Welche Spieler und Trainer beim FCK bzw. CFC Geschichte geschrieben haben.
Der 15. Januar ist für alle Fans und Sympathisanten des Chemnitzer FC ein besonderer Tag. Denn an diesem wurde 1966 der FC Karl-Marx-Stadt gegründet – und dieser hat gleich in seiner zweiten Saison eindrucksvoll für Furore gesorgt. Nach dem Gewinn der DDR-Meisterschaft folgte die Teilnahme am „Europapokal der Landesmeister“. Der belgische Vertreter RSC Anderlecht war allerdings eine Nummer zu groß für den FCK. 1969 stand dieser dann das erste Mal im FDGB-Pokalfinale, zwei weitere Teilnahmen folgten in den 1980ern. Ein Triumph blieb allerdings jeweils aus.
Vor seiner Umbenennung am 13. Juni 1990 in Chemnitzer FC e.V. spielte der FCK noch zwei starke Spielzeiten in der DDR-Oberliga wo er den dritten Platz (1989) sowie die Vizemeisterschaft (1990) erreichte. Zudem tourte der FCK in den Wirren der Wendezeit durch Europa. Nach Siegen über Boavista Porto und den FC Sion war dann gegen die „Alte Dame“ aus Turin Endstation.
In den 1990er Jahren sticht – neben den Spielzeiten in der 2. Bundesliga – vor allem der Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals heraus. 2011 stiegen die Himmelblauen in die 3. Liga auf und blieben in dieser sieben Spielzeiten. Am 18. Oktober 2018 erfolgte die Ausgliederung der ersten Mannschaft in die Chemnitzer FC Fußball GmbH, Mehrheitseigner ist der Chemnitzer FC e.V. Seit 2020 spielt der Chemnitzer FC in der Regionalliga-Nordost.
Wir werfen einen Blick auf diese sechs Jahrzehnte und stellen dabei relevante Spieler und Trainer vor, welche die Geschichte des FC Karl-Marx-Stadt und des Chemnitzer FC auf dem Platz und/oder der Trainerbank nachhaltig geprägt haben.
1966-1970: Gründung, Meisterschaft & Europapokal
Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte des FC Karl-Marx-Stadt und der damals geborene Schlachtruf mit „Mit Erler, Vogel, Feister – der FCK wird Meister!“ ist heute noch omnipräsent – ob als Fangesang, auf einer großen Schwenkfahne oder Schals.

Das Team von Trainer
Horst Scherbaum (95 Spiele) spielte eine herausragende Saison und gewann die DDR-Meisterschaft. Stützen des Teams waren Torwart
Manfred Hambeck (109 Spiele),
Eberhard Schuster (265 Spiele, 37 Tore),
Fritz Feister (98 Spiele, 2 Tore),
Peter Müller (343 Spiele, 2 Tore),
Albrecht Müller (121 Spiele, 4 Tore),
Manfred Lienemann (183 Spiele, 46 Tore) sowie die Nationalspieler
Dieter Erler (186 Spiele, 17 Tore) und
Eberhard Vogel (143 Spiele, 59 Tore). In der Saison 1967/68 landeten die Scherbaum-Schützlinge auf dem sechsten Platz.

Im „Europapokal der Landesmeister“ wartete in der ersten Runde der RSC Anderlecht. Das Hinspiel vor 45.000 Zuschauern im „Ernst-Thälmann-Stadion“ ging 1:3 verloren, den Ehrentreffer – und damit das erste internationale Tor in der Vereinsgeschichte – erzielte
Rolf Steinmann (116 Spiele, 34 Tore). Im „Emil-Versè-Stadion“ traf FCK-Kapitän Schuster zur frühen Führung, den die Belgier vor 35.000 Zuschauern noch in einem 2:1-Sieg drehen konnten. Ebenfalls in der Saison 1968/69 marschierte das Team bis ins Finale des FDGB-Pokals. Der 1. FC Magdeburg siegte vor 20.000 Zuschauern im Dresdner „Rudolf-Harbig-Stadion“ mit 4:0. In der darauffolgenden Saison ging es in die DDR-Liga runter.
1970-1979: Überraschungsmeister nistet sich im Mittelmaß ein
Die 1970er Jahre startete mit dem sofortigen Wiederaufstieg in die DDR-Oberliga. 1972 folgte der Gewinn des einmalig ausgespielten „Fuwo-Pokals“. Vor 12.000 Zuschauern im „Dr.-Kurt-Fischer-Stadion“ sorgten
Hartmut Rauschenbach (151 Spiele, 16 Tore) und
Friedrich-Wilhelm Göcke (229 Spiele, 27 Tore) für den 2:0-Erfolg über den BFC Dynamo.

Verantwortlich dafür war Trainer
Gerhard Hofmann (115 Spiele). Zwischen den Pfosten stand
Wolfgang Krahnke (297 Spiele), der die meisten Einsätze eines Torhüters für die himmelblau-weißen Farben hat.
Jürgen Bähringer (409 Spiele, 70 Tore) trug stolze 15 Jahre das FCK-Logo auf seiner Brust und wurde später verdienterweise zum Ehrenspielführer ernannt. Dem Kader gehörten weiterhin der langjährige Kapitän
Frank Sorge (349 Spiele, 39 Tore),
Christoph Franke (193 Spiele, 22 Tore) sowie Nationalspieler
Joachim Müller (427 Spiele, 84 Tore) an. In der Saison 1972/73 landete der FC Karl-Marx-Stadt auf einem beachtlichen fünften Platz und verpasste damit knapp den Einzug in den Europapokal. Die nächsten Jahre waren von mittelmäßigen Leistungen geprägt.
1980-1989/90: Starke Auftritte auf nationaler & europäischer Bühne

Der FCK meldete sich in den 1980ern wieder zurück. 1983 stand er zum zweiten Mal im Finale um dem FDGB-Pokal und musste sich - wie schon 1969 - dem 1. FC Magdeburg geschlagen geben. Vor 48.000 Zuschauern im „Stadion der Weltjugend“ in Berlin siegten die Bördestädter erneut mit 4:0. 1989 ging es für den FC Karl-Marx-Stadt wieder nach Berlin. Diesmal war man vor 35.000 Zuschauern dem BFC Dynamo mit 0:1 unterlegen. Unter der Ägide von
Hans Meyer (191 Spiele, Rekordtrainer) entwickelte sich der FCK zu einer Spitzenmannschaft, die in der Saison 1989/90 die Vizemeisterschaft hinter der SG Dynamo erreichte, zudem auf europäischer Bühne bis ins Achtelfinale einziehen konnten.
Das erste Tor für den FCK erzielte
Sven Köhler (373 Spiele, 19 Tore) beim 1:0 vor 20.000 Zuschauern im „Sportforum“ gegen Boavista Porto. Im Rückspiel ging es vor 12.000 Zuschauern im „Estadio do Bessa“ in die Verlängerung. Pinto hatte die Portugiesen mit 2:0 in Führung gebracht,
Steffen Heidrich (249 Spiele, 73 Tore) sowie ein Last-Minute-Treffer von
Ulf Mehlhorn (484 Spiele, 50 Tore) in der 120. Minute sorgten für das Weiterkommen.

In der zweiten Runde siegte der FC Sion vor 12.000 Zuschauern im „Stadion Sitten“ mit 2:1. Der FCK war durch
Thomas Laudeley (454 Spiele, 16 Tore) in Führung gegangen. Im Rückspiel drehten die Meyer-Schützlinge auf und das Spiel. Am Ende hieß es bei strömendem Regen vor 20.800 Zuschauern im „Sportforum“ 4:1.
Steffen Ziffert (104 Spiele, 10 Tore),
Rico Steinmann (168 Spiele, 35 Tore) und
Lutz Wienhold (354 Spiele, 37 Tore) trafen in der ersten Halbzeit, Laudeley legte nach der Pause nach. Im Achtelfinale wartet mit Juventus Turin ein absolutes Schwergewicht des europäischen Fußballs. Vor 17.426 Zuschauern im „Stadio Comunale“ behielt im Nebelspiel Wienhold den Durchblick und traf in der 70. Minute zum 1:0 für die Sachsen. Zwei Tore in den letzten zehn Minuten brachten Juventus letztlich auf die Siegerstraße. Das Rückspiel gewannen die Italiener vor 27.800 Zuschauern im „Sportforum“ clever mit 1:0. Am Ende holte die „Alte Dame“ den Titel.

In diesen zwei sensationellen Jahren waren weiterhin Nationaltorwart
Jens Schmidt (158 Spiele),
Torsten Bittermann (387 Spiele, 27 Tore),
Peter Keller (215 Spiele, 7 Tore) sowie Nationalspieler
Hans Richter (199 Spiele, 76 Tore) aktiv. Einige dieser Kicker prägten nachhaltig auch die 1990er Jahre des Chemnitzer FC.
1991-1999: Berlin ist kein gutes Pflaster!

Den absoluten Höhepunkt erlebten die Himmelblauen 1993, als man bis ins Halbfinale des DFB-Pokals vordringen konnte. Im Berliner „Olympiastadion“ erlebte das Team von Meyer vor 56.540 Zuschauern allerdings ein Desaster und unterlag den Amateuren von Hertha BSC mit 1:2. Ein Heidrich-Strafstoß reichte final nicht aus. Dabei wurde im Viertelfinale noch Europapokalsieger SV Werder Bremen mit 2:1 nach Verlängerung aus dem Wettbewerb geworfen. Vor 15.600 Zuschauern im „Sportforum“ endete die reguläre Spielzeit torlos. In der 91. Minute traf
Olaf Renn (198 Spiele, 18 Tore) zur Führung, ehe Heidrich den Ausgleichstreffer von Klaus Allofs in der 120. Minute zu korrigierten wusste.

Der CFC startete in der Saison 1991/92 in der 2. Liga und landete am Ende dieser auf einem starken vierten Platz, womit der Aufstieg in die Bundesliga knapp verpasst wurde. Der Kader, den
Reinhard Häfner (75 Spiele) in jenen Jahren zur Verfügung, war gespickt mit jungen und erfahrenen Kickern. Dazu zählten unter anderem
Jens Wahl (107 Spiele, 12 Tore),
Dirk Barsikow (116 Spiele, 14 Tore) und
Ilija Aracic (84 Spiele, 28 Tore). 1996 stiegen die Himmelblauen als bester Zweitliga-Absteiger aller Zeiten in die Regionalliga ab und verloren daraufhin allerhand Leistungsträger. Wie beispielsweise
Holger Hiemann (219 Spiele),
Andrej Panadic (70 Spiele, 5 Tore),
Kujtim Shala (44 Spiele, 9 Tore) und
Ojokojo Torunarigha (85 Spiele, 7 Tore).

Nach dem Abstieg folgte der Rückkehr auf die altehrwürdige „Fischerwiese“, in der 1997 der erste Triumph im „Wernesgrüner Sachsenpokal“ gefeiert werden konnte. Im Finale wurde der Dresdner SC mit 3:0 besiegt. Den letzten Treffer vor 3.002 Zuschauern erzielte
Michael Ballack (55 Spiele, 13 Tore), seines Zeichens der größte Spieler, den der CFC hervorgebracht hat. In dieser Saison spielte sich gleichfalls Innenverteidiger
Ingo Hertzsch (58 Spiele, 0 Tore) in den Mittelpunkt, der – beginnend beim Hamburger SV – eine beachtliche Bundesliga-Karriere hinlegte.

Trainiert wurde die Mannschaft von
Christoph Franke (177 Spiele), mit dem es 1999 wieder in die 2. Liga ging.
Antonio Ananiev (68 Spiele) stand in dieser Saison zwischen den Pfosten und hielt seinen Kasten sagenhafte 1.126 Minuten sauber. In den Relegationsspielen hieß der Gegner VfL Osnabrück. Das Spiel im mit 20.000 Zuschauern ausverkauften Stadion an „Bremer Brücke“ gewannen die lila-weißen Gastgeber mit 1:0. Im „Stadion – An der Gellertstraße“ wiederum drehten
Danilo Kunze (87 Spiele, 24 Tore) sowie
Ronny Kujat (82 Spiele, 11 Tore), der im Hinspiel die Elfmeter durch ein Handspiel verschuldet hatte, die Partie. Wichtige Spieler die Aufstiegself waren unter anderem auch
Jan Schmidt (98 Spiele, 12 Tore),
Alexander Tetzner (153 Spiele, 14 Tore),
Jörg Schmidt (81 Spiele, 13 Tore) und
Mirko Ullmann (123 Spiele, 35 Tore).
2000-2009: Abstieg & lange Leidenszeit in der Unterklassigkeit.

Zum ersten Spieltag gastierte mit Borussia Mönchengladbach gleich ein Traditionsverein in Chemnitz und wurde vor 12.521 Zuschauern auf der ausverkauften „Fischerwiese“ von
Marco Dittgen (47 Spiele, 14 Tore) mit einem Doppelpack wieder an den Niederrhein zurückgeschickt. Im Mittelfeld führte mit
Nebojsa Krupnikovic (40 Spiele, 9 Tore) ein überragender Stratege Regie, der später seine Karriere in der Bundesliga bei Hannover 96 fortsetzte. Zudem rückten mit
Daniel Göhlert (193 Spiele, 5 Tore) und
Peer Kluge (44 Spiele, 1 Tor) zwei Talente aus dem himmelblauen Nachwuchs bei den Profis auf, die sich in den Folgejahre in der ersten und zweiten Bundesliga etablierten.

Die zweite Saison in der 2. Bundesliga verlief katastrophal und endete 2001 mit dem bitteren Abstieg. Diesen konnte Offensivspieler
Ervin Skela (54 Spiele, 13 Tore) nicht verhindern. Der Chemnitzer FC blieb in der Regionalliga-Nordost stecken und rutschte nach einer Liga-Reform 2006 sogar in die NOFV-Oberliga ab. In diesem Jahrzehnt konnte 2006 und 2008 immerhin der „Wernesgrüner Sachsenpokal“ gewonnen werden. In den unterklassigen Jahren spielten unter anderem
Markus Ahlf (89 Spiele, 3 Tore),
Ingo Walther (65 Spiele, 11 Tore),
Stefan Meissner (104 Spiele, 21 Tore),
Ersin Demir (38 Spiele, 23 Tore) und
Steffen Karl (55 Spiele, 2 Tore) für den CFC.
2010-2019: CFC wird zum Rekordsachsenpokalsieger!

Und mit Sachsenpokalsiegen machte der Chemnitzer FC im folgenden Jahrzehnt weiter. Die Himmelblauen holten diesen weitere sechsmal und sind damit zum unangefochtenen Rekordsachsenpokalsieger emporgestiegen. 2010 wurde der FC Erzgebirge Aue 3:0 besiegt.
Julius Reinhardt (154 Spiele, 13 Tore),
Tobias Becker (157 Spiele, 6 Tore) und
Chris Löwe (126 Spiele, 13 Tore) erzielten die Tore beim 3:2-Sieg vor 9.670 Zuschauern auf der „Fischerwiese“.

2011 gelang zudem endlich der Aufstieg in die 3. Liga. Trainer
Gerd Schädlich (147 Spiele) bildete aus den „jungen Wilden“ und den „alten Erfahrenen“ eine erfolgreiche Mannschaft. Das Tor hütete
Philipp Pentke (205 Spiele). Die Abwehr hielten
Jörg Emmerich (71 Spiele, 4 Tore) und
Andreas Richter (81 Spiele, 23 Tore) zusammen. Im Mittelfeld gab
Christian Fröhlich (74 Spiele, 14 Tore) seine Erfahrung – unter anderem an
Ronny Garbuschewski (159 Spiele, 38 Tore) – weiter. Im Angriff übernahmen das wiederum
Steffen Kellig (115 Spiele, 60 Tore) und
Pavel Dobry (72 Spiele, 16 Tore). Profiteure davon waren
Marcel Schlosser (194 Spiele, 31 Tore) und
Benjamin Förster (149 Spiele, 50 Tore).

Der CFC war bis 2018 ein fester Bestandteil der 3. Liga und klopfte mehrfach ans Tor zur 2. Bundesliga an. Trotz guter Spieler – wie
Toni Wachsmuth (70 Spiele, 4 Tore),
Marc Endres (114 Spiele, 5 Tore) und
Tim Danneberg (109 Spiele, 13 Tore) – ging zum Saisonfinale stets die Puste aus. Mit
Anton Fink (224 Spiele, 118 Tore) und
Daniel Frahn (128 Spiele, 64 Tore) hatten die Himmelblauen in jenen Jahren Toptorjäger in ihren Reihen. Nach dem Abstieg flog die Mannschaft nahezu komplett auseinander. Mit
Jakub Jakubov (149 Spiele),
Niklas Hoheneder (86 Spiele, 5 Tore),
Tobias Müller (196 Spiele, 29 Tore) und
Dejan Bozic (133 Spiele, 61 Tore) wurden neue Leistungsträger verpflichtet, dazu setzten sich mit
Tim Campulka (118 Spiele, 21 Tore) und
Erik Tallig (48 Spiele, 10 Tore) wieder zwei Nachwuchstalente bei den Profis durch. Trainer
David Bergner (65 Spiele) führte den CFC – nach 15 Startsiegen in Serie – sofort wieder in die 3. Liga, allerdings dauerte das Intermezzo nur ein Jahr. Herausragend war in der Abstiegssaison vor allem
Philipp Hosiner (29 Spiele, 20 Tore).
2020 bis heute: Der schwere Weg aus der Regionalliga-Nordost!

Nach dem erneuten Abstieg 2020 in die Regionalliga-Nordost sitzt der CFC in dieser seitdem fest, kämpft kontinuierlich um Konsolidierung und Weiterentwicklung. Prägend für diese fünf Jahre ist
Robert Zickert (136 Spiele, 6 Tore) gewesen. Beim elften und zugleich letzten Erfolg 2020 im „Wernesgrüner Sachsenpokal“ war er noch nicht dabei. Die letzten beiden Finals verlor „Zicke“ ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein 1. FC Lokomotive Leipzig. Mit
Tom Baumgart kehrte ein weiterer Spieler zu seinem Jugendverein zurück.