Nächster Anlauf für den ersten Sieg und wieder …
von Timo Görner
… eine hohe Hürde. Die BSG Chemie ist bislang heimstark in der neuen Spielzeit. Zudem haben wir die letzten beiden Spiele gegen die Leipziger jeweils verdient verloren.
Die letzte Saison:
Nach Rang 9 ein Jahr zuvor wurde es diesmal Platz 7, vor dem CFC mit 1 Punkt mehr. Für die Verantwortlichen in Ordnung. Erfreulich die Heimstärke, nur 2 Mannschaften konnten im "Leutzscher Holz" 3 Punkte einfahren, konnte hier die Defensive überzeugen. Dafür verlief die Rückrunde weniger gut als die Hinrunde, wo Chemie Kontakt zur Tabellenspitze hatte.
Dabei verlief der Start nicht gut. Es gab das 2:4 in Babelsberg und 1:2 gegen Altglienicke. Nach 3 Spieltagen und 2:2 in Luckenwalde wartete man auf den ersten Dreier. Der kam dann gegen Lichtenberg, späterer Absteiger (3:2). Es lief nun besser, zum Jahreswechsel standen ordentliche 27 Punkte aus 14 Spielen. Es gab nur noch eine allerdings schmerzliche Pleite in Probstheida (0:3). Davor und danach stattliche 7 Siege im Punktekampf. Gegen Jena, bei uns – torreich gegen TeBe (4:0) und Hertha BSC II (4:2). Auswärts wurde Drittligaabsteiger Viktoria (2:0) – wieder ohne Gegentor düpiert. 2022 gegen den BFC (1:1) beendet.
Aus den 20 Spielen Frühjahr 2023 kam dann weniger raus, 26 Zähler Richtung unteres Mittelfeld. Die ersten 4 Duelle im neuen Jahr sieglos mit 2 Punkten gegen Erfurt und Babelsberg (1:1). Bei Altglienicke (0:4) gab es nichts zu holen, überraschend auch gegen Luckenwalde (1:2). Es reichte noch zu 3 Heimsiegen gegen Meuselwitz, den CFC (3:0), Greifswald (3:1). Erfolgreich die Dienstreisen nach Berlin zum BAK (2:1) und TeBe (2:0). Die Frühjahrsrunde endete wie sie begann, mit 4 sieglosen Spielen. Aber immerhin mit 2:2 in Erfurt und 0:0 gegen Meister Cottbus.
Im eigenen Stadion reisten nur Luckenwalde und Altglienicke als Sieger ab. Auf der anderen Seite gab es nur 8 Siege in 17 Spielen. Auf Reisen blieb der Saldo leicht negativ mit 6-4-7 und 19:29 Toren. 50:45 Tore insgesamt waren die neuntbeste Offensive und achtbeste Defensive.
Wermutstropfen das Aus im Sachsenpokal-Achtelfinale gegen Erzrivale Lok, im Elfmeterschießen hieß es am Ende 7:8.
Kommen und Gehen:
7 gingen, 8 kamen neu dazu.
Einzig nennenswerter Abgang Manassé Eshele (24/Greifswald), der Mittelstürmer aus Kongo wechselte innerhalb der Liga. Kam auf 8 Tore und 3 Vorlagen. Die anderen 6 spielten keine oder keine wichtige Rolle.
Für das Tor kam Lenno Udo Schmidt (19/Erfurt U19). In der Abwehr wurden die Innenverteidiger Justin Gröger (20/Bremer SV), Vin Kastull (18/Wolfsburg U19) aus der Nord-Staffel verpflichtet. Thilo Gildenberg (22/Meuselwitz) spielt defensives Mittelfeld. Aus der U19 zog Chemie Maximilian Jagatic (18), Yusuf Dogan (18) hoch. Beide offensiv. Im Angriff stieß als Mittelstürmer Elias Ndukwe Oke (19/Halle U19) zur BSG, ebenso Rechtsaußen und "Königstransfer" Marcel Hilßner (28/Werder Bremen II), der Erfahrung aus der 3. Liga aus den Stationen Rostock, Bremen II, Halle, Zwickau mitbringt. Dazu auch im Ausland unterwegs war, siehe Coventry City und Oldham Athletic in England. 2009 ging es für den gebürtigen Leipziger aus der Jugend des FC Sachsen in die weite Welt.
Bis auf Hilßner alles junge, vielversprechende Talente, die im Kontext mit der Ausrichtung für diese Saison stehen. Chemie will sich nicht am Rennen um Platz 1 und den Aufstieg beteiligen.
Die sportliche Leitung:
Miroslav Jagatic (47) geht in die 5. Saison als Cheftrainer der BSG. Sein Vertrag läuft noch bis Ende der nächsten Spielzeit, er genießt das absolute Vertrauen und die Wertschätzung der Vereinsspitze. Christian Sobottka (42) ist seit 2017 Co-Trainer, Harald Bellot (62) betreut die Keeper. Ex-Spieler Daniel Heinze (35) fungiert weiter als Teammanager.
Die aktuelle Saison:
Läuft ordentlich, zuletzt mit einem starken 1:1 beim Vorjahresmeister. Platz 10 mit 7 Punkten ist jenseits von Gut und Böse. Der Auftakt ging erstmal daneben mit dem 0:3 bei der stark gestarteten U23 von Hertha BSC. Im eigenen Stadion kann man sehr zufrieden sein. Dem 1:0 gegen Viktoria folgte das 2:0 gegen die II. des FC Hansa Rostock. Auf Reisen wurde sich sowohl in Erfurt beim 2:4 wie auch in Cottbus gut verkauft. Das Ziel "Aufstieg" haben sowieso andere.
Im Sachsenpokal geht es am kommenden Freitag gegen den FSV Krostitz aus der Landesklasse Nord. Also 4. Liga gegen 7. Liga. In Leutzsch, das Heimrecht wurde getauscht. Die Chancen stehen also mehr als gut.
Das Spieler-Kollektiv:
Im Tor bleibt Kapitän Benjamin Bellot (33) gesetzt vor Jonas Janke (21) und Lenno Udo Schmidt (19).
In der Innenverteidigung haben Philipp Harant (24) und Paul Horschig (23/1) die Nase vorn, wobei Harant bereits 3 Tore vorbereitet hat. Die oben genannten Neuzugänge spielen bislang noch keine Rolle. Links verteidigt normal Philipp Wendt (26) vor Manuel Wajer (28), auf der rechten Seite Florian Brügmann (32) – auch mit guten 2 Vorlagen. Die Abwehr ist identisch mit der aus dem Vorjahr und somit eingespielt.
Zentral vor der Abwehr gilt Alexander Bury (31) weiter als wichtig. Seit nunmehr über 7 Jahren in Leutzsch. In Cottbus kam hier Wajer zum Zug. Noch ohne Einsatz ist Thilo Gildenberg (22). Auf der linken Seite agiert Lucas Surek (26/1). Die offensiven Parts sollen Dennis Mast (31), Yusuf Dogan (18) und Maximilian Jagatic (18) bedienen. Mast hier aktuell klar vorn.
Im Sturm spielt Chemie mit 3 Spitzen, auf Rechtsaußen hat sich Timo Mauer (26/1) etabliert. Dagegen sind Janik Mäder (26) und Neuzugang Marcel Hilßner (28) noch ohne Arbeitszeugnis. Auf dem linken Flügel ist Denis Jäpel (26/2) gesetzt. In der Mitte gibt es den Zweikampf zwischen Florian Kirstein (28) und Elias Ndukwe Oke (18).
Von den Neuverpflichtungen spielt bislang keiner eine Rolle. Die BSG Chemie Leipzig 2023/2024 ist zumindest zum jetzigen Stand im Grunde die Mannschaft des Vorjahres. 22 Spieler inkl. 3 Keeper sind eines der kleinsten Aufgebote der Liga. Weniger mit 21 haben nur Viktoria und Meuselwitz. Eine weitestgehend eingespielte Mannschaft mit 24,6 Jahren im Schnitt.
Krankenlager/Strafbank:
Jannik Mäder fehlt seit Ende Juli wegen muskulärer Probleme.
Prognose:
Die Mannschaft hat nur 1 Leistungsträger abgegeben, scheint von der Stärke ähnlich zu liegen wie im Vorjahr. Deshalb wird es wohl wieder in diese Richtung gehen.
Bilanz gegen unseren Gegner:
52 Spiele wurden bestritten, von denen wir 23 gewinnen konnten und 11 verloren. Zuletzt zweimal in Folge im Vorjahr mit 0:1 und 0:3 bei 80:57 Toren. In Leipzig ist der Saldo mittlerweile ausgeglichen mit je 8 Siegen und Niederlagen sowie 37:34 Toren. Den letzten vollen Erfolg bei den Grün-Weißen feierte Himmelblau am 17.11.2013 mit 4:0 im Sachsenpokal. Danach hieß es dort 0:2 – 1:1 und 0:3.
Das Umfeld / Wirtschaft/ Stimmung:
"Chemie investiert in Steine statt Beine", hieß es vor kurzem in einem Medium. Passend, während man auf der Seite der Spielerverpflichtungen abgesehen von Hilßner sehr defensiv agierte, versucht man weiter, das Stadion und die Infrastruktur voranzubringen. Das Ziel 3. Liga jedenfalls will man auch in dieser Saison nicht angehen. Solide und weiter voran in der 4. Liga als das Abenteuer 3. Liga anzugehen. Was wirtschaftlich und seitens Umfeld derzeit ein ziemlicher Hasardritt wäre.
Die Planungen für die Arena im Leipziger Westen wurden im Entwicklungskonzept bis zum Jahr 2040 zusammengefasst. Schritt für Schritt soll die teils baufällige Anlage auf Vordermann gebracht werden. Mehrere Baustellen sind zu beackern. Wichtigste Etappe ist der Abriss und Neubau des noch aus tiefsten DDR-Zeiten stammenden Funktionsgebäudes. Problematisch sind verschlissene Leitungen, Sicherheit und Brandschutz sind nicht gewährleistet und andere Defizite. Das neue Gebäude soll selbstverständlich die strengen Umweltkriterien einhalten. Photovoltaik-, Solarthermie- und Wärmerückgewinnungsanlagen enthalten. Gesamtkosten rund 6,93 Mio. €, der städtische Anteil 5,13 Mio. €.
Im vergangenen Jahr kamen im Schnitt 4.134 Fußballfreunde zu den Spielen im offiziell für 4.999 zugelassenen Stadion. Der drittbeste Zuspruch hinter Erfurt und Cottbus, vor Lok mit seinen 3.470. "Ausverkauft" wurde gegen Lok, Erfurt, Jena, Cottbus gemeldet. Gegen den CFC fehlte bei 4.850 auch nicht viel. In keinem Spiel waren es weniger als 3.300. In der laufenden Spielzeit wurden gegen Viktoria und Rostock II 3.940 bzw. 3.652 begrüßt. Hauptsponsor der Chemiker ist eine Leipziger Immobilienfirma. Als Team-Hauptsponsor unterstützt zudem ein früherer Brustsponsor mit einem Unternehmen für Bauelemente.