eine ungemein schwere Aufgabe, als Tabellenführer ist aktuell jeder Kontrahent zusätzlich motiviert und die Dynamos gehen mit breiter Brust in diese Begegnung.
Die letzte Saison unseres Gegners:
Mit Platz 12 konnte beim Meister 2022 keine glücklich sein. Nach den folgenden Plätzen 6, 4, 8 ging es Richtung Tabellenkeller statt Aufstiegshoffnungen. Der BFC wochenlang im Abstiegskampf, mit dem Trainerwechsel vor der Winterpause. Ambitionen auf den erneuten Staffelsieg waren zumindest nach außen nicht gegeben, aber dennoch enttäuschte vor allem die Herbstrunde. Nur 17 Punkte aus 19 absolvierten Spielen bewegten die Weinrot-Weißen knapp „über dem Strich“ auf 15. Der Start gegen starke Gegner ging daneben. Keine Punkte in Halle (0:1) und gegen Erfurt (2:3). Die ersten Zähler wurden beim „BFC-Stadtduell“ in Lankwitz bei den Preußen zum 2:1 eingefahren. Der erste von 4 Siegen bis zum Jahreswechsel. Der Auftakt zu einer stabilen Trendwende war es nicht. Die Dynamos fanden nicht so richtig in die Spur.
Nach 7 Spieltagen der Traditionsverein weiter unten drin. Die Defensive wackelte in Magdeburg (3:4), desaströs die erste Halbzeit im Duell mit den Nachbarn aus Babelsberg. Innerhalb von 18 Minuten kassierte die Mannschaft die 4 Gegentore zum Endstand. 3 in 180 Sekunden. Die Diskussionen um Cheftrainer Dennis Kutrieb lauter. Über Wasser hielten den Titelträger 2022 letztendlich die Heimsiege gegen Greifswald (2:0), fast überraschend Zwickau (1:0) und Eilenburg (2:1). Ordentlich noch der Auftritt in Fürstenwalde bei Altglienicke (0:0). Lange Gesichter bei den Spielen in Leutzsch (0:2), bei Lok (0:3) in Lichterfelde als Gast von Zehlendorf (1:2). Immerhin war man bei uns dicht dran am Auswärtssieg. Ohne aber richtig gut zu sein. Am 14.12.2025 dann Schluss für den Cheftrainer. 1 Tag nach dem 0:1 in Erfurt, das 5. sieglose Spiel in Folge. Co-Trainer Sven Körner rückte auf, Mission Klassenerhalt.
Unter ihm gelang eine Steigerung. In 15 Spielen 2026 wurden 23 Punkte eingefahren. Bei einem vermasselten Auftakt im Derby gegen Hertha BSC II (1:3). Ganz wichtig die folgenden 2 Siege. Auch das dritte Pflichtspiel gegen Preußen (3:1) siegreich, in Greifswald (1:0) gewonnen. Das Team zog die Spiele gegen direkte Konkurrenten wie Chemie (2:0), in Eilenburg (1:0), Zehlendorf (5:1). Wertvoll die Remis in Eilenburg, Zwickau (2:2). Rückschläge blieben nicht aus, waren aber seltener. In der Schlussrechnung waren es 7 Punkte auf Absteiger Meuselwitz. Konnte man das Rückspiel entspannter angehen. Der Ligaverbleib wurde am vorletzten Spieltag in Luckenwalde (1:0) klar gemacht. Im eigenen Stadion die Bilanz im Minus, der Saldo 6-4-7. Auf Reisen wurden ebenfalls 7 Niederlagen kassiert, 4-mal gab es Jubel. 45:50 Tore stellten die zwölftbeste Offensive und zehntbeste Defensive. Das Ziel Landespokal wurde verpasst. Das Finale im „Mommsenstadion“ ging verloren, war die VSG das bessere Team bei der 1:2-Niederlage. Der Auftritt enttäuschte viele.
Delegierungen für diese Saison:
Im Kader gab es doch sehr viel Bewegung mit 13 Ab- und 12 Neuzugängen. Dabei spülte ein Abgang einen sehr soliden fünfstelligen Ablöse-Ertrag in die Kasse.
Stammkeeper Nicolas Ortegel (22/Nürnberg) musste zum „Verleiher“ zurück. Dort noch ohne Spielpraxis nach 30 Partien für den BFC. In der Abwehr wechselte Moritz Polte (18/Mannheim) in die 3. Liga für eine Ablöse von 80.000 €. Beim Waldhof kam das Abwehrtalent auf bereits 5 Liga-Partien in der Startelf, dazu im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern. Nebenmann Amiro Amadou (24/Babelsberg) blieb in der Staffel, der Nationalspieler Benins war beim Abschieds-Länderspiel von Lionel Messi auf dem Platz. Linksverteidiger Lloyd-Addo Kuffour (24/VfB Marburg) blieb nur ½ Jahr. Mit dem offensiven Mittelfeld-Allrounder Willi Reincke (23) ging der Top-Scorer bei 8 Toren + 10 Vorlagen Ende August zu Chemie. Ivan Knezevic (33/SV Hummetroth) spielt nun in der Hessenliga eins tiefer, Jan Shcherbakovski (25/4) ist ohne Job, gleiches Profil wie Knezevic. Mittelstürmer Leandro Putaro (29/SV Grün-Weiß Calberlah) verabschiedete sich in den unteren Amateurfußball. Das die, welche eine größere oder zumindest zeitweise wichtige Rolle spielten.
Im Tor gab es keinen Zugang. Als Innenverteidiger stieß Viktor Miftaraj (25/SV Rödinghausen) dazu, Stammkraft beim Verein Staffel West. Links erhielt der Pole Dawid Kolacki (18/U19) die Berufung in den Profikader. Im Mittelfeld zentral agieren der Gambier Ali Ceesay (19/FC Oberneuland) und Salmin Rebronja (22/Wuppertaler SV). Der Montenegriner beim Absteiger meist feste Größe, Ausbildung in Paderborn. Stefan Savicevic (19/SG Unterrath U19) agiert als 8er. Die Offensive beleben sollen Sven Ho (18/U19), Justin Seven (23/Mainz 05 II), Diren-Mehmet Günay (23/Zehlendorf). Für Günay der 3. Wechsel in einem Jahr. Viktoria Berlin – Greifswald – Zehlendorf – BFC der Weg. Willi Noack (22/Mahlsdorf) links kam aus der Oberliga. Empfehlung: 13-mal Vorbereiter. Im Angriff wurden zwei Linksaußen vermeldet mit Ludwig Bölke (22/VfL Halle 96), Herdi Bukusu (26/FSV Frankfurt/M.). Bölke mit sagenhaften 20 Vorlagen in der Oberliga Nordost Süd, dazu 10-mal Torschütze. Ausgebildet beim 1. FC Magdeburg. Rechtsaußen Califo Baldé (26/Meuselwitz) stammt aus dem afrikanischen Guinea-Bissau. Hatte ein ganz gutes Jahr beim ZFC, schaffte den Klassenerhalt mit dem Wechsel.
Mit Bölke, Rebronja, Noack wurden 3 vielversprechende junge Spieler an Land gezogen. Alle 3 bereits Leistungsträger bei den Ex-Vereinen. Und bislang lag man bei Bölke zumindest richtig.
Die sportliche Leitung:
Sven Körner (44) durfte weitermachen, erhielt einen neuen Vertrag bis Ende der Saison. Durchaus nicht ganz unumstritten im Umfeld bis zu den ersten Spielen 2026-2027. Die Endspiel-Pleite zuvor hatte viele verärgert. Mittlerweile steht er natürlich nicht zur Debatte. Joshua Sievert (23) unterstützt als Co-Trainer, kam vom Braunschweiger SC Acosta, Landesliga Niedersachsen. Daniel Haas (42) betreut die Keeper.
Der Kosovare Enis Alushi (40) ist der starke Mann als Geschäftsführer Sport. Ex-Kicker Jörn Lenz (57) wirkt als Teammanager.
Die aktuelle Saison bislang:
Der BFC ist nach dem Debakel zum Auftakt einer der positiven Überraschungen neben dem Greifswalder FC. Hat seit über 2 Monaten in der Liga nicht mehr verloren. Dabei schienen die Zeichen nach dem ersten Spiel düster, in Erfurt zeigte sich die Mannschaft in Halbzeit 1 nicht ligatauglich, lag vorentscheidend 0:4 hinten. Die meisten sahen damals eine Abschiedstour aus der Regionalliga. Auch das folgende 2:0 gegen Chemie ließ die kritischen Stimmen nur kurz verstummen. Auch im zweiten Gastspiel eine Niederlage, aber nur knapp beim Drittligaabsteiger und Topfavoriten. Aber die starke 2. Hälfte ließ hoffen, die Lila-Weißen mussten sich mühen und kamen erst in Minute 90 zum 3:2-Siegtor. Bislang letzte Niederlage auf Ligaebene. Im Landespokal ist man hingegen bereits draußen, als Finalist vom Vorjahr.
Gegenüber Aue und vor allem Erfurt überzeugt auch hier die Defensive. Grundlage für den weiteren Verlauf. Zunächst blieben die Dynamos im Keller, erreichten Remis gegen Zwickau (0:0) und bei Hertha BSC II (1:1). 5 Zähler aus 5 Begegnungen reichten für Platz 13. Da sahen vermutlich auch viele Fans die Mannschaft vor der Saison. Danach wurde geliefert, vor allem zu Hause. Der Aufschwung begann mit dem erneuten Derbysieg gegen Preußen und Sieg in Luckenwalde (2:0). Damit war der Sprung ins gesicherte Mittelfeld. In den letzten 6 Spielen wurde 5-mal gewonnen und selbst beim 2:2 in Leipzig im Duell mit dem Meister war die Körner-Truppe ganz dicht dran am Sieg. Bis zur 90. Minute stand das 2:0, bevor Lok noch zweimal zuschlagen konnte. Die letzten 4 Heimspiele wurden alle siegreich beendet bei 10:2 Toren. Den bislang wohl größten Coup lieferte der Serienmeister der DDR aber in Fürstenwalde, verdiente 3 Punkte beim 1:0 gegen einen Topfavoriten der Staffel.
Der BFC Dynamo ist die Heimmacht der Liga, holte 16 von 18 möglichen Punkten. Verfügt über die beste Abwehr mit nur 2 Gegentoren. Die gilt es zu knacken. Zuletzt wurde auf eigenem Platz am 24.04.2026 verloren gegen Lok (0:1). Auf Reisen sieht es nicht so erfolgreich aus, der Saldo aber ausgeglichen (2-2-2). Hier haben wir doppelt so viel geholt. 21:12 Tore sind verbucht. Die viertbeste Abwehr, in den letzten 9 Spielen gab es lediglich 5 Gegentore. Offensiv ist es Rang 5. Den Wermutstropfen gab es im Pokal, Aus in Runde 4 bei Oberligist TeBe im „Mommsenstadion“ n. E. Gegner dann wäre der BFC Preußen gewesen. Ironie der Geschichte, die Pleite am Spielort des vergeigten Finales im Vorjahr gegen Altglienicke.
Das Spieler-Kollektiv:
Nach dem Abgang von Ortegel ist Paul Hainke (21) die klare Nr. 1. Seit 2019 beim BFC und „Eigengewächs“. Im Vorjahr kam er 4-mal zum Einsatz in der Liga. Nr. 2 ist „Oldie“ Kevin Sommer (37), der nie für einen anderen Verein gespielt hat. Zum bislang letzten Mal stand der übrigens beim 2:2 zum Abschluss 2025/2026 im Tor gegen uns für 45 Minuten.
Im Gegensatz zu den meisten anderen spielt der BFC in der Abwehr die defensivere Dreierkette. Hier haben sich Neuzugang Viktor Miftaraj (25), Larry-Nana Oellers (26) und Vize-Kapitän Tobias Gunte (28/1) etabliert. John Liebelt (24) kommt dahinter, wechselte auch mal ins Mittelfeld als 6er vor der Abwehrkette. Einziger Spieler ohne die Ausbildung bzw. Aufgabe Innenverteidiger ist Linksverteidiger Dawid Kolacki (18), der bislang keine Rolle spielt. Eine Umstellung auf die Viererkette würde zumindest deswegen schwierig werden. Einen „gelernten Rechtsverteidiger“ hat der BFC derzeit nicht im Kader.
Gespielt wird normalerweise im 3-4-3. 2 defensive im Mittelfeld und Offensive auf den Außenbahnen. Man setzt auf Stabilität, was auch funktioniert. Ein „6er“ ist Levin Mattmüller (22/5), zweifellos herausragender Spieler der Dynamos. An 7 Toren beteiligt, 1/3 der Gesamtausbeute. 4 der 5 Torerfolge von Spieltag 6–9. Kam 2025 aus Luckenwalde. Sein Jugendverein ausgerechnet Union. Weitere Stammkraft wie in Fürstenwalde Tim Windsheimer (20/1). Schon in der Vorsaison positive Überraschung als U19-Neuzugang (Heidenheim). Salmin Rebronja (22) hingegen hat Verletzungspech. Stefan Savicevic (19) ist auch keine Option bislang. Rechts läuft es für Joey Breitfeld (30) gut, hat 3 Treffer vorbereitet. „Inventar“ mit 284 Spielen und 25 Toren seit 2019. Eckpfeiler auf der linken Seite der Däne Valdemar Sadrifar (25/2), 2025/2026 mit Verletzungen und kaum eingesetzt. Klar vor Willi Noack (22) und den Portugiesen Américo Neves (22).
Im Sturm setzen die Trainer wie bei uns auf 3 Spitzen. Fixpunkt Mittelstürmer und Kapitän Rufat Dadashov (35/7). Schon jetzt erfolgreicher als im gesamten Jahr zuvor. Traf 5-mal in zuletzt 5 Partien mit 2 „Doppelpacks“. Gutes Omen für uns, gegen den CFC nur 1 Sieg in 6 Begegnungen. Aber: 5 Torerfolge. Nach dem Pokalfinale in der Kritik wegen des verschossenen Elfmeters als erster Ballkontakt, da eben erst eingewechselt. Derzeit aber wieder verehrt. Leander Fritzsche (26) hat es hier schwer. Linksaußen hat sich Neuzugang Ludwig Bölke (22/3) als Verstärkung erwiesen. Herdi Bukusu (26) da außen vor. Rechtsaußen kämpfen Jamal Rogero (23), Califo Baldé (26) um den Stammplatz. Sind aber noch unwichtig. So kam hier vor allem Diren-Mehmet Günay (23/1) zum Zug, mit 4 guten Torvorlagen. Einer von 3 etatmäßigen zentralen offensiven Kräften im Mittelfeld neben Sven Ho (18) und Justin Seven (19).
25 stehen im Aufgebot, wie beim CFC nur 2 statt 3 Keeper. 24,6 Jahre im Schnitt sind ungefähr das Liga-Niveau (24,3). Wir überbieten das: 25,9. Eine interessante Mannschaft mit mehreren jüngeren Spielern, die liefern, siehe Bölke, Windsheimer, Hainke. Dazu kommen die Routiniers Dadashov, Gunte. Nicht zu vergessen ein Sadrifar, der eine wesentlich bessere Saison spielt als zuvor.
Krankenlager / Strafbank:
Dawid Kolacki fehlt seit Ende August wegen Mittelfußbruch. Salmin Rebronja muss aufgrund Muskelfaserriss passen, für den Sonntag auf alle Fälle. Herdi Bukusu plagt sich mit muskulären Problemen. Ansonsten kann aber die wohl beste Besetzung für das Spitzenspiel aufgeboten werden.
Prognose:
Wird schwierig, da eben mit der Entwicklung der letzten Wochen kaum einer rechnen konnte. Für ganz oben wird es wohl aber nicht reichen. Auch ist noch offen, wie größere Ausfälle wegen Verletzungen aufgefangen werden. Es sollte aber solide einstellig werden und weitaus besser als 2025/2026. Tipp: Platz 6–8.
Bilanz gegen unseren Gegner:
Sieht immer noch defizitär aus, einfach weil der BFC zu DDR-Zeiten fast durchgehend auf einem anderen Level unterwegs war. 19 Siege konnten wir einfahren, doppelt so viele der BFC bei 76:128 Toren. In der Hauptstadt stehen wir bei mickrigen 3 vollen Erfolgen, schlichen 24-mal bedröppelt vom Platz. Allerdings ist der CFC dort seit 5 Gastspielen ungeschlagen bei den Resultaten 1:1 – 0:0 – 3:1 – 0:0 – 2:2. Vom 3:1 sind bei uns noch David Wunsch und Roman Eppendorfer dabei. Erstgenannter hielt bei unserer 2:1-Führung den Elfmeter, auch im Nachschuss.
Das Umfeld / Wirtschaft / Stimmung:
Momentan dürften sich zumindest ein paar rund um den Verein die Frage stellen, „was wäre, wenn“. Wie ist der Plan, sollte die Mannschaft wirklich zum Jahreswechsel noch oben mit dabei sein. Würde man am Lizenzverfahren zur 3. Liga teilnehmen, hat man die Voraussetzungen in dieser Spielklasse wirtschaftlich und damit sportlich konkurrenzfähig zu sein? Allein die Stadionproblematik dürfte eine harte Nuss werden. Das Stadion im Sportforum Hohenschönhausen ist wie bekannt nicht drittligatauglich. Wohl auch nicht mit Ausnahmegenehmigung. Die Liste der offenen Punkte lang. Rasenheizung, eine Flutlichtanlage von mindestens 1.000 Lux, mehr überdachte Zuschauerplätze – 400 sind zu wenig, geeignete Medien-, Sicherheits- und VIP-Infrastruktur. Alternativen, die übergangsweise in Frage kommen würden, wären das große Olympiastadion oder die „Alte Försterei“ des verhassten 1. FC Union. Beides undenkbar, obwohl in der Schüssel ja auch mal im DFB-Pokal gespielt wurde. Bliebe noch das „Mommsenstadion“. 2024 wurde es so modernisiert, dass es als Trainingsstätte zur EM 2024 genutzt werden konnte. Für die 3. Liga würden aber dennoch Maßnahmen notwendig werden. Frustfaktor für den BFC und seine Fans, eben diese Anlage soll mittelfristig drittligatauglich gemacht werden. Was eigentlich den Weinroten versprochen wurde. Tendenz eher, ein Stadion mit diesen Bedingungen, egal für welchen Hauptstadtclub. Denkbar wären eben das „Mommsenstadion“ oder „Jahn-Sportpark“.
Die Prüfungen eines solchen Vorhabens für Hohenschönhausen nahmen während der Meisterschaft 2021/2022 Fahrt auf. Die Geschichte seitdem ernüchternd: 2023 wurde im Berliner Koalitionsvertrag von CDU und SPD die Ertüchtigung des Stadions für die Drittligatauglichkeit vorgesehen. Ergebnis 2025: Ein Neubau als die wohl bessere Lösung würde 94 Mio. € kosten. 2026 wurde das Projekt bis auf Weiteres gecancelt. Für jetzt und 2027 ist kein Geld eingeplant bzw. da. Harte Fakten für die Anhänger, die immer mal von der Rückkehr auf die Fußballbühne außerhalb Nordost träumen. Eine Rückkehr in den „Jahn-Sportpark“, die keiner so richtig will, ist auch kein Thema. Der soll frühestens 2028 fertig werden, Oktober gab es aber Diskussionen um den Bau. Grund: die zurückgehende Haussperlingspopulation. Die sportlichen Leistungen finden noch nicht so den Widerhall auf den Rängen bei 1.862 im Schnitt. Platz 10 in der Zuschauertabelle, mit Abstand zum 9. Babelsberg (3.294). Zwei Gründe liegen auf der Hand. Zum einen haben die großen „Kracher“ noch nicht gastiert, sofern man nicht Chemie und Zwickau dazu zählt. Die Leipziger lockten zum „Zahltag“ 2.251 ins Rund. Ansonsten waren es unter 2.000, zuletzt Greifswald (1.914). Für den Sonntag wird die Werbetrommel gerührt, es könnten über 3.000 werden. Weiter hinkt das Sportforum betreffs Komfort für den Zuschauer gegenüber den großen mitteldeutschen Vereinen hinterher. Kaum überdachte Plätze vor allem. So besteht das Stammpublikum vor allem aus der organisierten Fanszene.