Vorbericht

11. Spieltag - 3. Liga - Saison 2017/2018
SV Werder Bremen II
SV Werder Bremen II
1:1
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC

Nachlegen in Bremen und dran bleiben …

von Timo Görner

… am Aufwärtstrend, der sich in Halle auch im Ergebnis widerspiegelte. Der CFC trifft auf einen Gegner, bei dem es in den letzten Wochen nach einer starken Startphase nicht mehr lief.

Die letzte Saison unseres Gegners:

Ziel war erneut der vorzeitige Klassenerhalt. Die Liga wurde gehalten, wenn auch erst am letzten Spieltag und wieder mit Sieg gegen Aalen. Was damals keiner ahnen konnte: durch den Absturz des TSV 1860 München war der Verbleib bereits 1 Spiel davor geschafft. Der Start misslungen mit 3 Niederlagen, dabei 2x im eigenen Stadion gegen die Aufsteiger aus Lotte (0:3) und Zwickau (1:3) sowie in Köln (0:2). Bis zur Winterpause lief es leidlich, aus 16 Spielen wurden 21 Punkte geholt. Den ersten Dreier holten die Bremer bei Zweitligaabsteiger Paderborn (2:1). Stärke der Werderaner die gute Heimbilanz nach den Pleiten zu Beginn mit 5 Siegen u. a. gegen den späteren Aufsteiger Regensburg (3:1) und torreich Osnabrück (4:2) bei 1 Niederlage gegen Wehen Wiesbaden (0:1). Ambivalent die Dienstreisen. Lediglich in Paderborn gelang ein Sieg, danach wurde noch in Chemnitz und Rostock ein 1:1 erreicht. Heftig die Klatsche in Münster (0:4), letztes Heimspiel von Horst Steffen beim SCP. Ohne Torerfolg und Punkte reiste Grün-Weißen neben Münster aus Magdeburg, Halle, Köln, Duisburg, Aalen ab. Vor der Rückrunde 2017 war der Vorsprung vor der Abstiegszone mit 1 Punkt und 10 Toren vor dem 18. aus Wiesbaden marginal. Ziel war, die fehlenden 24 Zähler so zeitig wie möglich fest zu machen. Der Start 2017 da erfreulich mit Sieg in Lotte (2:1), der positive Trend wurde bis Spieltag 27 konserviert. Werder II holte 2017 aus den 7 Duellen 13 Punkte und war defensiv bei 4 Gegentoren und 3 Siegen ohne Gegentreffer in Osnabrück und Mainz sowie gegen Paderborn (je 1:0) stark. Lohn der Sprung auf 11 und 7 Punkte zu Rang 18. Danach lief es gar nicht mehr. Die Grün-Weißen verlernten das Siegen bis zum vorletzten Spieltag. Rutschten zurück in den Abstiegskampf. Auf eigenem Platz wurden in 6 Begegnungen 4 Niederlagen kassiert, alle ohne Tor gegen Magdeburg, Münster, Kiel, Rostock. Nur Halle und der CFC konnten nicht gewinnen. Vor den letzten beiden Spielen war der Klassenerhalt bei 39 Punkten aus eigener Kraft nicht zu schaffen. Bei Absteiger Frankfurt/M. (4:0) gelang der "Pflichtsieg", immer noch 1 Zähler hinter Paderborn. Überholt letztendlich durch das "Goldene Tor" 5 min. vor Ende gegen Aalen und 0:0 der Ostwestfalen in Osnabrück. Das Zittern unnötig. In Bremen der Saldo ausgeglichen bei 7-5-7, weniger Tore (16) erzielte keiner. Auch auf Reisen geizte man mit Toren – 16. Am Ende durchaus effektiv die Bilanz mit 32 Toren, die immerhin 42 Punkte einfuhren.

Delegierungen für diese Saison bislang:

Wie auch in den letzten Jahren und für eine U23 nicht ungewöhnlich gab es einige Veränderungen. 10 Akteure gingen, 12 wurden neu eingebaut.

In der Abwehr ging Torben Rehfeldt (23) zum Ligakonkurrenten VfR Aalen, "Leihgabe" Luca Zander (22) kehrte zum FC St. Pauli zurück. Im Mittelfeld zog es Björn Rother (21) nach Magdeburg, etablierte sich dort auf Anhieb als Stammspieler. Der Rest spielte keine oder keine wichtige Rolle. Erwähnenswert noch, dass Niklas Schmidt (19/Mittelfeld) offiziell als Abgang aus der II. geführt wurde, da er einen Profivertrag erhielt. Er kommt aber bislang weiter nur in der U23 zum Einsatz.

Für das Tor kam aus der Schweiz Dario Thürkauf (21) von der U21 des FC Basel, aus der dortigen 3. Liga. Im Abwehrbereich wurden Lars Bünning (19), Jannes Vollert (19) und Mattis Daube (19) aus der Werder U19 der Bundesliga Nord/Nordost zur U23 geholt. Vollert war dort zeitweise Kapitän, feste Größe wie auch Bünning. Marco Kaffenberger (20) wechselte aus der Regionalliga, bei den Stuttgarter Kickers Stammkader. Übrigens nicht verwandt mit Marcel Kaffenberger. Das Mittelfeld sah zwei Neuzugänge aus der 2. Bundesliga 2016/2017 mit Dennis Rosin (21/FC St. Pauli) und dem Deutsch-Guineer Boubacar Barry (21/Karlsruher SC). Barry kam zu 11 Einsätzen für den Absteiger, 3x in der Startelf. Flog ab Mitte Februar 2017 verletzungsbedingt aus dem Kader. Rosin stammt aus der Jugend des HSV, wechselte 2010 zum Ortsrivalen. Kam über die U17 und U19 zum Zweitligakader, schaffte dort nicht den Durchbruch. DFB-U19-Nationalspieler Idrissa Touré (18/FC Schalke 04 II) stieg wie Christian Mauersberger aus der Regionalliga West ab und ging in die 3. Liga. In der Abteilung "Sturm und Drang" wurden ebenfalls 3 interne Wechsel mit Melvin Krol (19), dem US-Amerikaner Isaiah Young (19) aus der A-Jugend und dem Chinesen Tian Ci (20) aus der III. Mannschaft der Bremen-Liga vermeldet. Young empfahl sich in der Bundesliga Nord/Nordost mit 3 Toren und 6 Vorlagen in 11 Begegnungen, USA-U20-Auswahlkicker. Ebenfalls "aus den Staaten" wird Josh Sargent (17) von St. Louis Scott Gallagher Missouri kommen. Das Riesentalent war von anderen Clubs umworben mit mehr Möglichkeiten als Werder 2017. Er soll zum Jahreswechsel in Bremen erscheinen, Stadt und Verein kennen lernen. Ab Sommer in den Spielbetrieb gehen. Er ist U17-Nationalspieler der Amerikaner mit 14 Toren in 29 Spielen, kam bei der U20-WM im Sommer zu 4 Toren in 5 Begegnungen. Tritt im Oktober bei der U17-WM in Indien an.

Der Trainer:

Florian Kohfeldt (34) hat seit mittlerweile fast 1 Jahr das Sagen als Chef der U23. Die Bilanz stimmt mit dem Klassenerhalt letzte Saison und dem bislang erfolgreichen Verlauf der neuen Saison. Er wird u. a. von Werder-Legende Mirko Votava (61) seit Anfang März 2017 als Co-Trainer unterstützt.

Die aktuelle Saison bislang:

Die aktuelle Platzierung als 9. würde man zum Saisonende nehmen. Dabei sah es noch vor 6 Wochen noch besser aus. Spielten die Bremer munter oben mit. Die ersten 5 Spiele wurden ohne Niederlage absolviert, damit 8 Begegnungen saisonübergreifend nicht mehr verloren. Aufsteiger Unterhaching (3:0) war zum Auftakt deutlich besiegt, ebenso musste Topfavorit Karlsruher SC (2:0) Platz 11 am "Weser-Stadion" ohne Zählbares verlassen. Auswärts war man ebenfalls erfolgreich mit Dreier in Münster (1:0). Auswärts konnte in Wiesbaden (0:0) und Würzburg (1:1) gepunktet werden. Werder II defensiv Nr. 1 mit erst 1 Gegentreffer. Der Höhenflug konnte nicht fortgesetzt werden, der Trend zuletzt entgegengesetzt. Nur 1 Zähler aus 5 Begegnungen ließen die Werderaner ins Mittelfeld der Tabelle rutschen. In Magdeburg (1:4) wurde die U23 abgewatscht, gegen Köln und Halle (1:2) gab es Niederlagen auf eigener Anlage. Beide Male jeweils in der Schlussphase. Nur in Rostock (0:0) wurde was mitgenommen, es fehlte die Durchschlagskraft. Am vergangenen Wochenende in Zwickau waren es wieder die letzten Minuten, welche zum Verhängnis wurden. Eine weitere Pleite am Samstag und Werders U23 würde wieder Richtung Tabellenkeller gehen. Daheim wie auswärts sind die Grün-Weißen bislang ungefähr gleich erfolgreich. 10:10 Tore sind offensiv "ausreichend" (13.), defensiv "gut" als 4.

Bilanz gegen den SV Werder U23:

Beide Teams traten bereits 16x gegeneinander an. Dabei liegt der CFC mit 7 Siegen vorn, Werder II konnte 3x gewinnen. Am 22.08.2001 gab es das erste Duell, am Ende mit einem 2:0 an der Weser für die Gastgeber, dem letzten Spiel mit Dirk Karkuth. Im September 2011 gelang dem CFC der bislang einzige Sieg bei Werder (2:0). Danach hieß es 2:3, 0:0 in der letzten Saison. Von den letzten 13 Spielen haben die Himmelblauen nur 1x verloren, eben das 2:3 am 01.11.2015.

Die Mannschaft:

Im Tor hat derzeit Eric Oelschlägel (22) die Nase vorn, in 2 Spielen durch Tobias Duffner (33) ersetzt. Noch ohne Einsatz ist Dario Thürkauf (21). In der Abwehr gelten Dominic Volkmer (21), Marc Pfitzner (33) und der Holländer Jesper Verlaat (21) als die festen Größen. Dahinter kommt Jannes Vollert (18). In Zwickau begann man die Viererkette mit Verlaat - Pfitzner - Volkmer - Eggersglüß. Letzterer eigentlich eher im Mittelfeld zu Hause. Im Mittelfeld haben sich auf Links Thore Jacobsen (20), auf Rechts Philipp Eggersglüß (22), Zentral Ole Käuper (20), Leon Jensen (20), Idrissa Touré (19) und Dennis Rosin (21) etabliert. Jacobsen mit 2 Toren der gefährlichste Akteur aus diesem Sektor. Niklas Schmidt (19), der zu Saisonbeginn einen Profivertrag erhielt, kam fast ausschließlich als Einwechsler zum Zug. Der Fixpunkt im Angriff ist und bleibt Kapitän Rafael Kazior (34). Der Deutsch-Pole weist 3 Tore auf, letztmalig am 05.08.2017 in Münster. Wurde in Zwickau nicht berücksichtigt und durch Aron Jóhannsson (28) aus dem Profikader ersetzt. Der US-Amerikaner mit 19 Länderspielen und 4 Toren für die USA, seit etwas mehr als 2 Jahren bei Werder, kam diese Saison in Liga 1 bislang auf 1 Kurzeinsatz an Spieltag 1 in Hoffenheim, spielt derzeit keine Rolle unter Alexander Nouri. Isaiah Young (19) kam über die "Joker-Rolle" nicht hinaus. Der Gambier Ousman Manneh (20) aus dem Kader der 1. Mannschaft wurde ebenfalls wie Johannson zeitweise zur U23 delegiert, das Talent ohne den Durchbruch in Liga 1 kommt in 2 Spielen auf 1 Tor, in Zwickau nicht im Kader. 26 Spieler stehen im Team, im Schnitt 22 Jahre als einzige U23 in der 3. Liga und damit jüngstes Team.

Das Krankenlager/Strafbank:

In der Abwehr fehlt Mattis Daube (19/Schambeinentzündung). Im Mittelfeld Neuzugang Boubacar Barry (21) nach wie vor wegen seiner Entzündung im Knie seit mittlerweile Anfang Februar 2017. Dazu Leander Wasmus (20) seit Anfang März 2017 aufgrund seines Kreuzbandrisses. Im Sturm muss der Ghanae Jonah Osabutey (18) wegen einer Knieverletzung passen.

Prognose:

Es geht auch diese Saison wieder gegen den Abstieg, der sehr gute Auftakt konnte darüber nicht hinwegtäuschen. Es wird wieder mindestens bis zum vorletzten Spieltag gehen, bleibt man von größeren Ausfällen verschont, sollte es auch wieder knapp reichen.

Das Umfeld:

Wenig Neues bei Werders U23, eine Abmeldung der Mannschaft aus dem Spielbetrieb wie in Frankfurt, Leverkusen, Leipzig u. a. ist nicht in Sicht. Trotz aller finanziellen Engpässe beim Traditionsverein an der Weser (nach den erfolgreichen Jahren der Vergangenheit bis noch 2010) bleibt die U23 als Flagschiff der anerkannt sehr guten Nachwuchsabteilung weiter enorm wichtig. Vor allem als Bindeglied zwischen der A-Jugend und dem Profikader. Das Zuschauerinteresse hingegen analog zu den anderen U23 Mannschaften der 3. und 4. Liga bleibt weiter "überschaubar". In der Vorsaison lag der Zuspruch im Schnitt bei 1.410, knapp vor Mainz 05 II. Ein kleiner Anstieg zu den 1.263 davor. Den größten Besuch erlebten die Spiele gegen die Nord-Vereine aus Rostock (4.485) und Osnabrück (3.300). Beide ausgetragen im großen "Weser-Stadion". Der CFC musste auf dem "Platz 11" an der Arena ran, vor 938 zahlenden Besuchern. Großaspach motivierte magere 273. Aktuell hält der Karlsruher SC mit 2.500 den Bestwert, folgend Unterhaching bei 1.209. Halle sahen letztens deren 657. Besagter Platz 11 ist bei 5.500 Plätzen das kleinste Stadion der 3. Liga. Genutzt neben Werders U23 auch von der Frauenfußballmannschaft des Vereins. Zuletzt wurde ein Hybridrasen als Kombination von Natur – und Kunstrasen verlegt, Tribut an die hohe Beanspruchung des Platzes durch 2 Mannschaften. Hinzu kam eine Rasenheizung.
11. Spieltag - 3. Liga - Saison 2017/2018
Samstag, 30. September 2017, 14:00 Uhr
Weserstadion Platz 11, Bremen
Zuschauer: 590
Schiedsrichter: Bläser (Niederzier)


Tore

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich