Vorbericht // Saison 2003/2004

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:1FC Sachsen Leipzig
FC Sachsen Leipzig
18. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2003/2004
Samstag, 29. November 2003, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 3.450
Schiedsrichter: Hoyzer (Berlin)
Vorbericht

Abstiegsderby beim Leutzscher Comeback auf der Fischerwiese...

Von Timo Görner

...denn zum einen stecken sowohl der CFC als auch der FC Sachsen im Kampf gegen den Absturz in die Oberliga, zum anderen ist der letzte Auftritt der Grün-Weißen an der Gellertstraße auch schon wieder über 5 Jahre her.

Der FC Sachsen bislang in dieser Saison:
Die Elf entspricht was Tabellen- und Punktestand anbelangt weniger den Erwartungen von Fans und Vereinsführung. Nach 7 Spielen war man noch sieglos bei 2 Punkten auf dem Konto. Die Heimspiele gegen den CFC und die Schalke Am. gingen jeweils verloren (0:2), in Münster verlor man nach schwacher Vorstellung - speziell in der Defensive - verdient mit 1:3. Hinzu kamen unglückliche Punktverluste in Dortmund (4:4), Bremen und Paderborn (1:2).
Trainer Jürgen Raab wurde dem immer größeren Druck von Teilen der Fans und den Medien in der Messestadt geopfert und für 2 Spiele erhielt Leipzigs Fußball-Kämpe "Hansi" Leitzke (bis dato Coach der II. Mannschaft) die Chance sich für eine längerfristige Beschäftigung auf diesem Posten zu empfehlen. Der 1.Sieg (Neumünster 3:1/H) und eine wiederum vermeidbare Niederlage (1:2 Uerdingen/A) waren der Chefetage zuwenig und so wurde mit Harry Pleß Anfang Oktober dann doch ein erfahrener Übungsleiter ins Boot geholt.
Dessen Bilanz ist mit "12 aus 9" nicht schlecht. Gegen spielstarke Gegner wurde zu Hause jeweils verdient gesiegt (Wuppertal 4:0, St. Pauli 2:1) oder wenigstens ein Punkt ergattert (Braunschweig 1:1). Wichtig war der erste Auswärtssieg (Wattenscheid 3:2). Auf fremden Plätzen blieb man zuletzt sieglos und erzielte lediglich in Hamburg (1:1) einen Treffer. Ohne Punkte reiste man wieder aus Dresden (0:1) und zuletzt Essen nach dem Dreierpack von Benjamin Köhler innerhalb von 5 min. ab (0:3). Nach Spieltag 14 wurde erstmals die Abstiegszone verlassen (14.).

Die Gründe für den total verpatzten Saisonstart waren erkennbar. Die Defensive leistete sich zu viele individuelle Fehler (Bergner) und wirkte insgesamt zu labil. Spieler wie Bergner, Eckstein im Tor sowie Kujat hatten aus unterschiedlichsten Gründen mehr mit sich zu tun und insgesamt wirkte die Mannschaft von Jürgen Raab zu diesem Zeitpunkt gedanklich noch in der Oberliga. Das Mittelfeld war zudem der Schwachpunkt in der Mannschaft. Defizite in diesem Bereich sollten mit der Verpflichtung von Ronny Thielemann behoben werden.

Bis dato Gewinner:
Die ursprüngliche Nummer 2 vor Saisonbeginn, Michael Rechner ist mittlerweile Stammkeeper. Der Ex-Mannheimer löste Marko Eckstein als klare Nummer 1 der Saison 2002/2003 ab und ist momentan im Kasten der Leutzscher gesetzt. Mit Dennis Koslow konnte ein letzte Saison bei Dynamo ausgemusterter Stürmer seine Klasse in der Regionalliga bestätigen und ist einer der Top-Torjäger dieser Staffel, was er auch eindrucksvoll beim Sachsenpokal-Spiel in Eilenburg demonstrierte (beide Tore). Mit dem 20-jährigen Tom Geißler klopfte zuletzt ein jüngerer Spieler an die Tür "Stammkader" und präsentierte sich ganz ordentlich.

Bis dato Verlierer:
Die Verlieren dürften mit Ex-Trainer Jürgen Raab, Marko Eckstein, Heiko Cramer und wohl auch Ronny Kujat 4 Aktivposten der letzten Saison gewesen sein. Jürgen Raab wurde nach dem 1:2 in Bremen am 7. Spieltag beurlaubt. Marko Eckstein ist nur noch die Nummer 2 im Tor nach 2 Einsätzen unter Leitzke (Spieltag 8 und 9) und Ronny Kujat hat seinen Status als Toptorjäger mit erst 2 Toren im Sachsen-Angriff an Dennis Koslow verloren. Zudem ist er seit Saisonbeginn und den Querelen mit dem geplatzten Wechsel nach Braunschweig bei den Sachsen-Fans wohl auch nicht mehr unumstritten.
Ebenso ins Schlingern war Libero David Bergner in der allgemeinen Krise der Leipziger geraten, der kurz vor dem Raab-Rauswurf zunächst von diesem suspendiert worden war und aufgrund seiner schwachen Leistungen gegen Neumünster und Uerdingen nicht im Kader stand. Bereits im 1. Spiel unter Pleß durfte Bergner aber wieder mitmischen. Heiko Cramer (32) kam zuletzt über die Reservistenrolle nicht hinaus.

Einkaufsbilanz, Tops und Flops:
Die Erfolgsbilanz bei den Neuverpflichtungen bis heute sieht so schlecht nicht aus: Denis Koslow (31) kann im Sturm als "Glücksgriff" angesehen werden. Michael Rechner (23) im Tor, Danny Bach (30) in der Abwehr, Ronny Thielemann (30) als letzter Neuzugang Anfang September aus Cottbus (ablösefrei da Vertrag dort aufgelöst) im Mittelfeld sowie Mark Zimmermann (29) im Sturm sind seit geraumer Zeit auch unter Pleß gesetzt. Nico Kanitz (23) als streng beäugter Neuer aus Probstheida konnte sich bislang noch nicht durchgängig als Stammkader empfehlen, wie auch Daniel Ferl (23/Ausleihe von Alemannia Aachen), ein weiterer "Ex-Lokist". Rene Stark (23), aus Halle gekommen, schaffte es nur zu 4 Kurzeinsätzen. Kaum eine Rolle spielte ferner im Angriff mit Markus Richter (26) ein Ex-Chemnitzer (VfB).

Bestarbeiter im Kollektiv/Stammelf:
Mit Dennis Koslow (31) steht einer der Torjäger dieser Saison im Kader von Harry Pleß. In der Abwehr sind Danny Bach (30), David Bergner (29) und Tobias Friedrich (29/fällt am Samstag nach seiner 5. Gelben Karte aus) als Aktivposten zu sehen. Im Mittelfeld waren dies nach meiner Einschätzung Ronny Thielmann und Piet Schönberg. Im Sturm wiederum gilt Koslow in der momentanen Verfassung als herausragend neben dem sich bislang erfolgreicher als Kujat (2 Tore/17 Spiele) präsentierenden Mark Zimmermann (3 Treffer/11 Spiele).

Der Trainer:
Der Trainer ist eigentlich schon fast ein "alter Bekannter" für die Leser dieser Zeilen. Der durchaus sympathische Mecklenburger trat sein Amt beim FC Sachsen exakt am 30.09.2003 an und soll den Kultclub aus dem Leipziger Westen baldmöglichst aus dem Tabellenkeller führen. Bei Rot-Weiß Essen, wo Pleß in über 2 Jahren insgesamt wohl keine schlechte Arbeit geleistet hat, wurde er bekanntermaßen bereits Mitte September entlassen.

Stimmung im Umfeld:
Die Stimmung ist zur Zeit wohl vorsichtig optimistisch, wobei man mit Rang 15 sicherlich alles andere als zufrieden ist. Der Zuschauerschnitt war vor dieser Saison laut den FCS-Verantwortlichen innerhalb des eher knappen Etats "eher vorsichtig" bei 4.500 Besuchern kalkuliert worden. Bislang strömten insgesamt 35.969 in die "Leutzscher Hölle", was einen Schnitt von 4.496 ergibt (2000/2001: 4.727) - also liegt man fast im Soll.
Den größten Ansturm erlebte man dabei mit 7.600 gegen den FC St. Pauli am 12. Spieltag, 5.117 sahen den CFC, 4.600 Eintracht Braunschweig. Die Amateure aus Gelsenkirchen (3.000) und Köln (3.300) fanden dagegen weniger das große Interesse. Damit liegen die Leutzscher in der Zuschauertabelle auf Rang 6 vor dem CFC und über dem Gesamtschnitt von rund 4.340, welcher durch die Zuschauerkönige in Hamburg und Braunschweig (jeweils über 17.000 und 12.000 im Schnitt) diese Saison deutlich höher ist als letzte Spielzeit.

Für die verbleibenden Spiele in der Frühjahrsrunde soll sich nach dem Willen von Harry Pleß noch mal das Personalkarussell bewegen und die Mannschaft verstärkt werden, alles im Rahmen der knapp kalkulierten Finanzierung dieser Saison bei Verbindlichkeiten von rund 640.000 Euro welche aber laut "Chef-Chemiker" Rocca den Verein zur Zeit nicht existenziell bedrohen. Im Sachsenpokal könnten auch dafür noch ein paar Euros eingespielt werden. Dort schaltete man vor dem CFC im Achtelfinale übrigens den SSV Markranstädt etwas mühevoll erst in der Verlängerung aus (3:0) und trifft nun im ewig brisanten Leipziger Derby Mitte Dezember auf den VfB im "Plache-Stadion". Dort ist wohl mit einer vierstelligen Anzahl von Leutzscher Fanatikern zu rechnen. Für den Samstag darf man mindestens mit einer "soliden dreistelligen Abordnung" an der Gellertstraße kalkulieren, zumal die Stimmung im grün-weißen Lager trotz Rang 15 nach wie vor optimistisch ist.

Denen einen schönen Aufenthalt an der Gellertstraße ohne das Ende unserer Serie gegen die Leutzscher in der RL (4:0, 3:1, 2:0)...

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich

Chemnitzer FC FC Sachsen Leipzig
50,11 % Chancen gegeneinander 49,89 %
13 Tabellenposition 15
20
17
1,18
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
17
17
1,00
6 (35,29 %)
9 (52,94 %)
Siege
Niederlagen
4 (23,53 %)
8 (47,06 %)
14:22
0,82:1,29
Tore
Tore pro Spiel
24:29
1,41:1,71
3:1 gegen VfR Neumünster (N) (H) Höchster Sieg 4:0 gegen Wuppertaler SV (N) (H)
0:5 gegen Rot-Weiss Essen (A) Höchste Niederlage 0:3 gegen Rot-Weiss Essen (A)
3 Niederlagen,
seit 3 Spielen nicht gewonnen
Aktuelle Serie 1 Niederlage,
seit 3 Spielen nicht gewonnen

Die Bilanz

 AnzahlSiegeRemisNiederlagenTore
Alle Spiele341513646:29
Heimspiele16105125:9
Auswärtsspiele1858521:20
Ligaspiele311413442:21
Pokal-/Relegationsspiele31024:8

Rückblick auf die letzten 15 Spiele

1983/1984DDR-Oberliga10. SpieltagBSG Chemie Leipzig - FC Karl-Marx-Stadt1:3 (0:1)
1983/1984DDR-Oberliga23. SpieltagFC Karl-Marx-Stadt - BSG Chemie Leipzig2:1 (2:1)
1984/1985DDR-Oberliga13. SpieltagBSG Chemie Leipzig - FC Karl-Marx-Stadt2:2 (1:1)
1984/1985DDR-Oberliga26. SpieltagFC Karl-Marx-Stadt - BSG Chemie Leipzig0:0 (0:0)
1990/1991NOFV-Oberliga1. SpieltagFC Sachsen Leipzig - Chemnitzer FC0:0 (0:0)
1990/1991NOFV-Oberliga14. SpieltagChemnitzer FC - FC Sachsen Leipzig0:0 (0:0)
1996/1997Regionalliga Nordost3. SpieltagChemnitzer FC - FC Sachsen Leipzig4:0 (2:0)
1996/1997Regionalliga Nordost20. SpieltagFC Sachsen Leipzig - Chemnitzer FC0:1 (0:1)
1997/1998Regionalliga Nordost10. SpieltagChemnitzer FC - FC Sachsen Leipzig3:1 (0:1)
1997/1998SachsenpokalViertelfinaleFC Sachsen Leipzig - Chemnitzer FC5:1 n.V.
1997/1998Regionalliga Nordost27. SpieltagFC Sachsen Leipzig - Chemnitzer FC1:1 (1:1)
1998/1999Regionalliga Nordost10. SpieltagChemnitzer FC - FC Sachsen Leipzig2:0 (2:0)
1998/1999Regionalliga Nordost27. SpieltagFC Sachsen Leipzig - Chemnitzer FC0:2 (0:0)
2003/2004Regionalliga Nord1. SpieltagFC Sachsen Leipzig - Chemnitzer FC0:2 (0:2)
2003/2004SachsenpokalAchtelfinaleFC Sachsen Leipzig - Chemnitzer FC2:1 (0:1)

Die Webseiten des Gegners

http://www.sachsen-leipzig.de/ - Schier unendliche Informationstiefe und als Clou eine eigne Audio-Live-Berichterstattung von den FCS-Spielen